Tränengas auf Champs-Élysées

Erneut schwere Krawalle bei "Gelbwesten"-Protest in Paris

Feuerwehrleute löschen bei einem Protest der "Gelbwesten" in der Nähe der Champs-Elysees ein brennendes Auto. Foto: Kamil Zihnioglu/AP
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Feuerwehrleute löschen bei einem Protest der "Gelbwesten" in der Nähe der Champs-Elysees ein brennendes Auto. Foto: Kamil Zihnioglu/AP
"Gelbwesten" liefern sich am Arc de Triomphe Auseinandersetzungen mit Polizisten. Foto: Thibault Camus/AP
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"Gelbwesten" liefern sich am Arc de Triomphe Auseinandersetzungen mit Polizisten. Foto: Thibault Camus/AP
Maskierte "Gelbwesten" inmitten einer Tränengaswolke in der Nähe der Champs-Élysées. Foto: Kamil Zihnioglu/AP
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Maskierte "Gelbwesten" inmitten einer Tränengaswolke in der Nähe der Champs-Élysées. Foto: Kamil Zihnioglu/AP
"Gelbwesten" bauen eine Barrikade in der Nähe der Champs-Elysees. Dabei kam es zu Rangeleien mit den Sicherheitskräften. Foto: Kamil Zihnioglu/AP
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"Gelbwesten" bauen eine Barrikade in der Nähe der Champs-Elysees. Dabei kam es zu Rangeleien mit den Sicherheitskräften. Foto: Kamil Zihnioglu/AP
Polizisten im Einsatz an der Champs-Élysées. Foto: Kamil Zihnioglu/AP
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Polizisten im Einsatz an der Champs-Élysées. Foto: Kamil Zihnioglu/AP
"Gelbwesten" blockieren eine Autobahn bei Biarritz. Foto: Bob Edme/AP
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"Gelbwesten" blockieren eine Autobahn bei Biarritz. Foto: Bob Edme/AP

Wieder brennen die Barrikaden, die Bilder gleichen denen von vor einer Woche: In gelbe Westen gekleidete Menschen liefern sich in Paris auch heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Paris - In der französischen Hauptstadt ist es erneut zu heftigen Krawallen bei Demonstrationen der "Gelben Westen" gekommen.

An der Pariser Prachtstraße Champs-Élysées kam es zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei. Mehr als hundert Menschen wurden nach Angaben von Premierminister Édouard Philippe festgenommen. Die Demonstranten versuchten immer wieder, Absperrungen zu durchbrechen, die Polizei ging mit Wasserwerfen und Tränengas gegen sie vor.

Die Proteste nehmen kein Ende

Es ist das dritte Wochenende in Folge, an dem Tausende Menschen der Protestbewegung "Gelbe Westen" in Frankreich demonstrierten. Bis Samstagmittag gingen rund 36.000 Menschen im ganzen Land auf die Straße, in der französischen Hauptstadt waren es nach Angaben von Philippe etwa 5500. Bereits am vergangenen Wochenende war es zu schweren Ausschreitungen auf den Champs-Élysées gekommen.

Die "Gelbwesten" gehen aus Protest gegen steigende Spritkosten und die Reformpolitik der Regierung auf die Straße. Der Ärger richtet sich auch direkt gegen Präsident Emmanuel Macron, dessen Politik sie als abgehoben empfinden. Seit Mitte November errichten die "Gelben Westen" Straßenblockaden im ganzen Land.

Die Champs-Élysées waren am Samstag zwar für Fußgänger geöffnet, an den Zugängen zu dem Boulevard wurden aber Identitäts- und Sicherheitskontrollen eingerichtet. So sollte eine Eskalation wie in der vergangenen Woche verhindert werden. Damals wurden Stadtmöbel in Brand gesetzt, Pflastersteine ausgegraben und viele Ladengeschäfte beschädigt.

Besonders heftig waren die Ausschreitungen an diesem Samstag am Triumphbogen an der Spitze der Champs-Élysées. Hier hatten die Sicherheitskräfte Absperrungen aufgebaut. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, in gelbe Warnwesten gekleidete Demonstranten versuchten immer wieder, Absperrungen zu durchbrechen. Auch dieses Mal brannten Stadtmöbel.

Premier Philippe sprach davon, dass einige der Demonstranten mit großer Gewalt gegen die Polizei vorgehen würden. "Es ist nicht zu entschuldigen, wenn die Ordnungskräfte angegriffen und provoziert werden", so Philippe weiter. Innenminister Christophe Castaner nannte die Vorfälle "nicht tolerierbar" und eine "Beleidigung für die Republik".

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie einige Demonstranten sich am Grabmal des unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen versammelten und die französische Nationalhymne sangen. Auf der Prachtstraße selbst demonstrierten nach offiziellen Angaben rund 200 "Gelbwesten" friedlich. "Macron hör auf, uns für Idioten zu halten", stand auf einem Transparent. In anderen Vierteln der Hauptstadt und in anderen Städten verliefen die Proteste weitgehend ohne Zwischenfälle.

Die Bewegung, benannt nach den Warnwesten im Auto, ist breit und diffus. Hinter ihr steht keine Gewerkschaft und keine Partei. Präsident Macron hatte in der vergangenen Woche einen Kurswechsel in der Energiepolitik angekündigt. Die Kraftstoffsteuern sollten künftig an die Entwicklung des Weltmarktpreises für Öl gekoppelt werden, damit die Kosten für die Bürger nicht zu hoch steigen. Umfragen zufolge werten die Franzosen die Maßnahmen als unzureichend - die Unterstützung in der Bevölkerung für die "Gelbwesten" ist sogar noch gewachsen.

dpa

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