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Deal mit Emirate: Scholz lässt LNG und Diesel per Schiff nach Brunsbüttel liefern

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Von: Johannes Nuß

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Scholz macht den Deal perfekt: Die Vereinigten Arabischen Emirate liefern Flüssiggas (LNG) und Diesel nach Deutschland. Visselhövede und Brunsbüttel profitieren.

Visselhövede/Abu Dhabi – Es ist nicht die riesige Menge, aber es ist immerhin ein Anfang: Deutschland soll noch in diesem Jahr rund 137.000 Kubikmeter Flüssiggas (LNG) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) erhalten. Das hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf seiner zweitägigen Reise in den Nahen Osten aushandeln können. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, wurde darüber bereits zwischen dem deutschen Konzern RWE und dem staatseigenen Unternehmen der Emirate, ADNOC, ein Vertrag abgeschlossen. Gute Nachrichten also, vor allen Dingen für den Gaspreis, der gerade enorm nach oben schießt.

Energie-Deal: Vereinigte Arabische Emirate liefern Flüssiggas (LNG) und Diesel nach Deutschland – Terminal in Brunsbüttel als Ziel

Damit ist die erste Lieferung laut Olaf Scholz für das gerade entstehende Flüssiggas-Terminal in Brunsbüttel in Sack und Tüten. Laut RWE wurde ein Memorandum über mehrjährige Lieferungen ab 2023 unterzeichnet.

Verkündet die Lieferung von Flüssiggas und Diesel nach Deutschland: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gab in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten bekannt, dass Deutschland noch in diesem Jahr 137.000 Kubikmeter Flüssiggas (LNG) erhalten wird. © Kay Nietfeld/dpa

Bei der nun bestätigten Menge handelt es sich allerdings um deutlich weniger Kilowattstunden, die mit einer normalen Tageslieferung über die Pipeline Nord Stream 1 aus Russland nach Deutschland fließen würden. Zum Vergleich: Vor dem Beginn des Ukraine-Kriegs floss allein am 1. Februar nach Angaben des Betreibers Gas mit einer Energiemenge von 1,7 Millionen Kilowattstunden durch die Pipeline Nord Stream 1. Die jetzt vereinbarte erste Lieferung von 137.000 Kubikmetern Flüssiggas für RWE per Schiff aus den VAE entspricht 1,37 Millionen Kilowattstunden. Die Reise von Olaf Scholz sorgte derweil bei Twitter für zahlreiche Reaktionen, besonders in der Kritik stand der gepflanzte Baum in Abu Dhabi.

Energie-Deal von Olaf Scholz (SPD): Erste Lieferung 2022 mit 137.000 Kubikmetern Flüssiggas nach Deutschland geplant

Ein Tropfen auf den heißen Stein bei den Strompreisen 2022 also? Nicht unbedingt. Was sich zunächst wie ein minimaler Beitrag zur deutschen Energiekrise anhört, ist nach Angaben von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) teil seiner Strategie. Denn der will zukünftig bei Energielieferungen auf „vielfältige Quellen“ setzen, wie der Regierungschef in Abu Dhabi sagte.

Scholz kündigte während des Besuchs an, die Zusammenarbeit mit den Emiraten im Energiebereich weiter vorantreiben zu wollen. Man habe bereits „eine ganze Reihe“ von Diesel- und Flüssiggasprojekten mit dem Golfstaat vorangebracht, sagte der SPD-Politiker. Bei der Energieversorgung müsse man auf möglichst viele Anbieter setzen. Die Abhängigkeit von einem Lieferanten „wird uns sicherlich nicht wieder passieren“, betonte Scholz.

Vereinigte Arabische Emirate liefern Diesel: 250.000 Tonnen Diesel gehen monatlich nach Visselhövede in Niedersachsen

Laut der Vereinbarung vom Sonntag soll der emiratische Staatskonzern ADNOC ab 2023 monatlich auch bis zu 250.000 Tonnen Dieseltreibstoff nach Deutschland liefern. Die Vereinbarung darüber wurde mit dem Energieunternehmen Hoyer aus Visselhövede im (Landkreis Rotenburg) in Niedersachsen geschlossen.

Die emiratische Staatsagentur WAM teilte mit, der emiratische Präsident Mohammed bin Sajid und Scholz hätten „Zusammenarbeit, Dialog und Vorrang diplomatischer Lösungen“ als Schlüssel bezeichnet im Umgang mit „verschiedenen Problemen und Krisen“.

Energie-Deal mit Vereinigte Arabische Emirate: Scholz reist am Sonntag weiter nach Katar

Bis zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bezog Deutschland noch 55 Prozent seines Erdgases aus Russland. Inzwischen sind die Lieferungen von dort zum größten Teil eingestellt und die deutschen Gasversorger suchen nach neuen Bezugsquellen. Die VAE verfügen über die siebtgrößten Erdgasvorkommen weltweit. Es wurde erwartet, dass während des Kanzlerbesuchs ein Vertrag über die Lieferung von Flüssiggas (LNG) nach Deutschland unterzeichnet wird.

Am Sonntag sollte Scholz noch weiter nach Katar reisen. Das reiche Emirat verfügt nach Russland und dem Iran über die drittgrößten Gasreserven weltweit und ist der führende Exporteur von Flüssiggas (LNG). In Katar wurden aber keine Vertragsabschlüsse erwartet. Dennoch verfolgt man in Niedersachsen die Entwicklung mit Spannung. Denn mit Wilhelmshaven und Stade bekommt das Land in naher Zukunft ebenfalls zwei LNG-Terminals. (mit Material der dpa)

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