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Schluss mit Freiheit: Lauterbach beharrt auf Maskenpflicht im Herbst

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Von: Jens Kiffmeier

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Der Corona-Herbst 2022 rückt näher: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) pocht deshalb auf die Maskenpflicht ab Oktober. Welche Regel gilt genau?

Berlin – Es ist nur eine kurze Verschnaufpause: Die Corona-Sommerwelle flacht ab. Doch die sinkenden Zahlen sind für Karl Lauterbach (SPD) kein Grund zur Entwarnung. Angefeuert durch die Omikron BA.5-Variante werde es im Herbst wieder stark steigende Infektionszahlen geben, warnte der Gesundheitsminister am Freitag (12. August) auf einer Pressekonferenz in Berlin und beharrte auf neue Corona-Regeln in Deutschland. So soll ab Oktober die Maskenpflicht in Innenräumen für den Herbst und Winter wieder gelten. „Ich gehe davon aus, dass alle Länder dies machen werden“, sagte Lauterbach. Doch was gilt dann?

Maskenpflicht in Deutschland: Lauterbach präsentiert die neuen Corona-Regeln im Herbst

Die Politik hat bereits die Novellierung des Infektionsschutzgesetzes auf den Weg gebracht. So einigte sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in der vergangenen Woche bereits mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) auf die genaue Ausgestaltung. Die Möglichkeit, die Maskenpflicht in Innenräumen ab Oktober in zwei unterschiedlichen Stufen wieder stärker einzuführen, ist dabei ein zentrales Element. Zuletzt sprachen die beiden Minister davon, dass man das Land mit „Winterreifen“ und „Schneeketten“ vor der neuen Corona-Infektionswelle sichern werde.

Will die Maskenpflicht in Deutschland zurück: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bei der Pressekonferenz
Will die Maskenpflicht in Deutschland zurück: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). © Kay Nietfeld/dpa

Neue Corona-Regeln: Ab Oktober soll wieder die Maskenpflicht gelten – trotz Müdigkeit bei den Deutschen

In einigen Teilen der Bevölkerung erntete die Bundesregierung mit der Ankündigung neuer Corona-Regeln bereits große Kritik. Doch Fachleute signalisieren Zustimmung zum Ampel-Plan. Leif Erik Sander, Leiter der Forschungsgruppe Infektionsimmunologie an der Berliner Charité und Mitglied im Expertenrat der Bundesregierung, zeigte durchaus Verständnis für eine gewisse „Müdigkeit“ bei den Deutschen. Doch trotz sinkender Zahlen warnte er vor einer zu großen Gelassenheit.

„Wir müssen jetzt schon den Blick auf den Winter richten“, mahnte er bei dem gemeinsamen Auftritt mit Lauterbach an. Denn es drohe nunmal wieder ein Szenario mit steigenden Fallzahlen, Personalnot in den Kliniken und einer höheren Sterblichkeitsrate. Deshalb komme man um einige Corona-Regeln, dazu gehört eben auch die Maskenpflicht in Innenräumen in Deutschland, nicht herum. Doch was genau ist jetzt geplant?

Maskenpflicht in Innenräumen: Lauterbach sieht mit seinem Plan neue Corona-Regeln in zwei Stufen vor

Gemäß dem neuen Infektionsschutzgesetz soll die Maskenpflicht bundesweit in Flugzeugen oder in Bus und Bahn bestehen bleiben, ebenso beim Zutritt in Krankenhäuser und Kliniken, wo zusätzlich eine Testpflicht gelten soll. Darüber hinaus sollen die Bundesländer ab dem 1. Oktober wieder die Möglichkeit bekommen, die Masken in Innenräumen in Deutschland verpflichtend vorzuschreiben. Dazu sind zwei Stufen geplant.

Abhängig von den Fallzahlen können in Stufe eins Ausnahmen erlaubt werden, etwa für die Gastronomie. So könnten etwa in Restaurants Menschen, die frisch getestet, vor höchstens 90 Tagen von einer Corona-Infektion genesen oder vollständig geimpft sind, Zugang ohne Maske bekommen. Die letzte Impfung darf in diesem Fall aber maximal nur drei Monate zurückliegen. Zur einfachen Kontrolle soll die Corona-Warn-App angepasst werden.

Bei steigenden Corona-Zahlen sollen die Ausnahmen aber in Stufe zwei gestrichen werden dürfen. Dies sei der Fall, so Lauterbach, wenn das Gesundheitssystem in Deutschland gefährdet werden würde. Dann soll die Maskenpflicht auch für Außenveranstaltungen wieder vorgeschrieben werden können. Hier die Corona-Regeln in Deutschland noch einmal im Überblick:

Maskenpflicht in Deutschland: Bus, Bahn, Flugzeug, Schule und in Innenräumen – was gilt ab Oktober?

Infektionsschutzgesetz: Länder beraten noch mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach über die Maskenpflicht

Das Infektionsschutzgesetz muss aber noch ein paar parlamentarische Hürden nehmen. Den Angaben zufolge soll das Bundeskabinett am 24. August das Bundeskabinett passieren und Anfang September im Bundestag beraten werden. Zuvor wollen die Länder aber noch ein Wort mitreden. Zwar signalisierte Niedersachsen bereits Zustimmung zu dem Konzept. Doch aus einigen Staatskanzleien wurden noch einige Bedenken in Einzelpunkten angemeldet. In der kommenden Woche soll es deswegen noch einmal eine Bund-Länder-Runde geben.

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Lauterbach zeigte sich gesprächsbereit. „Klar ist: Es ist noch nichts in Stein gemeißelt“, sagte er bei der Pressekonferenz in Berlin. Aber empfehle sehr dringend die neuen Corona-Regeln. Denn bei aller Freude über den „robusten Rückgang“ der Corona-Zahlen – im Herbst werde es wieder eine deutliche Dynamik bei den Infektionszahlen geben – wegen der Subvariante Omikron BA.5. Zwar werde es ab Ende September einen verbesserten Impfstoff geben, der die Ausbreitung dieser hochansteckenden Virusvariante eindämmen könne, teilte Lauterbach mit. Dennoch müsse man sich darüber hinaus gut vorbereiten.

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