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Anonymous mit erfolgreichem Hackerangriff gegen Russlands Zentralbank

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Von: Jens Kiffmeier, Felix Busjaeger, Mark Stoffers

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Passagier mit Guy-Fawkes-Maske: Ein Occupy-Teilnehmer im Oktober 2011 auf einem Bahnsteig der New Yorker U-Bahn.
Das Hackerkollektiv Anonymous hat den Cyberkrieg gegen Russland erklärt (Symbolbild). © Justin Lane/dpa

Die Hacker von Anonymous haben Wladimir Putin und Russland den Cyberkrieg erklärt. Weil Nestle dort weiter Geschäfte macht, ist nun auch der Konzern dran.

Update vom 24. März 2022 um 13:20 Uhr: Die internationale Hackergruppe Anonymous hat nach eigener Aussage zum nächsten Schlag gegen Russland ausgeholt. Anonymous behauptet laut eines Tweets auf dem Account # YourAnonTV aus vergangenen Nacht vom 23. auf den 24. März, dass das Hacker-Kollektiv die Russlands Zentralbank gehackt und dabei 35.000 Dateien erbeutet hätte.

Ukraine-Krieg: Anonymous mit erfolgreichem Hackerangriff auf Russlands Zentralbank – Über 35.000 sensible Dateien erbeutet

Diese riesige Menge an Dateien drohte Anonymous in den kommenden 48 Stunden zu veröffentlichen. Unter anderem sollen sich in Dateien „geheime Absprachen“ befinden. Darüber hinaus soll auch der Pensionsfond der Russischen Föderation gehackt sowie die Datenbank, Serverdaten und Backups für diesen Pensionsfond in vielen Regionen Russlands gelöscht worden sein.

Die russische Zentralbank ist für die Stabilität des Rubels verantwortlich. Die russische Währung befindet seit Beginn des Ukraine-Kriegs und den damit verbundenen Sanktionen gegen Russland auf dem Sinkflug.

Ukraine-Krieg: Anonymous droht nach Hackerangriff auf russische Zentralbank mit weiteren Cyberattacken

Bereits im Vorfeld des angeblich erfolgreichen Hackerangriffs auf die russische Zentralbank wurden Unternehmen von Anonymous gewarnt und aufgefordert, sich angesichts der russischen Invasion in der Ukraine zurückzuziehen, andernfalls riskierten sie Cyberangriffe. Anonymous unterstrich außerdem noch einmal, dass die Hackerangriffe auf Russland „so lange fortgesetzt werden, wie es zivile Opfer in der Ukraine gibt“.

Sollte sich der Hackerangriff auf die russische Zentralbank bestätigen, wäre es die nächste erfolgreiche Cyberattacke von Anonymous im Cyberkrieg gegen Russland, nachdem das international operierende Hackerkollektiv bereits die Webseite des Kremls oder Russia Today (siehe Erstmeldung) gekapert hatten.

Ukraine-Krieg: Cyberangriff auf Nestle – Anonymous veröffentlicht nach Hackerangriff Daten des Lebensmittelkonzerns im Internet

Update vom 23. März 2022 um 9:20 Uhr: Am Ende blieb es nicht nur bei einer Drohung. Anonymous hat den Schweizer Lebensmittelkonzern Nestle angeblich gehackt und rund 10 Gigabyte an Firmendaten im Netz veröffentlicht. Das teilte das Hackerkollektiv bei Twitter mit. Begründet wurde die Aktion mit dem andauernden Russland-Geschäft des Unternehmens trotz des Ukraine-Kriegs von Präsident Wladimir Putin. Nestle selber dementierte aber den Cyberangriff.

Zuvor war massive Kritik an dem Konzern mit Sitz in der Schweiz laut geworden. Denn im Gegensatz zu vielen anderen internationalen Unternehmen stellte Nestle seine Geschäftsbeziehungen mit Russland nicht vollständig ein, nachdem der Westen wegen des Ukraine-Konflikts scharfe Sanktionen gegen das Land und die Getreuen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin verhängt hatte. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte deshalb den Konzern bereits öffentlich in einer Rede kritisiert. Anonymous hatte daraufhin Konsequenzen angedroht und ein Ultimatum von 48 Stunden gestellt.

