Omikron macht es notwendig

Neue Corona-Regeln 2022: Lauterbach spricht über kürzere Quarantäne

Ein Mann trägt eine Schutzmaske gegen das Coronavirus und schaut traurig zur Seite. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gestikuliert und wirkt erregt.
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Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) spricht im Vorfeld des Bund-Länder-Treffens am Freitag, 7. Januar 2022, über mögliche, neue Corona-Regeln. Auch eine Verkürzung der Quarantänefrist steht zur Debatte. (kreiszeitung.de-Montage)

Hinsichtlich Corona-Regeln bleibt der Wechsel die Konstante. Zumindest, wenn es nach Gesundheitsminister Karl Lauterbach geht. Der SPD-Mann über mögliche Änderungen.

Berlin – Am Freitag, 7. Januar 2022, findet das nächste Bund-Länder-Treffen statt. Erneut soll sich über die weitere Corona-Strategie abgestimmt werden. Dringend notwendig, schließlich ist die Omikron-Variante auf dem Vormarsch. Wie genau könnte sich der Pandemie-Kurs der Politik im neuen Jahr gestalten? Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gibt Auskunft.

Deutscher Bundesminister für Gesundheit:Karl Lauterbach
Geboren:21. Februar 1963 (Alter 58 Jahre), Düren
Ehepartnerin:Angela Spelsberg (verh. 1996–2010)
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Amt:Mitglied des Deutschen Bundestages seit 2005
Ausbildung:Harvard T.H. Chan School of Public Health (1992–1995) u.v.m.

Karl Lauterbach (SPD) kündigt neue Corona-Regeln an – Gesundheitsminister rechnet mit schneller Entscheidung hinsichtlich verkürzter Quarantänefristen

Lauterbach rechnet grundsätzlich mit einer schnellen Entscheidung über eine Verkürzung der Quarantänefristen bei Corona-Infektionen. In einem Interview mit RTL/n-tv vom Sonntag, 2. Januar, kündigte der Gesundheitsminister bereits an, dass es „auf jeden Fall neue Beschlüsse geben“ wird – um der Omikron-Ausbreitung Herr zu werden.

Konkret würde es um eine Änderung der Quarantäneverordnung, aber auch um die Frage, welche Kontaktbeschränkungen angemessen seien, gehen. In Niedersachsen hatte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) eine Weihnachtsruhe verhängt und dazu appelliert, soziale Kontakte auf das Nötigste zu reduzieren. Diese Weihnachtsruhe greift auch noch im neuen Jahr und erlaubt Geimpften- und Genesenen-Treffen mit maximal zehn Personen.

Omikron macht es notwendig: Bund-Länder-Treffen am 7. Januar 2022 – wie sieht die neue Corona-Politik aus?

Derweil bleibt auch die mit einer Corona-Infektion verbundene Quarantäne ein brisantes Thema. Es blieb offen, ob Lauterbach nur eine Verkürzung der Quarantänefristen für Kontaktpersonen oder sogar kürzere Isolationszeiten für Infizierte in Betracht zieht. Es müsse beispielsweise noch geklärt werden, ob die Fristen für Menschen mit Boosterimpfungen geändert werden können.

Das Bund-Länder-Treffen zu Beginn des neuen Jahres findet in Form einer Schaltkonferenz statt. Im Vorfeld gibt Lauterbach den gewohnten Mahner und richtet sein Augenmerk vor allem auf die Omikron-Variante. „Die Fallzahlen werden sehr stark steigen*, und das wird dann auch viele Ungeimpfte treffen, und die sind nicht geschützt. Daher mache ich mir da große Sorgen“.

Quarantäne-Anordnungen wegen Omikron könnten Gesundheitssystem und Infrastrukturen belasten

Schon vor Weihnachten hatte der neu ins Leben gerufene Corona-Expertenrat der Bundesregierung um Kanzler Olaf Scholz (SPD) vor einer extremen Belastung des Gesundheitssystems gewarnt. Sollten viele Menschen zeitgleich krank werden oder sich in Quarantäne begeben müssen, würde dies auch Kliniken, Feuerwehren oder die Stromversorgung betreffen.

