Fristlose Kündigung

Minijob 2022: Arbeitsrecht schützt auch Minijobber

Personalmangel. Mit einem Stellenangebot auf einer Tafel wird nach einem neuen Mitarbeiter gesucht.
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Minijobber haben die gleichen Rechte wie andere Arbeitnehmer auch. Das gilt auch für den Kündigungsschutz

Fristlose Kündigung beim Minijob 2022? Minijobber haben die gleichen Rechte wie andere Arbeitnehmer. Bestimmte Beschäftigte genießen zudem einen besonderen Schutz.

Berlin – Weniger Aufträge, geschlossene Restaurants, weniger Andrang im Einzelhandel: Nicht zuletzt während der Corona-Pandemie haben Beschäftigte in Minijobs* ihre Anstellungen verloren. Viele Arbeitgeber standen und stehen vor großen finanziellen Herausforderungen, oft konnten Minijobber nicht im vollen Umfang beschäftigt werden. Direkt fristlos gekündigt werden dürfen die Angestellten hingegen nicht, dies ist nur aus wichtigen Gründen möglich. Allein mit dem Hinweis auf die besonderen Umstände der Corona-Krise ist dies nicht zulässig, informierte die Minijob-Zentrale in einem Blogbeitrag. Denn: Auch für Minijobs gilt das Arbeitsrecht und damit ein Kündigungsschutz für Arbeitnehmer. Ab 2022 gibt es zudem Neuerungen beim Versteuern des Minijobs 2022.

Beschäftigungsart:Minijob
Eingeführt:2003
Verdienstgrenze:450 Euro im Monat
Ansprechpartner:Minijob-Zentrale

Wie das Onlineportal „Gegen Hartz“ schreibt, könne im Falle einer Kündigung auch eine Abfindung erwirkt werden. Besonderen Schutz vor einer Kündigung genießen zudem Schwangere, Auszubildende, Mitarbeiter in Elternzeit sowie Menschen mit Schwerbehinderungen. Für diese genannten Beschäftigten besteht ein Kündigungsverbot, wie die Minijob-Zentrale schreibt. In diesem Fällen ist eine Kündigung nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Zum Jahreswechsel gibt es für Arbeitnehmer und Minijobber zudem wichtige Änderungen beim Minijob 2022. Unter anderem hat die Politik sich für einen Anstieg des Mindestlohns in Deutschland ausgesprochen.

Minijob 2022: Kündigungsschutz unter bestimmten Voraussetzungen

Für alle anderen Arbeitnehmer, die einem Minijob 2022* nachgehen, greift der Kündigungsschutz unter bestimmten Voraussetzungen: So müssen mehr als zehn Arbeitnehmer bei einem Arbeitgeber beschäftigt sein – Auszubildende zählen hierbei allerdings nicht. Der gesetzliche Kündigungsschutz greift zudem nur, wenn ein Minijobber seit mindestens sechs Monaten durchgängig beschäftigt wurde. Für Minijobber, die bereits am 31. Dezember 2003 beschäftigt waren, ist der Kündigungsschutz auch wirksam, wenn der Betrieb mehr als fünf Arbeitnehmer beschäftigt.

Sind diese Bedingungen hingegen nicht erfüllt, genießt der Minijobber keinen Kündigungsschutz. Wie Rechtsanwalt Cem Altug gegenüber „Gegen Hartz“ betont, gelten dennoch die üblichen arbeitsrechtlichen Grundsätze bei Kündigungen: Eine Kündigung darf nicht treuwidrig, sittenwidrig, diskriminierend sein oder gegen das Maßregelungsverbot verstoßen. Kündigungen können allerdings ausgesprochen werden, wenn die Beendigung des Arbeitsverhältnisses aus betrieblichen Gründen erforderlich ist oder der Kündigungsgrund in der Person selbst liegt. Die Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. Derweil stößt die geplante Erhöhung der Verdienstgrenze bei Minijobs auf Kritik bei den Gewerkschaften.

Kündigungsschutz bei Minijobbern: Kündigungsfrist beträgt in der Regel vier Wochen

Sollte der gesetzliche Kündigungsschutz allerdings greifen, beträgt die Frist dann auch für Minijobber in der Regel vier Wochen. Abhängig von der Dauer der Beschäftigung kann die Länge der Kündigungsfrist allerdings variieren: Nach fünf Jahren bei einem Betrieb beträgt sie etwa zwei Monate, nach acht Jahren verlängert sie sich auf drei Monate. Ausnahmen, die von dem Gesetz abweichen, können allerdings in einem Tarifvertrag festgelegt sein: Dann können für Minijobber auch längere oder kürzere Kündigungsfristen gelten. Sollte der Arbeitnehmer in der Probezeit sein, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen beendet werden.

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Während einige Beschäftigungen in der Regel unbefristet laufen, können Minijobs auch zeitlich befristet sein. In diesen Fällen endet ein Vertrag ohne den Anspruch auf eine Weiterbeschäftigung. Während der Anstellung bestehen allerdings die gleichen Grundlagen, wie bei unbefristeten Minijobs. Wie die Internetseite „anwalt.de“ schreibt, besteht grundsätzlich bei allen Formen der Beschäftigung kein Anspruch auf eine Abfindung – dies ist eine reine Verhandlungssache. Das betrifft auch Menschen in Vollzeitbeschäftigungen. *kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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