Er gehörte Hermann Göring

Nazi-Teppich im Kanzleramt - Merkel tobt

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Kanzlerin Angela Merkel ist vor allem deshalb sauer, weil sie durch den "Spiegel"-Bericht bloßgestellt wurde

Berlin - Jahrelang hing der Wandteppich quasi unbemerkt im Kanzleramt. Nun kam heraus: Das Prachtstück gehörte einst Hermann Göring. Kanzlerin Merkel ist über diese peinliche Enthüllung "not amused".

Mehrere hundert Kunstgegenstände aus der Nazi-Zeit werden auch heute noch bundesweit in Museen ausgestellt. Einige davon gingen nach dem Krieg aber auch an Bundesdienststellen. So kam es auch, dass ein Wandteppich, der einst einer der einflussreichsten Nazi-Größe, nämlich "Reichsmarschall"  Hermann Göring (unter anderem Oberbefehlshaber der Luftwaffe) gehörte, jahrzehntelang im Kanzleramt hing - ohne dass ihm jemand besondere Beachtung geschenkt hätte. Über seine Herkunft hatte sich offenbar niemand Gedanken gemacht, denn erst ein Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" brachte dies nun ans Licht.

"Reichsmarschall" Hermann Göring war eine der einflussreichsten Nazi-Größen.

In seiner aktuellen Ausgabe mit dem Titel "Hitlers Uhr, Deutschlands Geheimnis" berichtet das Magazin über die zum Teil vergessenen NS-Schätze. Bei der Recherche stießen die Journalisten vor allem in Bayern auf zahlreiche Erbstücke früherer Nazis - darunter auch eine Platinuhr, die Adolf Hitler seiner Geliebten Eva zu ihrem 27. Geburtstag schenkte. In Berlin fiel den Journalisten schließlich der Wandteppich im Kanzleramt auf. Einem Bericht der britischen Zeitung "Daily Mail" zufolge soll Kanzlerin Angela Merkel vor Wut außer sich gewesen sein, als sie von der peinlichen Enthüllung erfuhr. Die Tatsache, dass ausgerechnet ein "Spiegel"-Bericht die Herkunft des Nazi-Persers ans Licht brachte, kommt für Merkel im Wahljahr etwas ungelegen.

Nun soll der Teppich laut dailymail.co.uk bis Ende der Woche entfernt werden. Ein zweiter seiner Art - ebenfalls aus der Sammlung Göring - wurde außerdem im Gästehaus der Bundesregierung auf dem Petersberg bei Bonn entdeckt. Er wird dort vermutlich auch nicht mehr lange hängen.

Einige von Merkels Vorgängern im Kanzleramt hatten übrigens mit einer Hinterlassenschaft Görings weniger Probleme. So wurde der frühere Sonderzug des "Reichsmarschalls" häufig von den CDU-Kanzlern Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger sowie von SPD-Kanzler Willy Brandt genutzt - unter anderem für Wahlkampf-Touren. Heute Steht der Göring-Sonderzug als prominentes Ausstellungsstück im Haus der Geschichte in Bonn

mm

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