Ob der Cyberangriff aber nun tatsächlich erfolgte, ist umstritten. Während das Hackerkollektiv den Vollzug vermeldete, wies der Konzern die Attacke zurück. Bei den veröffentlichten Daten handele es sich um ein altes Datenleck, das bereits im Februar durch ein Versehen ins Netz geraten sei, berichtete mehrere Schweizer Medien übereinstimmend. In der Stellungsnahme wies der Konzern zugleich die Kritik an seinem Vorgehen zurück. Man habe den Im- und Export mit Russland eingestellt und mache keinen Gewinn mehr in Russland. Lediglich die Belieferung von lebenswichtigen Nahrungsmitteln halte man noch aufrecht, rechtfertigte sich das Unternehmen.

Ukraine-Krieg: Cyberangriff auf Nestle – Zuvor legte Anonymous bereits russische Behörden und den Geheimdienst lahm

Update vom 15. März 2022 um 17:30 Uhr: Das Hackerkollektiv Anonymous hat nach eigenen Angaben weitere Erfolge im Cyberkrieg gegen Wladimir Putin verzeichnet. Im Zuge des Ukraine-Kriegs wollen die Hacker mehrere offizielle Webseiten der russischen Regierung gekapert haben. Insgesamt sollen bis zu vier zumindest temporäre nicht erreichbar gewesen sein – unter anderem auch die Seite des FSB, dem Inlandsgeheimdienstes Russlands, sowie die offizielle Seite der Stadt Moskau. Wie die Daily Mail berichtet, verkündeten die Hacker den Erfolg unter anderem bei Twitter.

Wie es weiter heißt, soll Anonymous seine Hacks mit Ankündigungen auf den Seiten platziert haben. Wie es weiter heißt, veröffentlichte das Hackerkollektiv auch einen privaten Briefwechsel zwischen Wladimir Putin und seinem Verteidigungsminister, Sergei Shoigu, der zeigen soll, dass die russische Regierung die Rodung ukrainischer Wälder plane, um das Holz gewinnbringend zu verkaufen.

Update vom 11. März 2022 um 15:00 Uhr: Offenbar ist es dem Hackerkollektiv Anonymous gelungen, mit einem neuen Schlag die russische Regierung hart zu treffen. Wie die britische Dailymail berichtet, sollen die Hacker einen Erfolg gegen die russische Medienzensurbehörde Roskomnadzor verzeichnen können. Insgesamt sollen 340.000 geheime Dateien veröffentlicht worden sein, die darauf hindeuten, dass Russland versuchen könnte, den Zugang zum Internet im eigenen Land einzuschränken.

Die gehackten Daten sollen zudem belegen, dass der Kreml und Wladimir Putin weiterhin versuchen würden, die Berichterstattung über die Invasion der Ukraine zu verschleiern. Moskau bezeichnet den Krieg weiterhin als „Militärische Spezialoperation“. Anonymous soll insgesamt in Besitz von 820 Gigabyte Daten gekommen sein – darunter E-Mails und Anhänge, die bis in die erste Märzwoche reichen sollen.

Update vom 7. März 2022 um 10:38 Uhr: Die Hacker von Anonymous setzen ihren Cyberkrieg gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin erfolgreich fort. So sollen mehrere russische Fernsehsender zwischenzeitlich gekapert worden sein und dort Bilder vom Krieg in der Ukraine gezeigt worden sein, teilte das Hackerkollektiv laut Focus Online mit. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht. Doch laut dem Medienbericht sollen von dem plötzlichen Programmwechsel unter anderem RT Frankreich, alle staatlichen TV-Sender sowie die russischen Streaming-Plattformen Ivi und Wink getroffen worden sein. Ob und wie lange die Störung des regulären TV-Programms tatsächlich stattfand, ist aber unklar.

Ukraine-Krieg: Anonymous zieht in den Cyberkrieg gegen Wladimir Putin – und kapert TV-Sender

Update vom 28. Februar 2022 um 14:15 Uhr: Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, hat es am Montag wohl einen großen Hackerangriff auf mehrere Staatsmedien und Tageszeitungen in Russland gegeben. Betroffen waren unter anderem die Staatsagentur Tass und die Online-Auftritte der Zeitungen Iswestija und Kommersant. Weil auf den Internetseiten teilweise Banner von Anonymous erschienen, liegt es nahe, dass das Hackerkollektiv für die Angriffe verantwortlich sein könnte. „Wir fordern Sie dringend auf, diesen Wahnsinn zu stoppen, schicken Sie Ihre Söhne und Ehemänner nicht in den sicheren Tod. Putin bringt uns zum Lügen und bringt uns in Gefahr“, hieß es in einem Aufruf der Hacker.

