Bundestagswahl 2021

„Klartext“ (ZDF): Baerbock diskutiert mit AfD-Mitglied über Menschenrechte

Gut eine Woche vor der Bundestagswahl stellte sich Annalena Baerbock (Grüne) beim ZDF den Fragen der Gäste. Mit einem AfD-Mitglied diskutierte sie über Migration.

Berlin – Sie hat den Kampf ums Kanzleramt noch nicht aufgegeben: Annalena Baerbock (Grüne) gab sich trotz ihres festgefahrenen dritten Platzes in den Wahlumfragen vor der Bundestagswahl 2021 dennoch kämpferisch. In der ZDF-Sendung „Klartext“ machte sie deutlich, dass sie regieren will und betonte, dass Deutschland nun die Grünen brauche, um einen wirklichen Aufbruch zu schaffen. Nach den Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) stellte sie sich als dritte Kandidatin den Fragen der Wähler und zeigte sich und einfühlsam.

Deutsche Politikerin: Annalena Baerbock
Geboren:15. Dezember 1980 (Alter 40 Jahre), Hannover
Ehepartner:Daniel Holefleisch
Partei: Bündnis 90/Die Grünen

Annalena Baerbock (Grüne): AfD-Mitglied will über Migration sprechen

Der Grünen-Politikerin Annalena Baerbock gelang es, auf jeden Gast einzugehen, nahm die Probleme der Menschen ernst, suchte den Dialog und sprach über das Wahlprogramm von Bündnis90/Die Grünen. Fast schon zum Ende der Sendung ging es schließlich um das Thema Migration: Eine junge Frau, Tochter vietnamesischer Einwanderer und AfD-Mitglied, wollte von der Grünen-Kanzlerkandidatin wissen, wie sie bei Masseneinwanderungen die Frauen hierzulande schützen werde und sprach sich dafür aus, die Einwanderung von Menschen aus muslimischen Ländern zu begrenzen.

Baerbock antwortete routiniert: „Die Abschiebungen nach Afghanistan müssen gestoppt werden, weil es ein Völkerrecht gibt.“ Die Antwort stieß auf große Zustimmung unter den Gästen – viele gaben gleich mehrfach Applaus. Die Grünen-Kanzlerkandidatin erklärte, dass es nicht sein könne, dass Familien hier in der Unsicherheit leben müssen, eventuell in ein Taliban regiertes Land abgeschoben zu werden. Sie betonte mit Nachdruck wie wichtig ein Stopp der Abschiebungen nach Afghanistan sei.

Baerbock bei „Klartext“: „Menschenrechte gelten für alle“

Das Völkerrecht sei diesem Fall klar: Man könne nicht in ein Land abschieben, wo Menschen mit der Todesstrafe bedroht würden. Auf die Herrschaft der Taliban bezogen, ergänzte Baerbock: Dort sei jetzt eine Herrschaft an der Tagesordnung, unter der tagtäglich Menschen aufgrund ihrer politischen Positionen getötet werden. „Menschrechte sind unteilbar und gelten für alle Menschen der Welt.“ Aus diesem Grund sei es nicht zu akzeptieren, dass Menschen, die aus gewissen Ländern kommen, grundsätzlich ihr Asylrecht zu verwehren. Es sei immer eine Einzelfallentscheidung.

Annalena Baerbock im Wahlkampfmodus. Die Kanzlerkandidatin der Grünen stellt sich im ZDF den Publikums-Fragen. (Archivfoto)

Da die Frau vorher ihre Sorge vor der Rückkehr möglicher Straftäter gesprochen hatte, betonte Baerbock die Rechtstaatlichkeit in Deutschland. Ein Vergewaltiger oder Gefährder, der straffällig wurde, käme auch hierzulade ins Gefängnis oder werde sicherheitsverwahrt. Die Fragenstellerin hatte zudem von ihrer Angst vor Masseneinwanderungen gesprochen – sie habe besonders als Frau Angst um ihr Leben und zählte Fälle von Übergriffen auf Frauen auf. Die Diskussion ging hin und her – damit wurde nochmal klar, dass Annalena Baerbock (Grüne) bei ZDF-“Klartext“ auf die Wut ausgewählter Gäste traf*.

Annalena Baerbock: Grüne will bis zur Bundestagswahl 2021 kämpfen

Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock betonte nochmals, dass jeder die gleichen Rechte habe und es keine Vorverurteilungen geben dürfe. Im Bezug auf mögliche Übergriffe auf Frauen ergänzte sie, dass für Frauen die größte Gefahr nicht von Asylbewerbern ausgehe, sondern von ihren Partnern oder Ehemännern.

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Nicht nur bei diesen Fragen gab sich Annalena Baerbock kämpferisch. In den letzten Minuten der Sendung geht es ums Thema Rente. Die Kanzlerkandidatin sagte einem Rentner, der nur von 728 Euro pro Monat lebt, dass seine Rente aufgestockt werden müsse, damit er seine Familie ernähren kann. Zum Ende wollte Moderatorin Bettina Schausten von Baerbock wissen, was passiere, wenn sie bei der Bundestagswahl 2021 nicht Kanzlerin werde. Die Grüne betonte nochmal, dass sie weiterhin kämpfen werde, um mit den Grünen in der Regierung einen Aufbruch zu schaffen. * kreiszeitung.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Arnulf Hettrich/Imago Images

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