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Nach 9-Euro-Ticket: Verbraucherzentralen fordern 29-Euro-Ticket für den Nahverkehr

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Von: Anika Zuschke

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Zwei Regionalbahnen der Deutschen Bahn stehen am Bahnhof Hannover und Eurobanknoten, die in einer Geldbörse stecken.
Forderungen nach einer Weiterentwicklung des 9-Euro-Tickets werden laut: Verbraucherzentralen wollen das 29-Euro-Ticket. (kreiszeitung.de-Montage) © Moritz Frankenberg/Patrick Pleul/dpa

Das 9-Euro-Ticket gilt nur bis Ende August. Danach wird der Nahverkehr wieder gewohnt teuer. Deswegen fordern Verbraucherzentralen im Anschluss das 29-Euro-Ticket.

Berlin – Das 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn aus dem Entlastungspaket 2022 erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit. Die Nachfrage ist enorm – bis Mitte Juni wurden laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen bereits 16 Millionen Tickets verkauft, berichtet tagesschau.de. Doch gilt das günstige Monatsticket nur für Juni, Juli und August. Die Verbraucherzentralen fordern nun eine Weiterentwicklung des 9-Euro-Tickets in Form des 29-Euro-Tickets für den Nahverkehr.

Nachfolger des 9-Euro-Tickets? Verbraucherzentralen wollen 29-Euro-Monatsticket für Bus und Bahn einführen

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) äußerte die Chefin des Bundesverbands (vzbv), Jutta Gurkmann, dass für alle Busse und Bahnen im Nahverkehr ein leicht buchbares Ticket für 29 Euro im Monat – also rund einen Euro am Tag – angeboten werden sollte. „Das würde in der Preiskrise alle entlasten, insbesondere aber Haushalte mit wenig Geld, und zudem der nötigen Verkehrswende mehr Schub geben“, so Gurkmann.

Die Diskussion um einen Ausbau des 9-Euro-Tickets wurde dabei nicht erst von den Verbraucherzentralen angestoßen. Bereits im Mai 2022 forderte die Linkspartei eine Verlängerung des günstigen Monatstickets bis Dezember. Darüber hinaus wollen die Linken den Nahverkehr mit einem 365-Euro-Ticket das ganze Jahr über billig machen.

Kommt ein neues Entlastungspaket 2022? 9-Euro-Ticket soll weiterentwickelt werden

Im Zuge eines „nötigen“ weiteren Entlastungspaketes fordern die Verbraucherzentralen von der Bundesregierung nun also die Weiterentwicklung des beliebten 9-Euro-Tickets, berichtet dpa. Angesichts weiter steigender Energiepreise bei der Gasversorgung sei ein Umdenken nötig. Demzufolge müsse die Koalition auch finanzielle Hilfen wie den Heizkostenzuschuss für Empfänger von Wohngeld an die tatsächliche Preisentwicklung anpassen.

„Es braucht ein dynamisches Modell mit Verbindung zur Preisrealität“, erklärte Gurkmann gegenüber dpa und fuhr fort: „Würden sich zum Beispiel die Zusatzkosten für die Gaspreise noch einmal verdoppeln, müsste die Bundesregierung auch den Heizkostenzuschuss und andere Transferleistungen entsprechend anheben.“

CSU und Linke wollen neue Entlastungen 2022 – Söder fordert 300 Euro Energiepauschale für Rentner

Zu einem neuen Entlastungspaket äußerte sich erst am Montag, 20. Juni 2022, auch die CSU. Söder will neben zahlreichen anderen Entlastungen die Energiepauschale von 300 Euro auch an Rentner auszahlen – bislang gilt die Energiepauschale nämlich nur für einkommensteuerpflichtige Erwerbstätige. Auch die Opposition pocht auf einen neuen Zuschuss in Höhe von 125 Euro – pro Monat.

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Grund für den Ruf nach neuen Entlastungen für die Bürger in Deutschland sind die unaufhaltsam steigenden Preise im Alltag. Viele stünden laut Bundesverband-Chefin Gurkmann jetzt schon finanziell mit dem Rücken zur Wand. Vor allem Menschen mit wenig Einkommen, Rentner und zunehmend auch Menschen mit mittlerem Einkommen.

Gurkmann fordert: Unternehmen und Verbraucher müssen gleich behandelt und entlastet werden

Außerdem dürfe die Bundesregierung Gurkmann zufolge Unternehmen und Verbraucher nicht ungleich behandeln, berichtet dpa. Es könne nicht sein, dass die Politik Unternehmen mit Anreizen zum Energiesparen bewegen wolle, privaten Haushalten aber geringere Heiztemperaturen verordnet werden könnten, so die Chefin des Bundesverbands. Maßnahmen müssten für alle gleich gelten. „Ansonsten hat das gravierende Auswirkungen auf die Akzeptanz der Maßnahmen.“

Damit spielt Gurkmann auf den Vorschlag an, die Heiz-Vorgaben für Vermieter zeitweise abzusenken – um zusätzlich Energie zu sparen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck schloss infolgedessen gesetzliche Maßnahmen zum Gassparen nicht aus. Bundesbauministerin Klara Geywitz hingegen hält „verordnetes Frieren“ für unsinnig und lehnt Habecks Energiespartipps rigoros ab. „Wirtschaftsweise“ Veronika Grimm brachte im Zuge der Spar-Debatte indes noch einen ganz neuen Vorschlag hervor: Die Einführung einer Prämie für Haushalte, die besonders sparsam mit Gas umgehen.

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