Trump: "Jeder spielt Spiele"

USA und Nordkorea verhandeln nach Gipfel-Absage weiter

Sichtkontakt: Nordkoreanische Soldaten (im Hintergrund) beobachten im Grenzort Panmunjom einen südkoreanischen Militärangehörigen. Foto: Song Kyeong-Seok/Pool/Yonhap News Agency
1 von 10
Sichtkontakt: Nordkoreanische Soldaten (im Hintergrund) beobachten im Grenzort Panmunjom einen südkoreanischen Militärangehörigen. Foto: Song Kyeong-Seok/Pool/Yonhap News Agency
US-Präsident Donald Trump (l) und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un. Foto Evan Vucci/Wong Maye-E/AP Foto: Evan Vucci/Wong Maye-E
2 von 10
US-Präsident Donald Trump (l) und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un. Foto Evan Vucci/Wong Maye-E/AP Foto: Evan Vucci/Wong Maye-E
Ob er sich davon trennen mag? Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un neben einem Sprengkopf. Foto: KCNA via KNS
3 von 10
Ob er sich davon trennen mag? Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un neben einem Sprengkopf. Foto: KCNA via KNS
Kim Jong Un (r) und Donald Trump während einer Nachrichtensendung auf einem TV-Bildschirm in Seoul. Foto: Ahn Young-Joon/Archiv
4 von 10
Kim Jong Un (r) und Donald Trump während einer Nachrichtensendung auf einem TV-Bildschirm in Seoul. Foto: Ahn Young-Joon/Archiv
Das von "Airbus Defense & Space" und der Internetseite "38 North" am 12.04.2017 veröffentlichte Satellitenfoto zeigt das Atomwaffen-Testgelände in Punggye-ri im gebirgigen Nordosten von Nordkorea. Foto: Pleiades CNES/Airbus DS/38 North/Spot Image
5 von 10
Das von "Airbus Defense & Space" und der Internetseite "38 North" am 12.04.2017 veröffentlichte Satellitenfoto zeigt das Atomwaffen-Testgelände in Punggye-ri im gebirgigen Nordosten von Nordkorea. Foto: Pleiades CNES/Airbus DS/38 North/Spot Image
Kim Jong Un (M.) im Gespräch mit Wissenschaftlern, die in der Atomforschung arbeiten. Foto: KCNA
6 von 10
Kim Jong Un (M.) im Gespräch mit Wissenschaftlern, die in der Atomforschung arbeiten. Foto: KCNA
Militärparade in Pjöngjang: Nordkorea betrachtet sein Atomprogramm als vollendet. Foto: KCNA/Yonhap
7 von 10
Militärparade in Pjöngjang: Nordkorea betrachtet sein Atomprogramm als vollendet. Foto: KCNA/Yonhap
Eine Demonstrantin wirbt mit Bildern von Donald Trump und US-Sicherheitsberater Bolton für die strenge Nordkorea-Politik der USA. Foto: Ahn Young-Joon/AP
8 von 10
Eine Demonstrantin wirbt mit Bildern von Donald Trump und US-Sicherheitsberater Bolton für die strenge Nordkorea-Politik der USA. Foto: Ahn Young-Joon/AP

Den Gipfel mit Machthaber Kim hat Trump erstmal abgesagt, doch beide Seiten lassen die Tür für Verhandlungen offen. Nicht nur Nordkorea bleibt bei eher versöhnlichen Tönen.

Seoul/Washington (dpa) - Nach der abrupten Absage des Gipfeltreffens zwischen Nordkorea und den USA bemühen sich beide Seiten, eine neue Eskalation des Atomstreits zu verhindern. Nordkorea zeigte sich nach Trumps Rückzieher weiter gesprächsbereit. US-Präsident Donald Trump sagte, man rede weiter mit Nordkorea.

