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Kindergeld und Grundfreibetrag: Neues Entlastungspaket? Lindner will Erhöhung

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Von: Anika Zuschke

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Steht ein neues Entlastungspaket in den Startlöchern? Finanzminister Lindner fordert eine Erhöhung vom Kindergeld und dem steuerlichen Grundfreibetrag.

Berlin – Finanzminister Christian Lindner will eine Erhöhung des Kinderbonus und des steuerlichen Grundfreibetrags. Werden die Rufe nach einem neuen Entlastungspaket also erhört? Mit dem Ukraine-Krieg und den damit einhergehenden steigenden Energiepreisen geraten viele Menschen in Deutschland finanziell an ihre Grenzen. Aus dem Grund wurde bereits die Energiepauschale in Höhe von 300 Euro sowie ein Heizkostenzuschuss 2022 von der Bundesregierung auf den Weg gebracht. Am Mittwoch, 27. Juli 2022, schlug Finanzminister Christian Lindner (FDP) nun darüber hinaus eine Steuersenkung sowie ein höheres Kindergeld vor, um die Bürger zusätzlich zu entlasten. Eine Einkommensklasse könnte davon besonders profitieren.

Kindergeld und Grundfreibetrag: Neues Entlastungspaket? Finanzminister Lindner will Erhöhung

Lindner werde eigenen Aussagen zufolge „einen Vorschlag machen für die Erhöhung des Grundfreibetrags“, versprach der FDP-Politiker laut Deutscher Presse-Agentur (dpa). Der Grundfreibetrag entspricht dem Einkommen, bis zu dem als Existenzminimum keine Steuer gezahlt werden muss – dieser wurde erst vor einigen Wochen rückwirkend zum 1. Januar 2022 um 363 Euro erhöht und liegt nun bei 10.347 Euro im Jahr.

Abgesehen davon werde der Finanzminister einen neuen Einkommensteuertarif vorschlagen, der die Inflation berücksichtige. „Damit die Menschen nicht mehr belastet werden, obwohl sie eigentlich Kaufkraftverlust haben“, begründete Lindner laut dpa den Vorschlag. Die Inflation in Deutschland ist im Juli den zweiten Monat in Folge etwas gesunken und lag „nur noch“ bei 7,5 Prozent. Damit verblieb die Teuerungsrate aber immer noch deutlich über der Sieben-Prozent-Marke.

Kinderbonus wird im Juli 2022 ausgezahlt – kommt bald auch die Erhöhung vom Kindergeld?

Da Familien mit Kindern besonders unter den explodierenden Preisen im Alltag leiden, forderte Lindner zudem eine Erhöhung des Kindergeldes. Dieses beträgt bislang 219 Euro im Monat für das erste und zweite Kind sowie 225 Euro für den dritten Nachwuchs und ab dem vierten Kind 250 Euro im Monat.

Um Eltern auch in diesem Jahr schon finanziell zu entlasten, wurde bereits im Juli 2022 der Kinderbonus in Höhe von 100 Euro pro Kind ausgezahlt – im Falle von Unterhaltszahlungen müssen die Erziehungsberechtigten jedoch einiges beachten.

Lindner fordert Erhöhung vom steuerlichen Grundfreibetrag und höheres Kindergeld – Topverdiener profitieren

Inwieweit die Vorschläge von Christian Lindner umgesetzt würden, müsse ihm zufolge die Meinungsbildung innerhalb der Bundesregierung in den nächsten Wochen zeigen. Im Zuge seiner vorgeschlagenen Steuersenkung kündigte der FDP-Politiker für 2023 auch den Abbau der kalten Steuerprogression an. Der Begriff bezeichnet t-online.de zufolge den Effekt, dass jemand durch eine Lohnerhöhung, die nur die Inflation ausgleicht, in einen höheren Steuertarif rutscht und somit im Endeffekt weniger Geld auf dem Konto hat.

Finanzminister Christian Lindner (FDP) im Kanzleramt in Berlin.
Finanzminister Christian Lindner fordert eine Erhöhung vom Kindergeld und Grundfreibetrag. © Emmanuele Contini/Imago

Eine am Donnerstag, 28. Juli 2022, veröffentlichte Modellrechnung der Arbeitnehmerkammer Bremen zeigt aber jetzt schon, dass solche Steuersenkungen besonders Topverdienern viel bringen würden. Demzufolge würde ein Single mit 600.000 Euro Bruttojahreseinkommen gut 1.100 Euro weniger Steuern zahlen, eine vierköpfige Familie mit 40.000 Euro Jahresbrutto würde hingegen nur um etwa 300 Euro entlastet werden.

Details zu dem Vorhaben hat Lindner noch nicht genannt, deswegen wurde für die Berechnungen eine Erhöhung der Tarifeckwerte um sechs Prozent angenommen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Trotz der ungleichen Verteilung der Resultate bei den anvisierten Steuersenkungen verteidigte das Bundesfinanzministerium das Vorhaben.

Neues Entlastungspaket 2022 oder 2023? Politik fordert jetzt schon weitere finanzielle Hilfen

Neben der Erhöhung von Grundfreibetrag und Kindergeld möchte Lindner im Zuge neuer Entlastungen auch die Pendlerpauschale ab 2023 deutlich erhöhen. Zudem soll es für Hartz-IV-Empfänger mit der Einführung vom Bürgergeld ab dem nächsten Jahr höhere Regelsätze geben.

In der Politik werden aber zunehmend auch Forderungen nach einem neuen Entlastungspaket noch in diesem Jahr laut. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil beispielsweise wünscht sich wegen der hohen Energiepreise ein weiteres Entlastungspaket 2022 und auch die CSU fordert mit der Energiepreispauschale für Rentner neue finanzielle Hilfen für die Bürger.

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