Weg in die E-Mobilität

Stundenlanges Warten: Ladesäulen für E-Autos sind kein „attraktives Mobilitätsangebot“

Die Infrastruktur von Ladesäulen für Elektroautos steht immer wieder in der Kritik. Ein Blick auf das ausgehende Jahr zeigt, es passiert etwas, doch genug ist das noch nicht.

Berlin – Die Probleme mit der Ladesäuleninfrastruktur für Elektroautos sind zahlreich. Eine Studie des ADAC hatte zuletzt gezeigt, wie unzufrieden Fahrerinnen und Fahrer von E-Autos mit ihren Erfahrungen in der Nutzung von Ladesäulen sind. Insbesondere die Anzahl der Lademöglichkeiten lässt zu wünschen übrig. Ein Blick auf das ausgehende Jahr 2021 zeigt jetzt, dass sich viel getan hat in der Infrastruktur von Ladesäulen – doch bei weitem nicht genug.

Vereinigung:ADAC/Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V.
Mitglieder:.21.2 Millionen (Stand Ende 2020)
Sitz:München

Elektroautos und Ladesäuleninfrastruktur: Die Zahl der Ladesäulen für E-Autos ist 2021 klar gestiegen, doch sie ist immer noch deutlich zu gering

Die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladesäulen in Deutschland ist deutlich gestiegen. Zuletzt hatte auch der Bund ein Förderprogramm für die Ladesäuleninfrastruktur aufgesetzt. Der Ausbau ist insbesondere in Anbetracht der bisher eher überschaubaren Reichweite von Elektroautos auch nötig. Mit Stand von Anfang November gibt die Bundesnetzagentur an, in Deutschland gäbe es 7214 öffentlich zugängliche Schnellladepunkte und 41.993 Normalladepunkte. Einen Monat später existieren hierzulande etwa 51.000 Ladepunkte – ein deutlicher Anstieg. Insgesamt sind in den ersten elf Monaten des Jahres 2021 rund 11.600 Ladestationen neu errichtet worden.

Die Ladesäuleninfrastruktur für E-Autos wächst deutlich, doch es muss noch mehr passieren.

Der Ausbau im Bundesgebiet ist regional sehr unterschiedlich weit fortgeschritten. Bezieht man sich auf den Stand von November 2021, gab es in Mecklenburg-Vorpommern pro 1000 Einwohnern etwa 3 Ladesäulen, in Hamburg hingegen nur 1,3. Der Anstieg, den die Zahlen nachzeichnen, ist deutlich, für eine wirkliche Verkehrswende reicht er allerdings bei weitem nicht. Während neue E-Autos hoch im Kurs sind, befindet sich der Preis für gebrauchte Elektroautos im freien Fall.* Die E-Mobilität kommt, mit wachsender Nachfrage nach Batteriewagen muss auch das Netz an Ladesäulen noch schneller ausgebaut werden.

Verkehrsminister Volker Wissing will bei der Ladesäuleninfrastruktur für E-Autos „flächendeckend ein Angebot schaffen“

Das weiß auch Verkehrsminister Volker Wissing (FDP), der wegen seiner Pläne rund um den Diesel zuletzt auch von der Bremer Senatorin Maike Schaefer (Grüne) scharf kritisiert worden war. Im ZDF-Morgenmagazin hatte er Mitte Dezember erklärt, man müsse „bei der Ladesäuleninfrastruktur jetzt flächendeckend ein Angebot schaffen“. Beim Blick auf die Zahlen dürfte Wissing zwar die Wachstumsrate beim Ausbau von Ladesäulen erfreuen, die absoluten Zahlen liegen jedoch weit hinter dem für die Verkehrswende benötigten Umfang.

Mit Blick auf die aktuelle Situation hatte Wissing zugeben müssen „Stundenlang auf das Laden des Autos zu warten, ist kein attraktives Mobilitätsangebot“. Er versprach Tempo beim Ausbau und kündigte in diesem Zuge sogleich eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs an. Laut dem neuen Verkehrsminister braucht es „vielfältige, unterschiedliche Mobilitätsangebote“. Bei der Ladesäuleninfrastruktur könnte ihm jetzt eine Gruppe Schüler aus Achern hilfreich werden, geht es nach ihnen können Elektroautos zukünftig auch ganz normale Straßenlaternen* als Ladepunkte nutzen.

Die Ladesäuleninfrastruktur für E-Autos stand zuletzt immer wieder in der Kritik – VW-Elektroauto soll einige Lösungen bieten

Eine Studie des ADAC hatte zuletzt gezeigt wie unzufrieden Besitzer von E-Autos mit ihren Erfahrungen an Ladesäulen sind. Dabei ging es um fehlerhafte Ladekarten und Ladeapps, unübersichtliche Preise, defekte Säulen und schlechte Handhabe von Ladepunkten. Der geringe Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur kommt noch hinzu – das wohl größte Problem. Für einige der Schwierigkeiten versuchen Automobilhersteller wie Volkswagen jetzt eigene Lösungen zu finden. So sollen VW-Elektroautos zukünfitg automatisch mit Ladesäulen kommunizieren, auch das kabellose Laden soll ein Thema werden.

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Der nun in Zahlen nachvollziehbare Ausbau der Ladesäuleninfrastrukur verdeutlicht, dass etwas passiert ist und noch mehr passieren muss. Dessen ist sich auch die Politik bewusst. Im kommenden Jahr gibt es für Verkehrsminister Volker Wissing einiges zu tun.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

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