Weg in die E-Mobilität

Ladesäulen für Elektroautos: Darum wird oft zu viel abgerechnet

E-Mobilität soll die Zukunft sein. Doch die Ladeinfrastruktur hinkt hinterher. Damit sich das ändert, müssen Verbraucher häufig zu viel zahlen – auch in Niedersachsen.

Berlin – Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte es auf den Punkt gebracht: „Stundenlang auf das Laden des Autos zu warten, ist kein attraktives Mobilitätsangebot.“ Immer noch gibt es einen drastischen Mangel an Ladesäulen, die Ladesäuleninfrastruktur ist schlecht. Der Ausbau soll beschleunigt werden, um die E-Mobilität voranzutreiben, Ladesäulenbetreiber unterliegen deshalb keiner strengen Kontrolle. Das kann dazu führen, dass Besitzer von Elektroautos beim Stromtanken mehr zahlen, als sie müssten.

Name:Volker Wissing
Partei:Freie Demokratische Partei (FDP)
Amt: Verkehrsminister

Ladesäulen für Elektroautos: E-Auto-Besitzer zahlen oft mehr als nötig

Besitzer von Elektroautos zahlen bei der Benutzung von Ladesäulen für E-Autos oft mehr, als nötig. Das liegt nicht nur an drastisch steigenden Strompreisen und Tarifchaos. Es gibt noch ein weiteres Problem für Verbraucher: Ladesäulen sind oft nicht korrekt geeicht. Viele nicht eichrechtskonforme Säulen liefern nicht die Menge an Strom, für die der Verbraucher bezahlt.

An vielen Ladesäulen in Deutschland zahlen Besitzer von Elektroautos mehr als nötig.

Für die Überprüfung von Messeinrichtungen gibt es zuständige staatliche Stellen in Form von Eichämtern. Noch 2019 hatte der Ladesäulenbetreiber Ionity, der zuletzt durch den Einstieg von Blackrock Furore machte, erklärt, genaue Messgeräte für mit Gleichstrom ladende Schnelllader seien nicht verfügbar. Die Eichämter hatten zuvor eine Anweisung an Ladesäulenbetreiber formuliert, korrekte Messgeräte einzubauen – die Frist dafür sollte der 1. April 2019 sein.

Ladeinfrastruktur: Der Ausbau von Ladesäulen für Elektroautos soll beschleunigt werden

Wie der Focus berichtet, ist das Problem bei vielen Schnellladesäulen bis heute nicht gelöst. Das heißt konkret, noch immer kommt oft weniger Strom in der Batterie an, als bezahlt wird. Es fehlt an verlässlichen Angaben. Laut Focus sind von diesem Problem in Niedersachsen ein Viertel der Schnellladesäulen für Elektroautos betroffen.

Mit schneller Behebung des Problems ist nicht zu rechnen, denn nicht oder falsch geeichte Ladesäulen haben für Betreiber von Ladesäulen nach wie vor keinerlei Folgen. Die betroffenen Säulen werden nicht vom Netz genommen, ebenso wenig werden Strafzahlungen fällig. Gegenüber dem Handelsblatt erklärt das Bayrische Landesamt für Gewicht und Maß, man wolle den Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur nicht behindern.

Verbraucher sind nicht nur vom schwachen Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur betroffen, sie zahlen auch oft zu viel. Hinzu kommen weitere schlechte Erfahrungen bei der Benutzung von Ladesäulen, wie der ADAC in einer Erhebung feststellte. Zudem sind viele der Ladepunkte nicht barrierefrei.

Zahl der Ladesäulen für Elektroautos steigt – doch die Ladeinfrastruktur muss noch schneller ausgebaut werden

Staatliche Stellen nehmen hin, dass Besitzer von Elektroautos mehr zahlen als nötig – das zeigt, wie schlecht es um die Ladeinfrastruktur bisher steht*. Auch die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hatte im Gespräch mit kreiszeitung.de zuletzt den europaweiten Ausbau der Ladeinfrastruktur gefordert. Grimm sagte, dieser sei dringend nötig, „weil die Menschen einfach keine Autos kaufen, die sie, sobald sie über die Grenze fahren, nicht mehr wirklich gut fortbewegen können“.

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Die Politik erklärt, den Ausbau forcieren zu wollen. Das ist auch nötig, in Anbetracht der meist noch geringen Reichweite von E-Autos*. Die Zahl an Ladesäulen in Deutschland war im Laufe des vergangenen Jahres nach Angaben der Bundesnetzagentur deutlich gestiegen – zur Durchsetzung der E-Mobilität reicht das aber noch lange nicht. Zwar können VW-Elektroautos mittlerweile eigenständig mit Ladesäulen kommunizieren, allerdings muss sich dafür erstmal eine finden. Die E-Mobilität hat noch einen weiten Weg. Um es mit Volker Wissings Worten zu sagen, ist nicht nur langes Warten „kein attraktives Mobilitätsangebot“ – zu viel zu bezahlen, ist es erst recht nicht. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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