In der Sendung „Markus Lanz“

Dunja Hayali gibt Merkel und Seehofer die Note 6 – und macht ihnen einen schweren Vorwurf

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Dunja Hayali holte bei Markus Lanz zur Generalkritik an Angela Merkel und Horst Seehofer aus.

Dunja Hayali holte am Mittwoch bei „Markus Lanz“ zum Rundumschlag aus: Sie warf Horst Seehofer und Angela Merkel vor, mit dem Asylstreit die Bürger vergrault zu haben.

Berlin - Horst Seehofer wollte wohl witzig sein, als er bei einer Pressekonferenz bemerkte, dass ausgerechnet an seinem 69. Geburtstag 69 Menschen nach Afghanistan abgeschoben wurden und das von ihm „nicht so bestellt gewesen sei“. Doch viele empfanden seine Worte als verbale Entgleisung und blanken Hohn gegenüber Flüchtlingen. Es ist nicht die erste Äußerung eines CSU-Politikers, die in den vergangenen Wochen für Kritik und Empörung sorgte: Auch Markus Söder und Alexander Dobrindt überschritten mit Begriffen wie „Asyltourismus“, Anti-Abschiebe-Industrie“ und „Belehrungsdemokratie“ die Grenze des Populistischen.  

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Hayali zieht Vergleich zur AfD

Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali nutzte am Mittwochabend ihren Auftritt in der Sendung „Markus Lanz“ für eine Generalkritik an solch sprachlichen Grenzüberschreitungen. Von Lanz nach ihrer Meinung zum Asylstreit zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer befragt, sagte die Journalistin: „Ich finde diesen Streit von Stil und Ton her Note 6 und ich finde das wirklich verantwortungslos. Journalisten greifen oft genug die AfD an, weil sie sich in Ton und Stil verlieren, und dann machen das plötzlich auch die etablierten Parteien miteinander. Ich finde, das gehört sich nicht.“

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Hayali ärgert besonders, dass damit viele Menschen verprellt würden, die sich endlich wieder für Politik interessieren würden. “Viele haben wieder Lust auf Politik und sie wollen über Inhalte, Sachfragen und Lösungen sprechen.“ Flüchtlinge seien dabei gar nicht das dringendste Anliegen vieler Menschen, es gehe auch um „Pflege, Bildung und Digitalisierung, es gibt so viele Themen, die wir zu besprechen haben“. Umso ärgerlicher sei, dass die politische Diskussion wochenlang durch den Asylstreit geprägt gewesen sei. „Da versteht man einfach nicht mehr, was sie da tun“, so Hayali. „Das führt nur weiter zu Politik- und Parteienverdrossenheit. Das kann ja nicht im Interesse der handelnden Personen gewesen sein.“ Auch darum sei der Streit „völlig überflüssig“ gewesen.

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Szenen wie in einer schlechten Ehe

Besonders Seehofer bekam von Dunja Hayali sein Fett weg. „Es wäre natürlich gut gewesen, wenn alle seinen Masterplan Asyl vielleicht mal in den Händen gehalten hätten. Wir haben über etwas diskutiert, das nur so nebulös mal in der Welt rumhing und seit ein paar Tagen auf dem Tisch liegt. Das ist auch absurd.“

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Der ebenfalls in die Sendung geladene Philosoph Wolfram Eilenberger fühlte sich beim Streit von Merkel und Seehofer an eine „schlechte Ehe“ erinnert und plädierte indirekt für eine Spaltung von CDU und CSU: „Es kann auch für ein Land eine Erleichterung sein, ein schlechtes Bündnis zur Trennung zu führen.“ Nicht nur Seehofer, auch Merkel sei es im Asylstreit allein um Macht gegangen. „Ich würde nicht sagen, dass Merkel weniger an der Macht hängt und weniger unsachlich vorgegangen ist als Herr Seehofer.“

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