Russland sei von der Welt isoliert, niemand kaufe mehr Öl und Gas, schrieben die Hacker weiter. „In ein paar Jahren werden wir wie in Nordkorea leben. (...) Das ist nicht unser Krieg, lasst uns ihn stoppen!“ Andere Internetseiten waren zwischenzeitlich nicht erreichbar und es wurde eine Fehlermeldung angezeigt. Tass bestätigte die Hackerangriffe, dementierte allerdings Aussagen des Hackerkollektivs. Die geposteten Informationen würden nicht der Wahrheit entsprechen.

Anonymous greift Russland im Cyberkrieg an – erste Attacken treffen Behörden und russische Medien

Update vom 27. Februar 2022 um 14:45 Uhr: Anonymous hält nichts von haltlosen Drohungen. Gerade erst hatte das Hacker-Kollektiv aufgrund des Ukraine-Kriegs Wladimir Putin und Russlands Regierung offiziell den Cyberkrieg erklärt, da folgen den Worten von Anonymous bereits auch schon Taten.

Denn in der Nacht von Donnerstag, 24. Februar 2022, auf Freitag, 25. Februar 2022, hagelt es bereits die ersten Cyber-Attacken. Im Visier der Hackerangriffe von Anonymous stand dabei wohl vorrangig die Webseite des Staatssenders Russia Today, aber wohl auch einige Webseiten des Kreml, der Duma und des russischen Verteidigungsministeriums.

Ukraine-Krieg: Anonymous zieht in den Cyberkrieg mit Wladimir Putin – erfolgreicher Hackerangriff auf Russia Today

Anonymous selbst bestätigte den Cyberangriff auf Russia Today und vermeldete via Post auf einem Twitter-Account des Hackerkollektivs die erfolgreiche Attacke auf den russischen Staatssender. „Das Anonymous-Kollektiv hat die Website des russischen Propagandasenders RT News abgeschaltet“, hieß es in dem Post des geheimen Hacker-Verbundes. Des Weiteren seien auch andere Webseiten der russischen Regierung betroffenen gewesen. Weitere „groß angelegte“ Cyber-Attacken seien in der Planung.

Anonymous kämpft im Ukraine-Krieg gegen Russland – Russia Today bestätigt Hacker-Angriff

Die Auswirkungen des Hackerangriffs von Anonymous schienen bereits am Freitagmorgen wieder behoben gewesen zu sein. Dennoch sah sich der russische Staatssender Russia Today gezwungen, den mutmaßlichen Cyberangriff auf rt.com zu bestätigen. Allerdings gab der Staatssender weder an, wie sehr der eigene Internetauftritt durch Cyber-Attacke in Mitleidenschaft gezogen worden war, noch räumte Russia Today ein, ob der Hackerangriff wirklich der erste Schlag im Cyberkrieg von Anonymous gegen Russland war.

Ukraine-Krieg: Hackerangriffe von Anonymous auf Webseiten des Kreml und der Duma

Darüber hinaus berichtete Russia Today über weitere Hackerangriffe. Laut der Berichterstattung des TV-Senders seien neben der Internetseite des Staatssenders wohl auch die Webseiten des Kremls und der Duma Ziele von Cyberattacken gewesen.

Anonymous mit erfolgreicher Cyberattacke gegen russische Verteidigungsministerium

Auch das Verteidigungsministerium soll mit einer DDos-Attacke angegriffen worden sein. Nach Angaben von t-online.de könnte Anonymous dabei Zugang auf einen Webserver des russischen Verteidigungsministeriums erhalten haben, da das Hackerkollektiv am Freitagabend auf Twitter Listen mit E-Mail-Adressen und Telefonnummern in Umlauf brachte und auch noch einen Link für Download der erbeuteten Daten zur Verfügung stellte.

Kurz darauf twitterte Anonymous, die Datenbank der Website des russischen Verteidigungsministeriums ungeschützt im Internet veröffentlicht zu haben. Das Datenpaket beim Filehoster mega.nz sowie der Tweet sind aber mittlerweile gelöscht worden.

Cyberattacke gegen russischen Geheimdienst: Daten vom FSB erbeutet?

Derweil zog das Hackerforum Raidforums nach Angaben von „Bleeping Computer“ erste Konsequenzen. Das Hackerforum ist eine der Anlaufstelle für die Veröffentlichung oder den Verkauf von Datenpaketen nach erfolgreichen Cyberattacken. Nun erklärte Raidforums, dass alle Nutzer gesperrt würden, die sich von Russland aus einloggen würden.

