Laschet-Nachfolge

Neuer NRW-Ministerpräsident: Wer ist Hendrik Wüst (CDU)?

Einst als konservativer Hoffnungsträger gehandelt, soll Hendrik Wüst als Ministerpräsident die CDU wieder zur Mitte in NRW führen. Doch wer ist er eigentlich?

Düsseldorf – Er ist seit dem 30. Juni 2017 Minister für Verkehr in Nordrhein-Westfalen und soll nun die CDU wieder zu alter Stärke zurückführen: Hendrik Wüst. Knapp sieben Monate vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen soll er neuer Ministerpräsident und damit Armin Laschets Nachfolger werden. Seine Wahl gilt als spannend, denn die Regierung aus CDU und FDP verfügt nur über eine knappe Mehrheit im Landesparlament – es kommt also auf jede Stimme an. Wüsts Personalie stand schon seit längerem im Raum.

Deutscher Politiker:Hendrik Wüst
Geboren:19. Juli 1975 (Alter 46 Jahre), Rhede
Partei:Christlich Demokratische Union Deutschlands
Amt:Minister für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen

Hendrik Wüst: 46 Jahre alt und Jurist aus Nordrhein-Westfalen

Hendrik Wüst galt lange Zeit als konservativer Hoffnungsträger der CDU in Nordrhein-Westfalen. „Viele von Euch haben mich hier erwachsen werden sehen“, sagte er beim vergangenen CDU-Parteitag in Bielefeld – das macht ziemlich deutlich, dass der 46-jährige Politiker schon länger auf dem politischen Parkett in NRW mitmischt. Wüst war zunächst NRW-Chef der Jungen Union, später wurde er Generalsekretär der Partei unter Jürgen Rüttgers, der vom 22. Juni 2005 bis zum 14. Juli der neunte Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen war.

Mit der hauchdünnen Regierungsmehrheit könnte Hendrik Wüsts Wahl in dem Fünf-Parteien-Parlament durchaus zur Zitterpartie werden.

Wüst absolvierte sein zweites juristisches Staatsexamen 2003 und ist seitdem als Rechtsanwalt zugelassen. Dem Landtag in Nordrhein-Westfalen gehört der 46-Jährige seit 2005 an. Ende 2007 verfasste er gemeinsam mit Stefan Mappus, Philipp Mißfelder und Markus Söder ein Positionspapier, das die bürgerliche-konservative Seite der Union verdeutlichen sollte.

Hendrik Wüst: Skandale um den CDU-Politiker

Nach einer steilen Politikkarriere folgte 2010 das abrupte Ende: Hendrik Wüst trat wegen einer Affäre um Sponsorentermine mit Rüttgers zurück. Er übernahm die Verantwortung für die Schreiben, in denen Gesprächstermine mit dem Ministerpräsidenten gegen Bezahlung angeboten wurden. Am 22. Februar 2010 folgte Wüsts Rücktritt.

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Der CDU-Politiker war in den folgenden Jahren in der Privatwirtschaft unterwegs und war im Vorstand der Mittelstandsvereinigung der CDU in NRW tätig. Unter Armin Laschet (CDU) wurde er 2017 zum Verkehrsminister ernannt. Nun könnte er also das Ministerpräsidentenamt in NRW antreten. Nach der Bundestagswahl 2021 und der Wahlniederlage der Union stellen sich die Christdemokraten derzeit bundesweit neu auf, um in der Wählergunst wieder zu steigen.

Hendrik Wüst: Wer waren seine Vorgänger im Amt des Ministerpräsidenten?

  • Rudolf Amelnxen (CDU)
  • Karl Arnold (CDU)
  • Fritz Steinhoff (SPD)
  • Franz Meyers (CDU)
  • Heinz Kühn (SPD)
  • Johannes Rau (SPD)
  • Wolfgang Clement (SPD)
  • Peer Steinbrück (SPD)
  • Jürgen Rüttgers (CDU)
  • Hannelore Kraft (SPD)
  • Armin Laschet (CDU)

Hendrik Wüst: Politiker ist verheiratet, eine Tochter und ein Faible für die Jagd

Hendrik Wüst ist katholisch, heiratete 2019 seine Lebensgefährtin Katharina auf Schloss Raesfeld – damals war Armin Laschet Überraschungsgast. Das Paar hat eine Tochter und lebt in Rhede. Dort wuchs der Jurist auch mit seinen Eltern und seinen beiden Schwestern auf.

Nach dem Abitur 1995 studierte er bis 2000 Rechtswissenschaften und schloss sein Referendariat in Münster, Coesfeld und Brüssel an. In seiner Freiheit treibt er gerne Sport und geht auf die Jagd. Zudem mag er gutes Essen und Krimis. Von 2002 bis 2005 war Wüst für die Unternehmensberatung EUTOP tätig. Nach der Wahlpleite bei der Bundestagswahl und wenige Monate vor der Landtagswahl in NRW dürfte seine Mission klar sein: Boden gegenüber der SPD gutmachen und der CDU wieder zur alten Stärke verhelfen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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