Corona-Regeln

Lockerung der Maskenpflicht: Niedersachsen und Weil stellen sich gegen Spahn

Maskenpflicht beenden? Angesichts der Inzidenzwerte drängt Gesundheitsminister Jens Spahn auf eine Corona-Lockerung. Doch Niedersachsen bremst – anders als Bremen.

Hannover/Bremen – Angesichts niedriger Inzidenzwerte ist in Deutschland eine Debatte um die Maskenpflicht entbrannt. Die Forderung nach einem möglichen Ende der Corona-Regel stieß insbesondere im Norden auf große Skepsis. „Wir sollten nicht den Eindruck vermitteln, die Pandemie sei vorüber“, warnte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Während er sich für Lockerungen im Freien noch diskussionsbereit zeigte, schloss er einen Wegfall von FFP2-Masken in Innenräumen, Schulen oder im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) vorerst aus.

Virus:Coronavirus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

Bremen indes zeigt sich bei den Maskenregeln bereits großzügiger. Angestoßen worden war die Debatte von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Nachdem Dänemark bereits ab diesem Montag die Tragepflicht fast komplett gekippt hat, hält auch der deutsche Minister einen Wegfall der strengen Corona-Regel mittlerweile für denkbar. Spahn schlug einen Stufenplan vor*, nach dem in Regionen mit niedriger Inzidenz und hoher Impfquote erst draußen, danach dann auch drinnen die Tragepflicht einer Mund-Nasen-Bedeckung zurückgenommen werden könnte, was ihm mitunter sehr viel Kritik einbringt.

Corona-Regeln in Niedersachsen: Forderung nach Lockerung der FFP2-Maskenpflicht stößt auf Skepsis

Auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) rief in der „Bild“-Zeitung die Länder auf, die Maskenpflicht auf ihre Verhältnismäßigkeit zu überprüfen. In Bremen ist man allerdings schon einen Schritt weiter. In der Hansestadt wurde die Regel bereits ab dem heutigen Montag für draußen aufgehoben. So muss etwa in der Fußgängerzone, auf dem Bahnhofsvorplatz oder auf den Wochenmärkten kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden.

Inzidenz runter, Maske auch? Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will an Corona-Regeln lieber noch festhalten.

In Niedersachsen, wo ein Stufenplan den Ausstieg aus dem Lockdown* regelt, zeigt man sich indes verhaltener. Zwar ist die Inzidenz in dem Bundesland am Wochenende erstmals seit neun Monaten unter 10 gesunken und einige Landkreise sind sogar schon coronafrei. Doch Weil mahnte trotz dieser Entwicklung zur Vorsicht. Zwar ist für den Ministerpräsidenten für Außenbereiche eine Lockerung der Maskenpflicht verhandelbar. Aber gleichzeitig dürfe man das Infektionsgeschehen nicht unterschätzen.

Debatte um Maskenregeln: Bremen lockert Tragepflicht für draußen – Kubicki zofft sich mit Lauterbach

„Das Virus ist weiterhin auch in Deutschland präsent und wir wissen nicht, was in den nächsten Wochen noch für Herausforderungen auf uns zukommen“, sagte der Regierungschef Weil der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Lockerungen in geschlossenen Räumen und vor allem im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) würden für ihn deshalb nur als „Letztes in Betracht kommen“, sagte Weil dem NDR.

Insgesamt wird die Frage bundesweit sehr kontrovers diskutiert. Während zum Beispiel Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) lautstark für eine Abschaffung der Maskenpflicht* ab einem Inzidenzwert von unter 35 warb, kritisierte SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach die Forderung. In Innenräumen brauche man über eine Aufhebung überhaupt nicht diskutieren, mahnte der Experte. Ein kompletter Verzicht auf die Maskenpflicht kurz vor der Impfung von Millionen ist nur eines: „Wahlkampf mit der Gesundheit der Bürger“, twitterte er als Antwort auf Kubicki. kreiszeitung.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa/picture alliance

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