Ein Grund für die Entscheidung könnte sein, dass ein weiterer Nutzer ein Datenpaket im Hackerforum abgelegt hat, welches Daten, Nutzernamen und Passwörter enthalten soll, die dem Hacker auf der Website des russischen Geheimdienstes FSB ins Netz gegangen sein sollen. Zum ist das Datenpaket laut Bleeping Computer mit der Nachricht versehen: „Guten Abend, das ist einfach eine coole Nachricht an die Russen. Legt euch nicht mit mir an.“

Ob die Daten wirklich vom FSB stammen, lässt sich wenig bis gar nicht bestätigen, allerdings scheint nach Ansichten von Bleeping Computer den User eine gewisse Glaubwürdigkeit auszuzeichnen, da er in der Vergangenheit bereits häufiger Daten von Websites mit der Endung .mil veröffentlicht haben soll. Die Endung .mil steht als Kürzel für das US-Militär.

Hackerangriff: Anonymous legt Website von Gazprom lahm

Auch den staatlichen Energiekonzern Gazprom will Anonymous erfolgreich mit einem Hackerangriff attackiert haben. Auf Twitter ließ die Hackergruppe verlauten, dass sie gazprom.com abgeschaltet haben. Die Website ist daraufhin wiederholt für kurze Zeit nicht erreichbar – über Tage.

Anonymous erklärt Putin den Cyberkrieg: Hackerangriffe richten sich gegen Russlands Regierung

Somit unterstrich Anonymous deutlich, dass das Hackerkollektiv im Ukraine-Krieg gegen Wladimir Putin und Russlands Regierung und nach eigenem Statement für Frieden auf der Welt kämpft. Zudem sprach sich Anonymous erneut für die Unterstützung der Ukraine aus und betonte abermals, dass sich die Hackerangriffe nicht gegen das russische Volk, sondern einzig und allein gegen die russische Regierung und Wladimir Putins Drohung über den Einsatz von Atomwaffen richteten.

„Es ist unvermeidlich, dass auch der private Sektor betroffen sein wird“, betonte allerdings einer der Twitter-Posts des Hackerkollektivs im Hinblick auf die Folgen der Cyber-Attacken, die auch für Einschnitte bei Russlands Bürgerinnen und Bürger sorgen könnten.

Nach Hackerangriffen von Anonymous: Russlands Unterstützer bringen sich in Stellung

Weitere Erfolge im Cyberkrieg gegen Wladimir Putin, Russlands Regierung und den Hackern von Russlands Machthaber oder die Oligarchen-Freunde des russischen Präsidenten könnten in der Zukunft folgen. Allerdings formiert sich unter Russlands Unterstützern zunehmend Widerstand nach den Hackerangriffen von Anonymous, um weitere Angriffe auf russische Einrichtungen oder die Infrastruktur zu verhindern.

So veröffentliche unter anderem die bekannte Ransomware-Gruppe Conti, dass „wir unsere volle Leistung aufbieten werden, um Vergeltungsmaßnahmen auszuführen, sollten westliche Kriegstreiber versuchen, kritische Infrastruktur in Russland oder russischsprachigen Regionen der Welt anzugreifen.“ Die Nachricht ist allerdings mit einem „ABER“ versehen. Die Ransomware-Gruppe unterstrich abermals, dass man sich „nicht mit irgendeiner Regierung verbünde und den laufenden Krieg“ verurteile. Die Gruppe ist aber zum Gegenschlag bereit, wenn friedliche Bürger durch amerikanische Cyberangriffe Gefahr drohe.

Conti hat bisher keine Nähe zu irgendeinem Staat gezeigt und ist vielmehr für Ransomware-Angriffe auf Industrieanlagen berühmt und berüchtigt. Conti steht dabei nur im Schatten der Gruppe LockBit. Allein im vergangenen Jahr sollen die Hacker für über 60 erfolgreiche Cyberattacken verantwortlich gewesen sein.

Erstmeldung vom 25. Februar 2022 um 14:30 Uhr: Kiew/Moskau – Wladimir Putin hat am Donnerstagmorgen einen Angriff auf die Ukraine befohlen. Seitdem tobt in der ehemaligen Sowjetrepublik der Ukraine-Krieg mit Russland, Menschen fliehen und Hunderte Tote müssen beklagt werden. Während die Regierungschefs der EU-Staaten erste Sanktionen gegen Russland und seinen Präsidenten beschlossen haben, stellt sich nun ein neuer Gegner Wladimir Putin entgegen: Das Hackerkollektiv Anonymous hat der Regierung im Kreml offiziell den Cyberkrieg erklärt. Das teilten die Hacker am Donnerstagabend auf mehreren ihrer Twitter-Accounts mit. „Das Kollektiv Anonymous befindet sich offiziell im Cyberkrieg gegen die russische Regierung“, heißt es dort.

