Wirtschaftsprognosen fürs neue Jahr

Neu ab 2022: Mehr Geld für einige Arbeitnehmer – höhere Preise für alle

Was bringt 2022 mit sich? Neben dem Kampf gegen das Coronavirus auch einiges im finanziellen Bereich. Löhne steigen, Konsumgüter werden teurer.

Berlin – Seit rund zwei Jahren ist Corona das alles bestimmende Thema. Arbeit,vor allem aber auch die Freizeit müssen nach Pandemie-Regeln, Einschränkungen und Maßnahmen ausgerichtet werden. Anstrengungen, die nicht nur auf Physis und Psyche schlagen, sondern auch den finanziellen Bereich betreffen. Doch wird 2022 alles besser? Tatsächlich können sich einige Personengruppen schon jetzt über mehr Geld freuen.

Unternehmen:GfK
Gründung:1934, Deutschland
CEO:Peter Feld (15. März 2017–)
Hauptsitz:Nürnberg
Mitarbeiterzahl:8.232 (2020)
Rechtsform:Societas Europaea
Tochtergesellschaften:GFK Fernsehforschung, Adimark S. A. u.v.m.

Mehr Geld 2022: Kaufkraft der Verbraucher soll steigen – trotz Kurzarbeit und steigenden Energiepreisen

Doch wie ist das möglich? Schließlich sind es Kurzarbeit, steigende Energiepreise und die Verteuerung zahlreicher Konsumgüter, die etliche Haushalte beschäftigen. Das Marktforschungsunternehmen GfK prognostiziert für 2022, dass die Kaufkraft erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie ansteigen werde.

Bestimmte Berufs- und Personengruppen können sich 2022 auf mehr Geld im Monat freuen. Hierzu zählen nicht zuletzt die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland. (Symbolbild)

Konkret gehen die Marktforscher davon aus, dass die Kaufkraft der Verbraucher im neuen Jahr nominal um 4,3 Prozent steigen wird. Und selbst, wenn die laut Wirtschaftsforschungsinstituten bei 2,5 Prozent liegende Inflationsrate abgezogen wird, bliebe noch einiges an zusätzlicher Kaufkraft übrig.

Mindestlohn steigt durch Änderung 2022 mindestens zweimal an – finanzielles Aufatmen für Geringverdiener und Minijobber

Den aufkommenden Optimismus weiß Torsten Schmidt jedoch im Keim zu ersticken. Der Konjunkturexperte vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung geht davon aus, dass die Reallöhne 2022 eher stagnieren werden. Immerhin: nach dem spürbaren Minus in 2021 sei dies schon eine Verbesserung.

De facto können sich einige Gruppen auf überdurchschnittliche Zuwächse freuen. So werden Geringverdiener davon profitieren, dass der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Januar 2022 von 9,60 auf 9,82 Euro pro Stunde angehoben wird. Doch damit nicht genug: Zum 1. Juli 2022 soll der Mindestlohn erneut erhöht werden* und dann 10,45 Euro stündlich betragen. Zusammen bedeutet dies ein Plus von fast neun Prozent.

Neu ab 2022: Azubis bekommen 35 Euro mehr Gehalt pro Monat – Tendenz steigend

Das Ende der finanziellen Fahnenstange muss damit aber noch nicht erreicht sein. Schließlich haben die Ampel-Parteien in ihrem Koalitionsvertrag eine Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro pro Stunde festgelegt. Doch ist noch unklar, wann dies letztendlich umgesetzt werden soll.

Das neue Jahr hält aber auch für Auszubildende Erfreuliches bereit. Denn die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung im ersten Ausbildungsjahr steigt von 550 Euro monatlich 2021 auf 585 Euro im Ausbildungsjahrgang 2022. Zudem erhöhen sich die Vergütungen für Azubis auch in den folgenden Ausbildungsjahren.

Rentner 2022: Ruheständler in Deutschland erhalten mehr Geld – doch wie viel?

Wer mit seinem Arbeitsleben bereits abgeschlossen hat, kann ebenfalls jubeln. Denn ab Juli 2022 können die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland mit mehr Geld rechnen. Um wie viel die monatliche Rente erhöht wird? Das kann noch nicht mit Gewissheit gesagt werden. Erst Ende November hatte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verlauten lassen, „dass die Renten in Deutschland ab Juli 2022 um 4,4 Prozent steigen“.

Klingt erstmal nach viel, wäre letztendlich aber weniger, als noch im Sommer 2021 prognostiziert wurde. Zu diesem Zeitpunkt war von Rentenerhöhungen um 5,2 Prozent im Westen und sogar um 5,9 Prozent im Osten die Rede. Zum Hintergrund: Die Ampelparteien, bestehend aus SDP, FDP und den Grünen, haben in ihrem Koalitionsvertrag die Wiedereinführung des sogenannten Nachholfaktors vereinbart.

