Abrechnung mit Macron

Nach erneuten Ausschreitungen in Paris: Macron nennt Proteste "beschämend"

Die Pariser Polizei setzt Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Foto: Kamil Zihnioglu/AP/dpa
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Die Pariser Polizei setzt Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Foto: Kamil Zihnioglu/AP/dpa
Nach einer jüngsten Umfrage unterstützen drei Viertel der Franzosen die "Gelbwesten". Foto: Kamil Zihnioglu/AP
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Nach einer jüngsten Umfrage unterstützen drei Viertel der Franzosen die "Gelbwesten". Foto: Kamil Zihnioglu/AP
Tausende Polizisten wurden eingesetzt, um gegen die Proteste und Blockaden vorzugehen. Foto: Kamil Zihnioglu/AP
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Tausende Polizisten wurden eingesetzt, um gegen die Proteste und Blockaden vorzugehen. Foto: Kamil Zihnioglu/AP
Bei den Protesten in Paris gab es mehrere Verletzte, darunter auch mindestens zwei Polizisten. Foto: Kamil Zihnioglu/AP
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Bei den Protesten in Paris gab es mehrere Verletzte, darunter auch mindestens zwei Polizisten. Foto: Kamil Zihnioglu/AP
Demonstranten versuchten, Sicherheitsbarrieren zu durchbrechen, um zum Élyséepalast vorzudringen. Foto: Kamil Zihnioglu/AP
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Demonstranten versuchten, Sicherheitsbarrieren zu durchbrechen, um zum Élyséepalast vorzudringen. Foto: Kamil Zihnioglu/AP
Demonstranten in gelben Warnwesten treffen auf den Champs-Élysées auf eine Polizeisperre. Foto: Kamil Zihnioglu/AP
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Demonstranten in gelben Warnwesten treffen auf den Champs-Élysées auf eine Polizeisperre. Foto: Kamil Zihnioglu/AP

Die französische Regierung hatte es befürchtet: Der Protest der "Gelbwesten" in Paris ist in Randale ausgeartet. Dabei boten die Champs-Élysées das Bild einer Straßenschlacht.

Paris - Brennende Barrikaden und Pflastersteine: Bei Protesten der französischen "Gelbwesten"-Bewegung gegen hohe Benzinpreise und Lebenshaltungskosten ist es zu schweren Ausschreitungen auf den Pariser Champs-Élysées gekommen.

Vermummte zerstörten Stadtmöbel, warfen teilweise Pflastersteine auf die Sicherheitskräfte und errichteten auf der Prachtstraße Barrikaden. Über der Straße stand eine schwarze Rauchwolke. Die Polizei reagierte auf die stundenlange Randale mit Tränengas und Wasserwerfern. Es gab mehrere Verletzte, darunter auch mindestens zwei Polizisten.

Laut Innenminister Christophe Castaner versammelten sich in Paris rund 8000 Menschen zu den Protesten - darunter auch Mitglieder rechts- und linksextremer Gruppen. Auf den Champs-Elysées demonstrierten diesen Angaben zufolge bis zu 5000 Menschen.

Demonstranten missachten Absperrungen

In gelbe Warnwesten gekleidete Demonstranten versuchten auch, Sicherheitsbarrieren zu durchbrechen, um zum Élyséepalast - dem Amtssitz des Präsidenten Emmanuel Macron - vorzudringen. Die Polizei hatte im Zentrum der Hauptstadt zahlreiche Sperrzonen eingerichtet, in denen keine Proteste erlaubt waren, darunter der Platz de la Concorde, der Bereich um den Élyséepalast und die Champs-Élysées.

Über diese Verbote setzten sich die Demonstranten aber teils hinweg. Castaner hatte vergeblich versucht, sie auf die Grünanlage neben dem Eiffelturm, Champ de Mars, zu lenken. Der Vorschlag wurde von den "Gelbwesten" abgelehnt.

In weiten Teilen des Landes verliefen die Proteste friedlich

In anderen Vierteln der Hauptstadt und in anderen Städten des Landes verliefen die Proteste weitgehend ohne Zwischenfälle. Dem Innenministerium zufolge demonstrierten landesweit rund 81.000 Menschen. Dabei seien mehr als 30 Menschen festgenommen und mehr als 20 Menschen in Polizeigewahrsam genommen worden, hieß es.

Macron nennt gewaltsame Proteste gegen seine Steuerpolitik beschämend

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die gewaltsamen Ausschreitungen bei den Protesten gegen seine Steuerpolitik am Samstag scharf verurteilt. Macron sprach von "Scham" angesichts der Gewalt auf den Straßen. Zugleich dankte er der Polizei für ihren "Mut und ihre Professionalität". Es gebe in Frankreich "keinen Platz für solche Gewalt".

Bei erneuten Massenprotesten gegen die Steuerpolitik Macrons hatte es zuvor wieder gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei gegeben. Auf den Pariser Champs Elysées setzte die Polizei Tränengas gegen Steinewerfer ein.

Mit landesweit 81.000 Demonstranten fiel die Beteiligung an den Protesten deutlich geringer aus als vor einer Woche, als die Bewegung "Gelbe Warnwesten" knapp 300.000 Menschen mobilisiert hatte. Vorige Wochen waren dabei zwei Menschen ums Leben gekommen, mehr als 750 Menschen, darunter 136 Polizisten, wurden verletzt.

Seit einer Woche protestieren die "Gelbwesten" gegen Macrons Reformpolitik. Zwei Menschen kamen dabei bereits ums Leben, Hunderte wurden verletzt. An den Protesten am vergangenen Samstag hatten etwa 244.000 Menschen teilgenommen, 106 waren verletzt worden.

Die Bewegung, benannt nach den Warnwesten im Auto, ist breit und diffus. Hinter ihr steht keine Gewerkschaft und keine Partei. Ursprünglich richtete sich die Bewegung gegen zu hohe Spritpreise. Mittlerweile ist sie zu einer Protestbewegung geworden, die sich gegen Macron persönlich richtet.

In der Bevölkerung bekommt die Bewegung große Zustimmung. Nach einer jüngsten Umfrage unterstützen drei Viertel der Franzosen die "Gelbwesten". Viele Demonstranten befürchten allerdings, dass die Pariser Bilder brennender Straßenbarrikaden und vermummter Protestler mit gelben Westen der Bewegung schaden könnten.

Am Freitagabend hatte die Polizei in der westfranzösischen Stadt Angers einen Demonstranten mit gelber Weste festgenommen. Die Behörden berichteten, der 45-Jährige habe Sprengstoff mit einer Zündvorrichtung um den Hals getragen. Er habe ein Treffen der "Gelbwesten" mit Macron im Élyséepalast erzwingen wollen. Erst nach mehrstündigen Verhandlungen habe er sich ergeben.

dpa

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