Todesliste veröffentlicht

Linksextreme hetzen gegen AfD: „Zeit ist reif für harte Aktionen“

Hetze mal andersherum: Mit einer Todesliste rufen Linksextremisten zum Mord von 53 AfD-Politikern wie Björn Höcke auf. Die Antifa-Szene wird gewaltbereiter.

Berlin – „Töten wir die Schweine“ – mit einer eindeutigen Todesdrohung haben Linksextremisten offenbar zum Mord von AfD-Politikern aufgerufen. So tauchte bereits im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 eine Todesliste im Netz auf. Darauf befänden sich insgesamt 53 Namen inklusive der Wohnanschriften und einer Anleitung zum Bau von Sprengsätzen, berichtete focus.de am Freitag. Ob darunter auch Politiker aus Niedersachsen waren, blieb zunächst unklar.

Deutsche Partei: Alternative für Deutschland (AfD)
Gründung:6. Februar 2013
Spitzenkandidaten der Bundestagswahl:Alice Weidel und Tino Chrupalla
Im Bundestag vertreten:seit 2017

AfD: Björn Höcke aus Thüringen steht auf Todesliste von Linksextremisten – BKA ermittelt

Dem Bericht zufolge nahmen das Bundeskriminalamt (BKA) und zwei Landeskriminalämter die Ermittlungen auf. Dabei würden die Täter in der linksextremistischen Antifa vermutet, hieß es. Zu weiteren Details wollte sich das BKA auf Anfrage von kreiszeitung.de nicht äußern.

Steht auf einer Todesliste der linksextremen Antifa-Szene: AfD-Politiker Björn Höcke. (Montage von kreiszeitung.de)

Wie focus.de berichtet, sollen auf der Liste aber auch der bisherige Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, sowie der umstrittene AfD-Politiker Björn Höcke aus Thüringen stehen. „Höcke ist solch einer, der umgelegt werden muss“, soll es dem Aufruf geheißen haben. Auch seine Bodyguards müssten nicht geschützt werden, so die Autoren der Todesliste.

AfD: Rechtspopulisten wieder im Bundestag – Alice Weidel und Tino Chrupalla bilden Doppelspitze

Mit 10, 3 Prozent der Stimmen war die AfD bei der Bundestagswahl zur viertstärksten Kraft gewählt worden. Damit gelang der rechtspopulistischen, teilweise auch rechtsextremen Partei zum zweiten Mal in Folge der Einzug in das deutsche Parlament, wenngleich sie nicht aus dem Laschet-Debakel der CDU profitieren konnte. In den vergangenen Tagen fiel die Fraktion vor allem durch einen Streit zwischen den Spitzenkandidaten Alice Weidel, die beim TV-Vierkampf aus dem Lachen nicht herauskam, und Tino Chrupalla auf, der vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Beide sollen die Fraktion nun in einer Doppelspitze führen.

Dass die linksextreme Szene stärker gegen die AfD mobil machen könnte, kommt für viele Beobachter nicht völlig überraschend. Bereits im April und Mai war es in Thüringen vermehrt zu Brandanschlägen auf Gebäude des rechtsextremen Milieus gekommen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfA) hatte deswegen vor einer zunehmenden Gewaltbereitschaft gewarnt.

AfD-Flyer entsorgt: Nicht alle Aktionen sind harmlos – Antifa wird gewaltbereiter

„Im Linksextremismus ist eine neue Qualität der gewalttätigen Übergriffe zu beobachten“, sagte BfV-Präsident Thomas Haldenwang in einem Interview mit dem „Spiegel“. Es seien mehrere Kleingruppen entstanden, die sich vom Rest der Szene abgeschottet und gezielt politische Gegner angriffen. Dabei würden immer mehr Hemmschwellen fallen und auch „der Tod der Opfer wird billigend in Kauf genommen“, so Haldenwang weiter. Insofern sind nicht alle Aktionen so harmlos wie das Entsorgen von fünf Millionen AfD-Wahlkampf-Flyern.

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Das Veröffentlichen von Todeslisten geht aber nicht nur auf das Konto von Linksextremisten. Auch in der rechtsextremen Szene kursieren immer wieder solche Papiere, ebenso wie direkte Aufrufe zu Mord oder Totschlag. Erst im zurückliegenden Wahlkampf sorgten Plakate der rechtsextremen Splitterpartei „Der III. Weg“ für einen Aufschrei, weil sie den Slogan „Hängt die Grünen“ zeigten und ein absurdes Gerichtsurteil nach sich zogen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/Martin Schutt/dpa

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