Ein Treffen sei vielleicht doch am 12. Juni möglich. Pjöngjang sei sehr an dem Treffen interessiert. "Wir würden es gerne machen. Wir werden sehen, was passiert", sagte Trump. "Jeder spielt Spiele."

In Nordkorea hatte der Erste Vizeaußenminister des Landes, Kim Kye Gwan, am Freitag erklärt, die USA sollten wissen, dass sich Nordkorea mit ihnen jederzeit zusammensetzen könne. Nach Südkorea rief auch China die Regierungen in Washington und Pjöngjang auf, den Dialog fortzusetzen.

Trump hatte darauf hat mit demonstrativem Wohlwollen reagiert. Das jüngste Statement aus Pjöngjang sei "warm und produktiv" und eine sehr gute Nachricht, schrieb Trump am Freitag auf Twitter. Man werde sehen, wohin es führe, hoffentlich zu langem und anhaltendem Frieden. Zeit und Begabung würden es erweisen.

Am Donnerstag hatte Trump den historischen Gipfel in einem persönlichen Brief an den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un abgesagt. Das Weiße Haus machte die nordkoreanische Seite verantwortlich.

Kim Kye Gwan warf den USA erneut vor, auf sein Land vor dem geplanten Gipfel lange Zeit Druck ausgeübt zu haben, damit es einseitig sein Atomprogramm aufgebe. "Wir haben innerlich gehofft, dass das, was die "Trump-Formel" genannt wird, hilft, die Besorgnisse beider Seiten beseitigen zu können", wurde der langjährige Atomunterhändler von den Staatsmedien zitiert.

Bei dem für den 12. Juni in Singapur geplanten Treffen sollte es um eine friedliche Lösung des langjährigen Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm gehen. Die USA bestanden auf einer sofortigen, nachhaltigen und überprüfbaren Vernichtung der Atomwaffen Nordkoreas. Zuletzt hatte Trump erkennen lassen, dass auch ein Abbau in Phasen möglich sei. Die international isolierte Führung Nordkoreas sieht in ihren Atomwaffen eine Absicherung des eigenen Systems.

Trumps einseitige Absage sei unerwartet gewesen, sagte Nordkoreas Vizeaußenminister, der in der vergangenen Woche selber noch mit einer Absage des Gipfels gedroht hatte. Pjöngjang bedauere die Absage sehr.

Der versöhnlichere Ton aus Pjöngjang steht im Gegensatz zu der verschärften Rhetorik der vergangenen Tage. Kurz vor der Gipfel-Absage hatte die kommunistische Regierung US-Vizepräsident Mike Pence als "ignorant und dumm" bezeichnet. Die nordkoreanische Vizeaußenministerin Choe Son Hui hatte erklärt, Nordkorea sei zu einer atomaren Machtprobe ebenso bereit wie zu Verhandlungen.

Wenige Stunden später verkündete das Weiße Haus die Entscheidung Trumps. Gleich eine ganze Reihe von Zusagen seien nicht eingehalten worden. Es gebe jedoch noch die Chance, das auch wieder zu ändern, sagte Trump. "Zögern Sie nicht, mich anzurufen oder schreiben Sie", forderte Trump den Machthaber in Pjöngjang in einer diplomatisch ungewöhnlichen Wortwahl auf.

China sei nach wie vor der Ansicht, dass ein Treffen zwischen Trump und Kim Jong Un eine "Schlüsselrolle" im Atomstreit und bei der Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel spiele, sagte der Pekinger Außenamtssprecher Lu Kang. Peking hoffe, dass Nordkorea und die Vereinigten Staaten in dieser Situation Geduld bewahrten.

Der US-Präsident machte deutlich, dass die US-Streitkräfte bereitstünden, sollte es nun militärische Aggressionen seitens Nordkoreas geben oder das Land "töricht handeln". Trump drohte Nordkorea in seinem Brief mit den Atomwaffen der USA.

