Schiffbrüchige Rohingya-Flüchtlinge dürfen an Land

In den vergangenen Tagen hat es alarmierende Berichte über Tausende von Flüchtlingen in teils nicht seetüchtigen Booten in der südostasiatischen See gegeben. Foto: Stringer
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In den vergangenen Tagen hat es alarmierende Berichte über Tausende von Flüchtlingen in teils nicht seetüchtigen Booten in der südostasiatischen See gegeben. Foto: Stringer
Ein Boot mit aus Myanmar geflüchteten Rohingya neben einem Schiff der thailändischen Marine. Foto: Royal Thai Navy
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Ein Boot mit aus Myanmar geflüchteten Rohingya neben einem Schiff der thailändischen Marine. Foto: Royal Thai Navy
Rohingya aus Myanmar und Bangladesch in einer Polizeistation in Malaysia. Foto: EPA
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Rohingya aus Myanmar und Bangladesch in einer Polizeistation in Malaysia. Foto: EPA
Eine Frau der Minderheit der Rohingya nach ihrer Rettung aus einem vor Indonesien treibenden Flüchtlingsboot. Foto: Zikri Maulana
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Eine Frau der Minderheit der Rohingya nach ihrer Rettung aus einem vor Indonesien treibenden Flüchtlingsboot. Foto: Zikri Maulana
Flüchtlinge werden im Hospital eines Dorfes auf Sumatra medizinisch versorgt. Foto: Zikri Maulana
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Flüchtlinge werden im Hospital eines Dorfes auf Sumatra medizinisch versorgt. Foto: Zikri Maulana
Was bringt die Zukunft? Aus dem überwiegend buddhistischen Myanmar geflüchtete Muslime. Foto: EPA
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Was bringt die Zukunft? Aus dem überwiegend buddhistischen Myanmar geflüchtete Muslime. Foto: EPA
Aus Myanmar stammende Rohingya. Viele Tausend ihrer Glaubensbrüder sind auf der Flucht. Foto: Zikri Maulana
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Aus Myanmar stammende Rohingya. Viele Tausend ihrer Glaubensbrüder sind auf der Flucht. Foto: Zikri Maulana
Ein von Bootsflüchtlingen aus Myanmar genutztes Fischerboot vor Indonesien. Foto: str
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Ein von Bootsflüchtlingen aus Myanmar genutztes Fischerboot vor Indonesien. Foto: str

Sie treiben seit Wochen auf dem Meer, nun dürfen die Rohingya-Flüchtlinge hoffen: Indonesien und Malaysia lassen sie an Land gehen. Doch wer nimmt die Verfolgten langfristig auf?

Kuala Lumpur (dpa) - Lichtblick für die verzweifelten Bootsflüchtlinge in Südostasien: Rund 7000 entkräftete Menschen, die teils seit Wochen im Meer driften, dürfen nun doch an Land - wenn es denn ihre Schiffe an die Küsten Malaysias und Indonesiens schaffen.

Beide Staaten gaben ihre Blockadepolitik auf. Das UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, die Internationalen Organisation für Migration (IOM) und die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch HRW begrüßten diese Entscheidung.

Malaysias Außenminister Anifah Aman sagte nach einem Gespräch mit Kollegen aus Indonesien: "Wir werden ihnen vorübergehend Unterschlupf gewähren - vorausgesetzt, die internationale Gemeinschaft sorgt innerhalb eines Jahres dafür, dass sie anderswo angesiedelt werden."

Aktiv nach den Verzweifelten suchen wollen die Küstenwachen der Länder nicht, sagte Anifah. Die Hilfe gilt nur für die, die es aus eigener Kraft an die Küsten schaffen.

"Das ist ein wichtiger erster Schritt bei der Suche nach einer Lösung dieses Problems, und entscheidend für das Retten von Leben", erklärte das UNHCR. Nunmehr müssten die Flüchtlinge "ohne Verzögerung" an Land gebracht und versorgt werden.

Der stellvertretende Asien-Direktor von HRW, Phil Robertson, begrüßte das Umdenken Malaysias und Indonesiens, kritisierte aber die starre Haltung Thailands. "Hoffentlich ist dies nur ein vorübergehender Fehler der thailändischen Führung", sagte er. IOM-Generaldirektor William Lacy Swing lobte die "humanitäre Entscheidung" und drängte zu sofortigen Rettungs- und Hilfsmaßnahmen für die Flüchtlinge, die noch in ihren Booten auf See seien.

Am Mittwochmorgen retteten Fischer in Indonesien mehr als 370 teils ausgemergelte Menschen. Sie kamen in der Meerenge zwischen Indonesien und Malaysia an Land, in Julok an der Straße von Malakka. Unter ihnen waren viele Frauen und teils sehr geschwächte Kinder.

Die meisten Flüchtlinge stammen aus Myanmar. Sie sind Angehörige der dort verfolgten muslimischen Minderheit der Rohingya. Myanmars Außenministerium versprach zwar erstmals "humanitäre Hilfe für unschuldige Opfer von Menschenschmugglern" auf See. Eine Änderung der diskriminierenden Politik stellte es aber nicht in Aussicht.

Die Oppositionspartei NLD von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi betrachtet die Rohingya als illegale Einwanderer aus dem Nachbarland Bangladesch - so wie die Regierung und der überwältigende Teil der überwiegend buddhistischen Bevölkerung auch.

Trotz scharfer Kritik von Menschenrechtlern hat Suu Kyi es bislang vermieden, sich für die Rohingya einzusetzen. "Es ist Sache der Regierung, sich um das Thema zu kümmern. Sie sollten besser die Regierung fragen", sagte sie Reportern in der Hauptstadt Naypyidaw.

In Myanmar wird in diesem Jahr gewählt. Analysten trauen Suu Kyi den Wahlsieg zu. Wer aber für Rohingya eine Lanze bricht, muss mit schweren Stimmeinbußen rechnen.

Fortify Rights-Bericht November 2014

Fortify Rights-Bericht April 2015

UNHCR zu Rohingya 2015

Rohingya-Bericht US-Holocaustmuseum März 2015

UNHCR zu Rohingya 19.5.

Human Rights Watch 14.5.

UNHCR-Erklärung zu Kurswechsel, 20.5.

IOM-Erklärung vom 20.5.

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