Bundeswehr-Eklat

Ministerin wütend: Skandal-Einheit aus Munster bedroht Ruf des Landes

Rechtsextremismus und Missbrauch: Der Skandal um den Panzergrenadierzug aus Munster wird ein Nachspiel haben. Das kündigte die Verteidigungsministerin an.

Berlin/Munster – Null Toleranz bei Rechtsextremismus und Gewalt: Nach den peinlichen Vorfällen am Rande eines internationalen Einsatzes in Litauen hat die Bundeswehr jetzt ein hartes Durchgreifen angekündigt. Mit scharfen Worten verurteilte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) die Fehltritte der Panzergrenadiere aus dem niedersächsischen Munster*. Mit den Verfehlungen sei der „gute Ruf unseres Landes“ aufs Spiel gesetzt worden, sagte die Oberbefehlshaberin bei einer Rede an der Führungsakademie in Hamburg. Zugleich kündigte sie erneut scharfe disziplinarische Maßnahmen an.

Einrichtung:Bundeswehr
Oberbefehlshaber:Bundesminister der Verteidigung, Bundeskanzler (im Verteidigungsfall)
Verteidigungsministerin:Annegret Kramp-Karrenbauer (seit Juli 2019, CDU)
Aktive Soldaten und Soldatinnen:183.885 (April 2021) davon Frauen: 23.279

Den betroffenen Panzergrenadieren droht nun sogar der Ausschluss aus der Bundeswehr. Den Angaben zufolge prüft der Militärische Abschirmdienst (MAD) die Vorgänge und die Möglichkeiten einer fristlosen Entlassung. Bereits zuvor war der gesamte Zug aus der Nato-Operation „Enhanced Forward Presence“ abgezogen und von Litauen zurück in die niedersächsische Kaserne verlegt worden.

Skandal in Litauen: Nach Rechtsextremismus-Eklat zieht Bundeswehr die Truppe aus Munster ab

Hintergrund sind Vorfälle, die sich in einem Hotel am Rande des Einsatzes abgespielt haben sollen. Dort waren die Panzergrenadiere aus Munster zwischenzeitlich zur Erholung einquartiert. Wie der „Spiegel“ berichtete, sollen dabei wilde Partys und Saufgelage gefeiert worden seien, bei denen mindestens zehn Mitglieder aus dem Zug rechtsradikale Lieder als „Geburtstagsständchen“ für Adolf Hitler gesungen haben. Außerdem soll es zu sexuellen Übergriffen und zum Diebstahl von Waffenmunition gekommen sein.

Kündigt nach Rechtsextremismus-Skandal hartes Durchgreifen an: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

Bislang äußerte sich die Bundeswehrführung nicht zu Details der Vorfälle. Die Verteidigungsministerin bestätigte bei ihrem Auftritt an der Hamburger Führungsakademie aber, dass man von sexueller Nötigung, Antisemitismus, systematischem Mobbing und von Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Munition „höre“. Mit derartigen Verfehlungen diskreditierten die Übeltäter die Arbeit der vielen anderen Kameradinnen und Kameraden im Einsatz, beklagte Annegret Kramp-Karrenbauer.

Panzergrenadiere wird sexuelle Nötigung vorgeworfen – nun droht fristlose Entlassung

Der Skandal reiht sich ein in eine Liste von mehreren rechtsextremen Umtrieben in der Bundeswehr. Dabei hatten zuletzt vor allem auch Vorfälle in einem Zug der Elitetruppe* „Kommando Spezialkräfte“ (KSK) für Entsetzen gesorgt. Vor diesem Hintergrund rief Kramp-Karrenbauer die angehenden Offiziere in Hamburg auf, konsequent gegen Extremismus und Verfehlungen in den eigenen Reihen vorzugehen*. „Ich appelliere an Sie alle: schauen Sie genau hin, seien Sie konsequent, lassen Sie nichts durchgehen, und verschweigen Sie nichts“, forderte die CDU-Politikerin.

Die Vorfälle lenken immer wieder ein Schlaglicht auf ein mögliches Führungs- oder Ausbildungsproblem in der Bundeswehr. Diese Fragen würden zu Recht gestellt, betonte die Ministerin. Ein systematisches Wegschauen wollte sie aber nicht gelten lassen. Die Grenadiere aus Munster „waren ausgebildet. Sie waren sensibilisiert worden“, stellte Kramp-Karrenbauer klar. „Und trotzdem haben sie sich so falsch verhalten.“ kreiszeitung.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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