Mit diesem soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass die Renten schon 2021 wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die allgemeine Lohnentwicklung hätten gekürzt werden müssen. Dies ist jedoch gesetzlich ausgeschlossen.

Bürgergeld ersetzt Hartz IV: Sozialbedürftige werden 2022 die Regelsätze erhöht – während Tank- und Heizkosten ansteigen

Zudem erhalten ab Januar 2022 alle, die auf Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II sowie Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderungen angewiesen sind, zumindest ein bisschen mehr Geld. Denn der Regelsatz bei Hartz IV für alleinstehende Erwachsene steigt um drei Euro auf 449 Euro pro Monat. Die Regelsätze für Kinder sowie Jugendliche sollen im neuen Bürgergeld ebenso steigen.

Heizölpreis und Benzinpreis: CO2-Steuer für fossile Brennstoffe steigt 2022 von 25 auf 30 Euro pro Tonne

Soweit zu den grundsätzlich guten Nachrichten. Doch müssen sich Verbraucher 2022 auch darauf einstellen, dass einiges absehbar teurer wird. Hierzu zählen beispielsweise der Stopp an der Tankstelle und das Nachfüllen des Heizöltanks. Wie ist das zu erklären, dass der Benzinpreis und Heizölpreis steigen? Die erst im Januar 2021 eingeführte CO2-Steuer für fossile Brennstoffe steigt Anfang 2022 von 25 auf 30 Euro pro Tonne.

Dadurch verteuern sich nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Benzin um 1,5 Cent pro Liter, Heizöl und Diesel um 1,6 Cent pro Liter und Erdgas um 0,1 Cent pro Kilowattstunde. Nicht absehbar ist hingegen die Entwicklung der Rohölpreise. Diese bestimmen maßgeblich die Tank- und Heizkosten für Verbraucher.

Strompreise sinken 2022 – Raucher müssen im neuen Jahr deutlich tiefer in beim Preis für Zigaretten zahlen

Wieder anders verhält es sich mit dem Strom. Denn hier sinkt die EEG-Umlage zum 1. Januar 2022 von 6,5 Cent auf 3,72 Cent pro Kilowattstunde. Damit wird der niedrigste Stand seit zehn Jahren erreicht. Dieser positive Effekt auf die Finanzen der Verbraucher dürfte jedoch weitgehend von den enormen Preissteigerungen an der Strombörse aufgefressen werden. Die Verbraucherzentrale NRW rechnet letztendlich für 2022 mit zumindest „stabilen Strompreisen“.

Und auch, wer gerne Dampf ablässt, muss sich im neuen Jahr umsehen. Denn für Raucher wird der Griff zur Zigarette teurer*. Dies resultiert aus der Tabaksteuer, die für eine Packung mit 20 Zigaretten 2022 durchschnittlich um zehn Cent steigt. Die höheren Steuern dürften von den Herstellern an die Endkungen weitergegeben werden.

Schon ab dem 1. Juli 2022 unterliegen erstmals auch die Substanzen für E-Zigaretten der Tabakbesteuerung. Über den Daumen gepeilt kostet ein 10-Milliliter-Liquid derzeit rund fünf Euro. Hierfür sollen 2022 1,60 mehr Steuern anfallen. Ein Wert, der bis 2026 gar auf 3,20 Euro steigen soll. Und auch Tabak für Shishas wird künftig deutlich höher besteuert.

Inflationsrate soll 2022 spürbar sinken – Verbraucher bekommen Perspektiven aufgezeigt

Erwähnenswert, auch wenn sie nicht allzu sehr ins finanzielle Gewicht fallen sollten, sind die Preiserhöhungen bei der Deutschen Post. Ab 1. Januar 2022 kostet eine Postkarte 70 statt 60 Cent. Die Kosten für einen Standardbrief belaufen sich ab dem neuen Jahr auf 85 statt 80 Cent. Zudem werden die Kosten für einige andere Formate teurer.

Ein kleines, aber feines Trostpflaster am Ende: Die Inflationsrate soll 2022 wieder spürbar sinken. In seinem jüngsten Konjunkturbericht geht das RWI „nur“ noch von einer Preissteigerung von 2,6 Prozent aus. Zum Vergleich: In diesem Jahr beläuft sich die Inflationsrate noch auf 3,2 Prozent. Ein Lichtblick, der zeigt: Zappenduster wird es für Verbraucher auch 2022 nicht, auch wenn nicht nur diverse Änderungen 2022 auf Verbraucher zukommen, sondern auch für Autofahrer und Supermarkt-Kunden stehen nach dem Jahreswechsel einige Neuerungen ins Haus. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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