Ukraine-Krieg: Hackerkollektiv Anonymous greift russische Internetseiten an

Welche Auswirkungen daraus für Russland resultieren können, musste die russische Regierung um Wladimir Putin, der auch Propaganda gegen die Ukraine einsetzt, wenig später selbst erfahren. Das Hackerkollektiv Anonymous, das durch ihr Kredo „We are Anonymous. We are legion. We do not forgive. We do not forget. Expect us.“ und ihre gezielten Hackerangriffe berühmt geworden ist, konnte bereits erste Erfolge gegen russische Internetseiten während des Ukraine-Kriegs verzeichnen. Unter anderem soll die Webseite des russischen Staatssenders „RT News“ für mehrere Stunden nicht erreichbar gewesen sein. Das teilte Anonymous über Twitter mit. Zudem heißt es: „Mehrere Webseiten der russischen Regierung sind nicht erreichbar.“

Es kann davon ausgegangen werden, dass das Hackerkollektiv Anonymous in den kommenden Tagen seine Bemühungen, der Cyber-Infrastruktur Russlands zu schaden, intensivieren wird. Der Kreml und Wladimir Putin werden sich wohl auf weitere Cyberangriffe einstellen müssen. Wie erfolgreich Anonymous schlussendlich gegen den russischen Militärnachrichtendienst GRU sein wird, bleibt allerdings abzuwarten. „Mr. Putin, Sie sind im Namen der russischen Hegemonie in eine souveräne Nation eingedrungen und haben mit Ihrem Vorgehen Frieden und Stabilität in der Region bedroht. Damit kommen Sie nicht durch!“, begründete das Kollektiv die jetzigen Cyberattacken auf Russland.

Russische Cyberangriffe legten vor der Eskalation im Ukraine-Konflikt Internetseiten der Ukraine lahm

Bereits seit mehreren Wochen vor der Eskalation des Ukraine-Konflikts mehrten sich die Meldungen über mögliche Cyberangriffe Russlands auf die Ukraine. Vergangene Woche kam es zu mehreren Angriffen auf ukrainische Internetseiten, unter anderem waren Seiten des Verteidigungsministeriums und mehrere staatliche Banken betroffen. Die US-Regierung um Präsident Joe Biden machte für die Cyberattacke Russland verantwortlich. „Wir glauben, dass die russische Regierung für die großangelegten Cyberattacken auf ukrainische Banken diese Woche verantwortlich ist“, sagte die für Cyber-Sicherheit zuständige stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin der US-Regierung, Anne Neuberger, am 18. Februar.

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Als Reaktion auf die möglichen Cyberangriffe aus Russland hatte die ukrainische Regierung Freiwillige aus dem ukrainischen Hacker-Untergrund um Hilfe gebeten, um kritische Infrastrukturen zu schützen. Unter anderem warben Verantwortliche in Hackerforen für die Unterstützung. Ob es sich dabei um offizielle Beiträge der Regierung handelt, ist derweil unklar. Wie unter anderem der Tagesspiegel schreibt, hatte ein Verteidigungsattaché in der ukrainischen Botschaft in Washington erklärt, er kann Informationen über den Aufruf weder bestätigen noch dementieren. Wie es weiter heißt, seien allerdings bereits Hunderte Bewerbungen eingegangen, die geprüft würden, um sicherzustellen, dass darunter kein russischer Agent sei. 

Hackerangriffe auf die Ukraine: Anonymous holt zum Gegenschlag gegen Russland aus

Auch ohne offizielle Zusammenarbeit zwischen Hackern und der Regierung hat die Ukraine im Konflikt mit Russland mit Anonymous nun einen starken Verbündeten an der Seite. Wie das Hackerkollektiv auf Twitter schreibt, wolle man mit den Cyberangriffen die russische Regierung treffen. Allerdings könnte nicht ausgeschlossen werden, dass auch der private Sektor betroffen ist. Die jüngsten Hackerattacken würden sich allerdings nicht gegen die Bevölkerung Russlands richten. Russland hat nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland die Hackerangriffe bestätigt. Ein Sprecher von RT erklärte in einer Berichterstattung, dass neben der eigenen Internetpräsenz auch Webseiten des Kremls, der Duma und des Verteidigungsministeriums im Visier von Hackerangriffen gestanden haben. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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