Arbeitgeber aufgepasst

Minijobber: Änderung beim Versteuern – das gilt ab Januar 2022

Für Koch- oder Putzhilfe: Arbeitgeber müssen ab Januar 2022 den Behörden die Steuer-ID ihrer Minijobber melden. Hier der Überblick über die wichtigste Änderung.

Berlin – Sie waschen, putzen oder kochen: die vielen Haushaltshilfen in Deutschland. Sie zählen in den meisten Fällen zu den mehr als sieben Millionen Minijobbern* im Land, für die sich nun ab Januar 2022 wichtige Änderungen ergeben: So müssen die Arbeitgeber ab dem kommenden Jahr die Steuer-Identifikationsnummer – kurz die Steuer-ID – der geringfügig Beschäftigten in einem elektronischen Meldeverfahren den Behörden mitteilen. Darauf hat jetzt die Minijob-Zentrale aufmerksam gemacht, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete.

Beschäftigungsart:Minijob
Einführung:2003
Verdienstgrenze:450 Euro im Monat
Ansprechpartner:Minijob-Zentrale

Minijobber: Änderung für Arbeitgeber – Ab Januar 2022 muss die Steuer-ID gemeldet werden

Seit der Einführung der Minijobs ist die Zahl der Geringverdiener immer weiter gestiegen. Seit 2003 gibt es in Deutschland diese Beschäftigungsvariante. Zwar sank die Anzahl der Minijobber wegen der Corona-Krise kurzfristig im Jahr 2019 um rund 850.000, doch 2020 waren immer noch 7,3 Millionen Menschen in einem Minijob beschäftigt.

Ab Januar 2022 gelten für Minijobber neue Regeln: Arbeitgeber müssen Steuer-ID melden.

Nach einer Definition der Bundesagentur für Arbeit sind Minijobs geringfügige Beschäftigungen, bei denen man höchstens 450 Euro monatlich verdient oder nur einen Arbeitseinsatz von maximal 70 Tagen pro Kalenderjahr vorweisen kann. Nachteil dieser Anstellungsverhältnisse: Es gibt keine Beiträge zu den Sozialversicherungen, weshalb die Minijobber nicht sozial abgesichert sind.

Für eine reguläre Beschäftigung müssen Arbeitgeber die Arbeitsverhältnisse der Minijob-Zentrale melden. Denn ungeachtet der fehlenden sozialen Absicherung sind die Verdienste aus den Minijobs steuerpflichtig. Dabei kann der Arbeitgeber selbst entscheiden, ob der Lohn pauschal oder nach der Lohnsteuerklasse des Minijobbers versteuert werden soll.

Minijobs: Wo finde ich die Identifikationsnummer? Hinweis gibt es in der Steuererklärung

An dieser Regelung ändert sich nun grundsätzlich erst einmal nichts. Für eine bessere Überprüfbarkeit soll nun aber ab Januar 2022 die Steuer-ID eingereicht werden* – und zwar, so berichtet es die dpa, bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. Die Identifikationsnummer ist eine elfstellige Nummer, die nur einmal im Leben vergeben wird und dauerhaft gültig ist. Zu finden ist sie auf der jährlichen Lohnsteuerbescheinigung, dem letzten Steuerbescheid oder der letzten Steuererklärung. Zur Not kann sie aber auch beim Bundeszentralamt für Steuern erfragt werden.

Es ist eine kleine Änderung, die von den Arbeitgebern beachtet werden muss. An der grundsätzlichen Beliebtheit an dieser Beschäftigungsform wird sich dadurch aber wohl nichts ändern. Insbesondere für Arbeitnehmer ist es unkompliziert: die Verträge sind schnell geschlossen, um das Wichtigste kümmert sich der Arbeitgeber – und am Monatsende hat man schnell einige hundert Euro hinzuverdient. Auch für die Arbeitgeber gibt es viele Vorteile: schnelle Hilfe im Betrieb und kaum Abgabenablast auf die Stelle.

Minijobs: Anmelden und versteuern – plant die Ampel-Koalition noch mehr Änderungen?

Doch insbesondere die Minijobber sollten sich nicht täuschen lassen. So bieten die kleinen Jobs eher selten ein Sprungbrett in eine reguläre, besser dotierte Beschäftigung mit sozialer Absicherung. Das geht aus einer Studie hervor, die das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) erst kürzlich veröffentlichte. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) rief deshalb SPD, FDP und Grüne zum Handeln auf. Die Situation von Minijobbern müsse verbessert werden, hieß es unlängst.

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Ob aber auf die Arbeitgeber im kommenden Jahr noch mit mehr Änderungen rechnen müssen, bleibt erst einmal abzuwarten. Derzeit verhandeln die Parteien unter der Führung von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz über die Bildung einer Ampel-Koalition. Neben der Steuerpolitik stehen auch viele sozialpolitische Themen wie die Abschaffung von Hartz IV und die Einführung eines Bürgergeldes auf der Agenda. Doch zu genauen Details hielten sich die Unterhändler von SPD, FDP und Grünen noch bedeckt. Doch im Dezember soll die neue Regierung stehen. Und die Minijobber haben Klarheit, wie es in den kommenden vier Jahren für sie weitergeht. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa

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