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Roubini mit düsterer Prognose: „Dritter Weltkrieg hat praktisch bereits begonnen“

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Von: Anika Zuschke

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Professor und Ökonom Nouriel Roubini.
Dem US-amerikanischen Nationalökonom Nouriel Roubini zufolge habe der dritte Weltkrieg bereits begonnen. (Archivbild) © ZUMA Wire/Imago

Aktuell folgt eine Krise auf die nächste. Besonders der Ukraine-Krieg bereitet Menschen Sorgen vor dem 3. Weltkrieg. Für Ökonom Roubini ist es schon zu spät.

New York – Mit der Corona-Pandemie, dem Ukraine-Krieg, der Inflation und dem Klimawandel nehmen die weltweit akuten Krisen derzeit ein beunruhigendes Ausmaß an. Das sieht offenbar auch der US-amerikanische Nationalökonom und notorische Schwarzmaler Nouriel Roubini so. Er beschreibt in seinem neuen Buch zehn „Mega-Bedrohungen“, die auf die Weltgemeinschaft zukommen und die ein Zeitalter des Chaos einleiten könnten. Auch der dritte Weltkrieg hat für ihn praktisch schon begonnen.

„Dr. Doom“ alias Nouriel Roubini: Für ihn hat der dritte Weltkrieg schon begonnen

Nouriel Roubini wurde in der Türkei geboren, hat anschließend im Iran, Israel und Italien gelebt und ließ sich schließlich in den Vereinigten Staaten nieder. Der bekannte Ökonom lehrte bereits an der renommierten amerikanischen Universität „Yale“ und der „Stern School of Business“ in New York, wo er auch heute noch als Professor tätig ist.

Mit zahlreichen pessimistischen Prognosen für die Zukunft der Menschheit hat sich Roubini den Spitznamen „Dr. Doom“ eingehandelt – wobei sich nicht alle seine Zukunftsaussichten als falsch herausstellten. So lag der Ökonom mit seiner Warnung vor einem Immobiliencrash vor der globalen Finanzkrise 2008 richtig. Zudem prognostizierte er gleich zu Beginn der Coronakrise einen Absturz der Weltwirtschaft.

Nouriel Roubini bringt neues Buch „Megathreats“ heraus – mit zehn „Mega-Bedrohungen“ für die Menschheit

In seinem neuen Buch „Megathreats“ beschreibt Roubini nun zehn neue „Mega-Bedrohungen“, die ihm zufolge die Weltordnung aus der Bahn werfen könnten und drohen, eine Ära des Chaos einzuleiten, berichtet der Focus. Ohne viel Glück, nahezu einmaliges Wirtschaftswachstum und unwahrscheinliche internationale Kooperation sei die große Krise unvermeidbar, warnt der Professor und hält fest: „Wir stecken schon viel zu tief drin.“

Wir stecken schon viel zu tief drin.

Nouriel Roubini, US-amerikanischer Nationalökonom

Im Zuge dessen sagt der Nationalökonom auch die „Mutter aller Finanzkrisen“ voraus, die in diesem oder dem kommenden Jahrzehnt weltweit Vermögen auslöschen werde. Wer glaubt, diese Krise komme und gehe wie viele vor ihr, täusche sich: Sie würde alles bisher Dagewesene übertreffen. Das kommende Jahrzehnt könnte laut ihm im Zeichen einer Schuldenkrise stehen, „wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben“.

„Der dritte Weltkrieg hat praktisch begonnen“ – Nouriel Roubini über Ukraine-Krieg und andere Krisen

Ähnlich dramatisch äußerte sich Nouriel Roubini auch in einem Gespräch mit dem Spiegel, in dem er seine Sorgen zur aktuellen Weltlage aufzählte. Nationale Sicherheitsberater zeigten sich ihm zufolge bei einer Tagung des Internationalen Währungsfonds besorgt darüber, dass die Nato in den Krieg zwischen Russland und der Ukraine verwickelt werden könnte und dass Iran und Israel auf Kollisionskurs gerieten.

„Und heute Morgen erst habe ich gelesen, dass die Regierung von Joe Biden in den USA eher früher als später einen Angriff von China auf Taiwan erwartet“, fuhr der Ökonom erklärend fort. „Ehrlich gesagt: Der dritte Weltkrieg hat praktisch bereits begonnen, mit Sicherheit in der Ukraine und im Cyberspace.“

Ukraine-Krieg, Corona, Klimawandel: Politik muss laut Roubini weltweite Krisen angehen

Als Priorität auf der politischen Agenda sieht Roubini dabei den Ukraine-Krieg: „Natürlich muss sie [die Politik] sich um Russland und die Ukraine kümmern, bevor sie sich um Iran und Israel oder China kümmert. Aber die Entscheider sollten sich auch Gedanken über Inflation und Rezession, also Stagflation machen“, findet der Professor. Zudem scheine die Corona-Pandemie ihm zufolge eingedämmt, doch „neue Coronavarianten könnten bald auftauchen“.

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Außerdem sei der Klimawandel eine Katastrophe im Zeitlupentempo, die sich beschleunige. „Für jede der zehn Bedrohungen, die ich in meinem Buch beschreibe, kann ich Ihnen zehn Beispiele nennen, die jetzt aktuell sind – nicht in ferner Zukunft“, statuiert Roubini.

Nicht nur Nouriel Roubini – auch Donald Trump warnt vor drittem Weltkrieg

Tatsächlich ist der Professor damit nicht der einzige Amerikaner, der den Dritten Weltkrieg auf die Agenda bringt. Auch der ehemalige US-Präsident Donald Trump schimpfte bei einer Kampagnenrally Anfang Oktober über den Ukraine-Kurs der US-Regierung und warnte im Zuge dessen vor einem drohenden dritten Weltkrieg.

Für jede der zehn Bedrohungen, die ich in meinem Buch beschreibe, kann ich Ihnen zehn Beispiele nennen, die jetzt aktuell sind – nicht in ferner Zukunft.

Nouriel Roubini, US-amerikanischer Nationalökonom

„Wir müssen sofort Verhandlungen zu einem friedlichen Ende des Krieges in der Ukraine fordern“, äußerte der Republikaner in seiner Rede und fuhr fort: „Sonst werden wir im dritten Weltkrieg landen. Und das wird ein Krieg sein, wie es ihn noch nie gegeben hat“, prognostizierte Trump.

Angst vor drittem Weltkrieg auch in Deutschland angekommen: Jeder Zweite befürchtet Eskalation

Zugegeben: Auf diese beiden Quellen sollte man sich nicht verlassen, doch ist die Angst vor einem dritten Weltkrieg in Deutschland offenbar schon angekommen: Eine Umfrage für RTL/ntv im Juni hat ergeben, dass die Hälfte der Bundesbürger es für möglich hält, dass der Krieg in der Ukraine sich zu einem Konflikt zwischen Russland und der NATO ausweiten und in einen Dritten Weltkrieg münden könnte.

Dazu muss aber auch gesagt sein, dass die Deutschen im Sommer nicht viel Hoffnung auf einen militärischen Erfolg der angegriffenen Ukraine hatten. Das könnte sich mit Blick auf die erfolgreichen Gegenoffensiven der ukrainischen Streitkräfte in den vergangenen Wochen inzwischen geändert haben.

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