Verurteilt

Haft für Sarkozy: Gericht legt Frankreichs Ex-Präsident in Fußfesseln

Wegen Trickserei bei der Wahlkampffinanzierung: Nicolas Sarkozy ist zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Dennoch kommt Frankreichs Ex-Staatschef glimpflich davon.

Paris – Ein hohes Staatsamt schützt vor Strafe nicht – diese Erfahrung macht nun Nicolas Sarkozy. Ein Gericht in Paris hat am Donnerstag Frankreichs Ex-Präsident zu einem Jahr Haft ohne Bewährung* verurteilt. Um das Gefängnis kommt der frühere Staatschef aber wohl herum, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Die Richter entschieden, dass die Strafe auch in Hausarrest verbüßt werden kann. Dafür muss Sarkozy aber eine elektronische Fußfessel tragen.

Französischer Politiker:Nicolas Sarkozy
Amt:Früherer Präsident in Frankreich
Alter:66 Jahre
Frau:Carla Bruni

Laut dem Richterspruch hat sich Sarkozy der illegalen Wahlkampffinanzierung schuldig gemacht. So investierte sein Team im Jahr 2012 insgesamt 42,8 Millionen Euro in dessen Wiederwahl. In Frankreich sind die Wahlkampfhilfen jedoch gedeckelt. Die Obergrenze liegt bei 22,5 Millionen Euro. Die Mehrkosten wurden durch ein System fiktiver Rechnungen verschleiert.

Haft für Nicolas Sarkozy: Frankreichs Ex-Präsident wegen illegaler Wahlkampfhilfe verurteilt

Als Kandidat habe Sarkozy es versäumt, die Ausgaben zu kontrollieren, zitiert der Spiegel nun aus dem Urteil. Bei der Bemessung des Strafmaßes folgte das Gericht weitgehend der Forderung der Anklage.

Wegen illegaler Wahlkampfhilfe zu einem Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt: Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy.

Für Sarkozy ist das bitter. Denn der Wahlkampf kommt ihn dadurch doppelt teuer zu stehen. Denn am Ende brachte ihm der massive Geldeinsatz keinen Stimmengewinn. Er verlor die Wiederwahl gegen den Sozialisten Francois Hollande. Im Jahr 2016 bewarb sich Sarkozy ohne Erfolg um eine erneute Kandidatur.

Nicolas Sarkozy: Gericht in Paris erspart Ehemann von Carla Bruni das Gefängnis

Insgesamt lenkte Sarkozy Frankreich als Präsident von 2007 bis 2012. Doch über seiner Präsidentschaft liegt im Nachhinein ein großer Schatten. Nach seiner Abwahl musste sich der Ex-Präsident, der mit der italienischen Schauspielerin Carla Bruni verheiratet ist und mit ihr ein gemeinsames Kind hat, mehreren Gerichtsprozessen stellen, unter anderem auch wegen Korruption. Die meisten Vorwürfe gegen ihn bestreitet er vehement. Das aktuelle Urteil kann er noch anfechten.

In Deutschland gibt es anders als in Frankreich keine Obergrenze bei der Wahlkampffinanzierung. Jedoch sorgen hierzulande immer wieder Parteispenden für Aufsehen. Im aktuellen Wahlkampf zur Bundestagswahl 2021 flossen so viele Gelder wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Vor allem die Grünen mit Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock freuten sich über viele Geldgeber und einen warmen Geldregen. * kreiszeitung.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Stephane De Sakutin

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