Südkoreas Präsident Moon Jae In, der sich sehr für das Treffen zwischen Trump und Kim Jong Un eingesetzt hatte, äußerte sich noch in der Nacht zum Freitag enttäuscht über die Gipfel-Absage. Der südkoreanische Vereinigungsminister Cho Myoung Gyun sagte, der allgemeine Hintergrund der Entscheidung für die Absage müsse noch genauer untersucht werden. Nordkorea scheine sich nach wie vor ernsthaft um eine "Denuklearisierung" bemühen zu wollen.

Die Absage kam nur wenige Stunden, nachdem Nordkorea eigenen Angaben zufolge sein Atomtestgelände Punggye-ri durch eine Reihe von Sprengungen unbrauchbar gemacht hatte. Die Schließung des in einer Bergregion liegenden Testkomplexes war als ein symbolischer Schritt gewertet worden, mit dem das Land seine Bereitschaft zur Denuklearisierung demonstrieren wollte. Das Weiße Haus kritisierte, dass keine internationalen Experten, sondern nur Reporter als Zeugen zu den Sprengungen der Testtunnel zugelassen wurden.

Das Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un hat US-Präsident Donald Trump abgesagt, die Gedenkmünze für den Gipfel verkauft der Andenkenladen im Weißen Haus trotzdem - und zwar zum Sonderpreis von 19,95 Dollar (rund 17 Euro), herabgesetzt von 24,95 Dollar. Das Zierstück werde hergestellt, egal, ob der Gipfel stattfinde oder nicht, heißt es auf der Webseite des Geschäfts. "Sollte der Gipfel nicht stattfinden, können Sie um eine Rückerstattung bitten", so die Produktbeschreibung weiter. Die meisten Kunden hätten angegeben, "dieses Erbstück der politischen Geschichte" in jedem Fall haben zu wollen.

Das könnte Sie auch interessieren

jbs-Maisfeldfete in Westeresch - Teil 2

Die legendäre jbs-Maisfeldfete in Westeresch war wieder sehr gut besucht. Bis in den Morgen wurde nach aktuellen Beats getanzt.
jbs-Maisfeldfete in Westeresch - Teil 2

Kreisfeuerwehrtag in Morsum

Thedinghausen - Die Freiwillige Feuerwehr Riede war nach einem langen Kreisfeuerwehrtag der jubelnde Sieger in Morsum. Dort trafen sich gestern 53 …
Kreisfeuerwehrtag in Morsum

jbs-Maisfeldfete - der Oldieabend

Beim Oldie-Abend herrschte beste Stimmung und die vielen Gäste tanzten in die Nacht hinein.
jbs-Maisfeldfete - der Oldieabend

jbs-Maisfeldfete in Westeresch - Teil 1

Die legendäre jbs-Maisfeldfete in Westeresch war wieder sehr gut besucht. Bis in den Morgen wurde nach aktuellen Beats getanzt.
jbs-Maisfeldfete in Westeresch - Teil 1

Meistgelesene Artikel

„Nichts davon ist wahr“: Neue Zahlen zum Bamf-Skandal zeigen völlig neues Bild

„Nichts davon ist wahr“: Neue Zahlen zum Bamf-Skandal zeigen völlig neues Bild

Kofi Annan ist tot: Der UN-Generalsekretär starb nach kurzer Krankheit

Kofi Annan ist tot: Der UN-Generalsekretär starb nach kurzer Krankheit

Nach Sommerinterview: AfD-Chef Gauland attackiert ZDF-Moderator scharf - So reagiert der TV-Sender

Nach Sommerinterview: AfD-Chef Gauland attackiert ZDF-Moderator scharf - So reagiert der TV-Sender

„Warum rufen die nicht an?“- Versklavte Jesidin erhebt schwere Vorwürfe gegen deutsche Behörden

„Warum rufen die nicht an?“- Versklavte Jesidin erhebt schwere Vorwürfe gegen deutsche Behörden

Kommentare