Bundestagswahl 2021

Laschet redet Klartext: „AfD muss aus Parlamenten verschwinden“

Spät, aber deutlich: Vor der Bundestagswahl hat sich Armin Laschet (CDU) jetzt klar von der AfD abgegrenzt. Als Sprachrohr der Querdenker gehöre sie verbannt.

Berlin – Klartext-Ansage an die AfD: Kurz vor der Bundestagswahl 2021 hat die Union den Rechtspopulisten das Schüren von Hass vorgeworfen. CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet sagte den Rechtspopulisten den Kampf an und forderte deren Verbannung. „Die AfD muss verschwinden aus deutschen Parlamenten“, sagte der NRW-Ministerpräsident laut der Nachrichtenagentur dpa bei einer Wahlkampfveranstaltung in Baden-Württemberg.

Deutscher Politiker:Armin Laschet (CDU)
Alter:60 Jahre
Privat:verheiratet, drei Kinder
Aktuelle Ämter:NRW-Ministerpräsident und Parteivorsitzender

Laschet reagierte damit auch auf den Tankstellen-Mord von Idar-Oberstein. In der rheinland-pfälzischen Stadt hatte ein Querdenker im Streit um das Tragen einer Corona-Maske einen Tankstellenmitarbeiter kaltblütig erschossen. Für die Union gibt es durchaus Verbindungen zwischen den Corona-Leugnern und der AfD. Ob Querdenker oder AfD in den Parlamenten – alle zusammen würden Hass im Internet verbreiten, gegen Minderheiten hetzen und Ressentiments verbreiten. „Hass im Netz folgt am Ende die böse Tat“, sagte Laschet und rief zum entschlossenen Handeln gegen Rechtsextremismus auf.

Bundestagswahl 2021: Armin Laschet (CDU) attackiert die AfD und Querdenker-Szene

Auch die FDP warf der AfD um die Spitzenkandidaten Alice Weidel und Tino Chrupalla eine Mitverantwortung an der Radikalisierung der Querdenker-Szene vor. „Die AfD ist der oberste Agent der politischen Radikalisierung in Deutschland“, sagte der innenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Konstantin Kuhle, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Auch der Täter von Idar-Oberstein hätte die Partei in den sozialen Medien unterstützt. Ähnlich äußerten sich auch die Innenpolitiker der Grünen, der SPD und der Linkspartei.

Grenzt sich deutlich von der AfD und der Querdenker-Szene ab: Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU).

Ungeachtet dessen steuert die AfD bei der Bundestagswahl auf ein zweistelliges Ergebnis zu. Seit Monaten verharrt die Partei in den Wahlumfragen jedoch zwischen zehn bis zwölf Prozent. Gespeist wird die Unterstützung von einer festen Klientel, zu der auch die Querdenker-Szene und die Corona-Leugner gehören, wie der Politikexperte Frank Brettschneider kürzlich für kreiszeitung.de analysierte. Jedoch sei der Schulterschluss mit der Szene zu gering, um der Partei noch einen zusätzlichen Schub zu verleihen, so der Professor an der Universität Hohenheim.

Wahlumfrage: AfD steckt fest – CDU-Absturz bringt kaum Schub für Weidel und Chrupalla

Auffällig ist, dass die AfD nicht von dem Umfrage-Niedergang der Union profitieren kann. Laut Umfragen, die häufig besser sind als ihr Ruf, wenden sich enttäuschte CDU-Wählerinnen und CDU-Wähler eher der SPD als der AfD zu. Für Kanzlerkandidat Laschet war der Umgang mit den Rechtspopulisten während des Wahlkampfes ein schwieriger Drahtseilakt. Einerseits will er sich klar von ihren rechtsextremen Parolen abgrenzen. Doch auf der anderen Seite hofft er auch, einige Stimmen am rechten Rand für eigene Zwecke einsammeln zu können.

Kann die AfD im Schlussspurt zur Bundestagswahl 2021 noch punkten? Unser Newsletter informiert Sie kostenlos.

In diesem Zusammenhang ist auch sein Umgang mit Hans-Georg Maaßen zu sehen. Der frühere Verfassungsschutzchef kandidiert für die Union in Südthüringen für ein Bundestagsmandat. Immer wieder fiel er durch rechtspopulistische Parolen auf. Laschet ließ ihn gewähren, eine klare Ablehnung kam ihm jedenfalls im gesamten Wahlkampf nicht über die Lippen. Denn Maaßen bindet durchaus den ein oder anderen rechtskonservativen Wähler noch an die Union. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Oliver Dietze/dpa

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