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Düstere Zeiten nach 9-Euro-Ticket: Linke fordert Lösung für Bus und Bahn

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Von: Anika Zuschke

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Eine Regionalbahn fährt am frühen Morgen in den Hauptbahnhof Hamburg ein und Bernd Riexinger (Die Linke).
Linken-Verkehrspolitiker Bernd Riexinger hält an der Idee eines 365-Euro-Tickets fest. (kreiszeitung.de-Montage) © Christian Charisius/Bernd Weißbrod/dpa

Linken-Politiker Bernd Riexinger hält die Einführung eines 365-Euro-Tickets für realistisch. Es soll als Anschlusslösung nach dem 9-Euro-Ticket dienen.

Berlin – Das 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit. Doch gilt das billige Monatsticket ausschließlich für Juni, Juli und August. Danach sollen die Preise im Nahverkehr wieder in altbekannte Höhen steigen. In der Politik stößt das teilweise auf Unmut. Die Linke sucht bereits nach Anschlusslösungen – unter anderem in Form eines 365-Euro-Jahrestickets. Das sei laut Linken-Verkehrspolitiker Bernd Riexinger „machbar und finanzierbar, also vollkommen realistisch“, erklärt er gegenüber kreiszeitung.de.

Nach dem 9-Euro-Ticket: Folgt bald das 365-Euro-Ticket? Idee hakt besonders an der FDP

„Wir müssen den ÖPNV massiv ausbauen und kostengünstiger gestalten, aus sozialen Gründen und Klimaschutzgründen“, äußert der ehemalige Parteivorsitzende der Linken. Die Verantwortung eines Angebots wie dem 365-Euro-Ticket sieht er dabei vor allem bei der Bundesregierung, denn die Kommunen und die Länder könnten finanziell die dringende gesamtgesellschaftliche Aufgabe einer sozial-ökologischen Mobilitätswende alleine nicht stemmen, so Riexinger.

„Schlechter Witz“: Linke gibt düstere Prognose für Zeit nach 9-Euro-Ticket ab

„Was ein schlechter Witz wäre, wenn nach Wegfall des 9-Euro-Tickets die Fahrgäste plötzlich mit sogar höheren Ticketpreisen konfrontiert wären als vor dem 9-Euro-Ticket. Das muss auf jeden Fall verhindert werden“, sagt der Verkehrspolitiker gegenüber kreiszeitung.de von IPPEN.MEDIA. In Bezug auf das 365-Euro-Ticket hat Riexinger den Eindruck, „dass es vor allen an der FDP hakt.“

„Dort wird das jetzige 9-Euro-Ticket vor allem als sozialpolitische Maßnahme verstanden und leider nicht als absolut notwendige verkehrspolitischen Maßnahme.“ Deswegen erwarte er vor allem von den Grünen, aber auch von der SPD, da Druck zu machen und sich durchzusetzen.

Linke will Anschlusslösung nach dem 9-Euro-Ticket finden – Weil kann sich 365-Euro-Ticket für alle nicht vorstellen

Die Linke hatte bereits beantragt, das 9-Euro-Ticket bis Dezember fortzuführen, um in dem Zeitraum dauerhafte Lösungen für die Finanzierung eines kostengünstigeren ÖPNV, aber auch den Ausbau des Nahverkehrs zu finden. Doch Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat die vielfach geforderte Verlängerung bereits ausgeschlossen und auch Lindner ist gegen die Fortsetzung vom Tankrabatt und dem 9-Euro-Ticket.

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Für Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) steht ein 365-Euro-Ticket für alle derzeit ebenfalls nicht zur Diskussion. „Ohne wesentlich erhöhte Zuschüsse von der Bundesseite kann ich mir das im Moment nicht vorstellen – und die Bundesregierung, die das 9-Euro-Ticket angeleiert hat, hält sich diesbezüglich sehr bedeckt“, äußerte der SPD-Politiker zu einer möglichen Umsetzung laut NDR.

Riexinger zum 365-Euro-Ticket: „Werden weiter Druck machen, dass es zu einer Anschlusslösung an das 9-Euro-Ticket kommt“

Trotzdem legt Riexinger fest: „Wir werden weiter Druck machen, dass es zu einer direkten Anschlusslösung an das 9-Euro-Ticket kommt und werden Lösungen unterstützen, wie ein 365-Euro-Jahresticket oder das 29-Euro-Monatstickets, wie sie gerade in der Diskussion sind.“ Die Forderung an ein 29-Euro-Ticket für den Nahverkehr wurde erst kürzlich von Verbraucherzentralen gestellt.

Neben zusätzlichen finanziellen Hilfen im Nahverkehr verlangt die Politik auch zunehmend neue Entlastungen für die deutschen Bürger. Die CSU forderte ein weiteres Entlastungspaket, mit dem auch Rentnern die 300 Euro Energiepauschale ausgezahlt werden sollte. Auch die Grünen-Chefin kündigte weitere Entlastungen an – und die Linke pocht abgesehen vom 365-Euro-Ticket auf einen neuen Zuschuss von 125 Euro im Monat.

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