Personalwechsel

Klingbeil und Kühnert: Neues SPD-Traumduo – kann das klappen?

Sie könnten gegensätzlicher nicht sein: Lars Klingbeil und Kevin Kühnert. Jetzt sollen sie als Chef und Generalsekretär die SPD führen – funktioniert das?

Berlin – Lars Klingbeil und Kevin Kühnert trennt auf den ersten Blick mindestens soviel, wie sie eint. Sie gehören verschiedenen Flügeln an, zeigen sich aber immer wieder versöhnlich. Kevin Kühnert wird nun neuer Generalsekretär der SPD, den Co-Vorsitz soll Lars Klingbeil übernehmen. Die beiden könnten das Symbol endender Flügelkämpfe in der SPD sein. Doch können so gegensätzliche Positionen auch langfristig zusammen funktionieren?

Name:Kevin Kühnert
Partei:SPD
Zukünftige Position:SPD-Generalsekretär

SPD: Kevin Kühnert soll Lars Klingbeil als SPD-Generalsekretär ersetzen – Vorstand stimmt zu

Die SPD sucht eine neue Personalie für die Position des Generalsekretärs – und hat sie mit Kühnert gefunden. Am Freitag schlug die Parteispitze laut der Deutschen Presse-Agentur den früheren Juso-Chef für den Posten vor. Das Präsidium stimmte der Personalie zu, eine offizielle Nominierung des Parteivorstands stand am Nachmittag noch aus.

Der ehemalige Jusos-Chef soll damit die Nachfolge von Lars Klingbeil antreten. Dieser will seinerseits den Parteivorsitz der SPD übernehmen. Als Kühnerts Co-Vorsitzender soll Klingbeil weiterhin mit dem künftigen Generalsekretär zusammenarbeiten. Bei der Bundestagswahl war Kühnert ins Parlament eingezogen, ist aktuell SPD-Vizechef. Auch dieses Amt müsste dann neu besetzt werden: Als heißer Kandidat gilt NRW-Landeschef Thomas Kutschaty. Bei der SPD werden fleißig Stühle gerückt.

Gegner oder Freunde: Kevin Kühnert und Lars Klingbeil (beide SPD) werden führende Köpfe der Genossen.

SPD-Führung: Klingbeil und Kühnert übernehmen – politisch trennt die beiden SPD-Politiker vieles

Lars Klingbeil gehört dem Seeheimer Kreis innerhalb seiner Partei an und damit dem rechten Parteiflügel. Kevin Kühnert lässt sich auf der Gegenseite verorten. Besonders zu Zeiten der Groko waren Klingbeil und Kühnert erbitterte Widersacher. Kevin Kühnert hatte sich 2017 wiederholt entschieden gegen die Koalition mit der Union stark gemacht, Lars Klingbeil sah das sinngemäß anders. Kühnert hatte sich dadurch in der Partei nicht nur Freunde gemacht, bei der jungen Parteibasis der Jusos dafür umso mehr. Seiner Karriere schadete das nicht – nun wird er Generalsekretär.

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Klingbeil gilt in seiner Partei als Brückenbauer zwischen den Lagern. Für diese Einschätzung spricht auch sein Verhältnis zu seinem linken Parteikollegen Kevin Kühnert. Klingbeil wird nachgesagt, mit allen zu können. Einige Stimmen behaupten, er würde der SPD die Lust am Zoff austreiben. Klingbeil sorgte auch im Wahlkampf für relative Geschlossenheit – einem Wahlkampf, in dem er die SPD-Kampagne federführend mitorganisiert hatte. In der Partei wuchs dadurch sein Ansehen, das führt den Niedersachsen Lars Klingbeil nun an die Spitze seiner Partei – zusammen mit Saskia Esken.

SPD: Klingbeil und Kühnert verstehen sich blendend – Wechsel als Minister ins Ampel-Kabinett steht nicht an

Lars Klingbeil bezeichnet seinen Parteikollegen Kevin Kühnert als „Freund“. Er erklärte, beide würde dasselbe Verständnis von Politik einen, über alle inhaltliche Differenzen hinweg. Freundschaften wären in der Politik selten, Kühnert wäre so einer. Auch politisch adelt Klingbeil den Ex-Juso: Für den künftigen SPD-Parteichef ist Kühnert das größte politische Talent seit Gerhard Schröder – aus Lars Klingbeils Mund ist das ein Lob.

So groß die politischen Differenzen zwischen Klingbeil und Kühnert auch sein mögen, es funktioniert zwischen beiden – ob langfristig zeigt die Zeit. Klingbeil sagte einst, er selbst als auch Kühnert würden das Bauen von Brücken fördern. Die zwischen ihnen persönlich ist bereits geschlagen: Lars Klingbeil und sein „Freund“ Kevin Kühnert als Co-Vorsitzender und Generalsekretär, das kann Symbolkraft in der SPD haben – die beiden Parteiflügel freundschaftlich vereint.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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