Debatte über Urwahl

Merkel-Nachfolge: Guttenberg witzelt über AKK-Kandidatur - Auch Söder schaltet sich ein

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Markus Söder und Annegret Kramp-Karrenbauer bei der Feier zum Tag der Deutschen Einheit.

Annegret Kramp-Karrenbauer büßte zuletzt Rückhalt in der Union ein. Karl-Theodor zu Guttenberg äußert sich nun skeptisch über ihre Chancen. Markus Söder fordert Mitsprache für die CSU.

Update CSU-Chef Markus Söder sieht eine sogenannte Urwahl in der CDU zur Entscheidung der Kanzlerkandidatur kritisch - und besteht ohnehin auf einem Mitspracherecht seiner Partei. „Die CSU will natürlich mitreden, was in Deutschland passiert. Und wenn es um den Kanzlerkandidaten geht, wird es ein Mitspracherecht der CSU geben müssen“, sagte Söder dem Straubinger Tagblatt.

Söder mahnte die Union ohnehin zur Zurückhaltung. „Wir wären jetzt aber sehr klug beraten, die Zeitachsen zu definieren. Erste wichtige Frage ist, bleibt die SPD in der GroKo oder nicht?“, sagte der CSU-Vorsitzende. Das wisse man gegen Ende des Jahres, dann müsse es vielleicht sehr schnell eine Neuwahl geben. Denn von einer Minderheitsregierung halte er nichts. „Wenn die SPD in der GroKo bleibt, wird ohnehin erst im Winter 2020/21 entschieden. Bis dahin fließt noch eine Menge Wasser die Isar hinunter“, sagte er.

Zum Vorstoß unter anderem in der Jungen Union für eine mögliche Urwahl durch alle Mitglieder sagte Söder: „Urwahlen sind so eine Sache. Das kann man bei der SPD sehen. Was macht man, wenn drei oder vier Bewerber um die 20 Prozent haben? Wenn es schlecht läuft, hat man nur beschädigte Kandidaten.“ Söder fügte hinzu: „Und auch Urwahlen garantieren keine Wahlerfolge. Wähler entscheiden nach anderen Kriterien als Parteimitglieder.“

Merkel-Nachfolgerin - oder doch nicht? Guttenberg witzelt über AKK-Kanzlerkandidatur

Karl-Theodor zu Guttenberg kommentierte die Kanzlerkandidatur-Chancen von Annegret Kramp-Karrenbauer mit einem Lachen.

Erstmeldung: Wird die Union Annegret Kramp-Karrenbauer als Spitzenkandidatin in die kommende Bundestagswahl schicken? Das ist derzeit fraglich, denn seit ihrer Wahl zur Vorsitzenden der CDU scheint die Verteidigungsministerin immer mehr Rückhalt in den eigenen Reihen verloren zu haben. Um die Frage nach der Kanzlerkandidatur und der Nachfolge von Angela Merkel zu beantworten, rückte nun die Idee einer Urwahl in den Fokus. 

Kanzlerkandidatur für CDU/CSU: Wagt die Union eine Urwahl?

„Ich finde diesen Gedanken der Urwahl gar nicht so schlecht“, äußerte sich Karl-Theodor zu Guttenberg nun in der Bild, „man darf sich darüber durchaus Gedanken machen.“

Kanzleramtschef Helge Braun, CDU-Bundesminister für besondere Aufgaben, hatte sich zuletzt besorgt über diesen Einfall gezeigt. Er befürchtet eine für die Kandidaten schädliche Schlammschlacht, wie man sie aus den Vorwahlen in den USA kennt. 

AKK als Spitzenkandidatin der Union? Guttenberg tendiert zu Vorwahlen

„Ich meine, wir haben auch eine gute Tradition in unserem Land, jetzt nicht nur mit Kübeln Dreck aufeinander zu schmeißen, sondern auch respektvoll miteinander umzugehen“, versuchte Guttenberg am Montag diesen Kritikpunkt zu entkräften. Nach dem Dafürhalten des ehemaligen Verteidigungsministers bietet eine Vorwahl die Möglichkeit, einen starken Kandidaten zu finden. Die Wahlen zum Bundesvorstand der CDU dienen ihm als Positiv-Beispiel. In dieser hatte „AKK“ die Kontrahenten Friedrich Merz und Jens Spahn geschlagen.

Während Kramp-Karrenbauer von Helge Braun vorsichtige Rückendeckung erfährt, sprechen die Umfragen eher gegen die 57-Jährige. Karl-Theodor zu Guttenberg schließt sich den Zweiflern aus den Umfragen an.

Spitzenkandidat*in der CDU/CSU: Guttenberg witzelt über Chancen von AKK

„Eine Vorsitzende einer Partei ist auf jeden Fall im zweistelligen Bereich“, witzelt er, „aber der geht natürlich weit, von zehn bis 99 Prozent. Schaun mer mal.“ Eine Aussage, die eher nach Skepsis denn Unterstützung klingt.

Guttenberg engagiert sich seit zwei Jahren wieder stärker für die CSU. Unklar ist dennoch, ob er eher auf eine Kanzlerkandidatur von Markus Söder hoffen könnte. Friedrich Merz und Jens Spahn gelten unionsintern ebenfalls noch als denkbare Spitzenkandidaten. Viel Gegenwind also für AKK, der zuletzt sogar ein Putsch-Versuch gegen Angela Merkel nachgesagt wurde.

CDU und CSU müssen also noch einige Baustellen angehen, bevor sie in den Wahlkampf starten können. In ruhigeren Fahrwassern bewegen sich derweil die Grünen, die mit Robert Habeck einen Kandidaten in die Bundestagswahl schicken könnten, auf dem schon jetzt parteiintern viel Hoffnungen zu ruhen scheinen. 

mb

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