Deswegen hätten anderen Länder mit hohem Omikron-Anteil, darunter die USA und Großbritannien, ihre Corona-Regeln bereits gelockert. Denn mit der Ausbreitung der Omikron-Variante wächst auch die Gefahr, dass die Zahl von Quarantäne-Anordnungen bei Kontaktpersonen von Infizierten enorm ansteigt.

Im Gegensatz zu anderen Corona-Varianten ist aus Sicht des Robert Koch-Instituts (RKI) eine Quarantäne bei Vorliegen von Omikron immer empfohlen. Das gelte „auch für vollständig geimpfte und genesene Kontaktpersonen“.

„Quarantäne für bestimmte Kontaktpersonen verkürzen“: Experte fordert Anpassung von Corona-Regeln – wegen Omikron

In dieser Hinsicht können Großbritannien und die USA als Vorreiter bezeichnet werden. Hier ist die Dauer der Quarantäne für Infizierte ohne Symptome bereits verkürzt worden. Damit soll akutem Personalmangel in Bereichen, die für die Grundversorgung und Sicherheit nötig sind, vorgebeugt werden.

Omikron ist anders als frühere Varianten - darum müssen auch die Quarantäne-Regeln angepasst werden.

Tino Sorge (CDU), gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, im Gespräch mit der „Welt“

„Wir erwarten eine neue Dynamik mit sehr vielen, aber eben auch vielen milden Corona-Infektionen“, fügt Sorge an. Deswegen müsse verhindert werden, dass enorme Personalausfälle die Wirtschaft und die kritischen Infrastrukturen lahmlegen. „Darum wäre es sinnvoll, die Quarantäne für bestimmte Kontaktpersonen zu verkürzen. Engmaschige Tests könnten das flankieren“.

Verkürzte Corona-Quarantäne: Bundesregierung hat Verordnungsentwurf noch nicht fertig

Fakt ist: Einen Verordnungsentwurf für eine verkürzte Corona-Quarantäne hat die Bundesregierung noch nicht fertig. Steve Alter, Sprecher des Bundesinnenministeriums, ging am Montag, 3. Januar, auf die Frage nach einer geänderten Musterquarantäneverordnung für die Länder ein.

„Wir diskutieren diesen Vorschlag aus dem Bundesgesundheitsministerium innerhalb der Bundesregierung, und wir stehen in engem Kontakt zu einer etwaigen Umsetzung“, wird Alter von der dpa zitiert. Die Frage der Quarantäneregeln ist dabei unter anderem für den Bereich der kritischen Infrastruktur relevant. Hier sollen massive Ausfälle vermieden werden.

Schleswig-Holstein verschärft Corona-Regeln – Grünen-Politiker fordert tägliche PCR-Pool-Tests an Schulen

Indes geht Karl Lauterbach davon aus, dass die Omikron-Variante schon bald in ganz Deutschland vorherrschend sein wird. In Schleswig-Holstein ist dies bereits die Realität. Deshalb verschärft die Landesregierung um Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ab Dienstag, 4. Januar, die Corona-Regeln.

Von Corona-Sorgen geplagt sind aber bundesweit auch die Schulen, die teilweise am 3. Januar wieder ihren Betrieb aufnehmen. Der Grünen-Sicherheitsexperte Janosch Dahmen plädiert für PCR-Tests in den Schulen – die täglich durchgeführt werden sollen. Gegenüber der „Rheinischen Post“ sprach sich Dahmen für PCR-Pool-Tests aus, da sie am zuverlässigsten Infektionsherde sichtbar machen würden. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

* Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am Montag, 3. Januar 2022, um 12:30 Uhr aktualisiert.

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