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Kinderbonus: Wo eintragen? Das gilt bei der Steuererklärung

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Von: Jens Kiffmeier

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Wegen Corona und Energie: Familien werden mit einem Kinderbonus entlastet. Doch in der Steuererklärung ist das Angeben eine Pflicht. Das muss man jetzt wissen.

Berlin – Erst 300 Euro, dann 150 Euro und jetzt noch einmal 100 Euro: Wegen außergewöhnlichen Belastungen in der Corona-Pandemie und der Energiekrise entlastet die Bundesregierung die Familien in Deutschland seit drei Jahren mit einem Kinderbonus. Derzeit läuft die Auszahlung aus dem aktuellen Entlastungspaket 2022. Doch was ist mit dem Zuschuss aus dem vergangenen Jahr? Viele Eltern müssen ihre Steuererklärung einreichen und fragen sich: Ist der Zuschlag steuerpflichtig? Und wenn ja, wo muss ich ihn eintragen?

Kinderbonus: Die Einmalzahlung aus dem Entlastungspaket muss in der Steuererklärung angegeben werden

Seit drei Jahren kämpfen die Familien mit gestiegenen Lebenshaltungskosten. Erst verursachte die Corona-Pandemie zusätzliche Belastungen, nun schröpft die Inflation mit der Energiekrise das monatliche Haushaltseinkommen. Mit mehreren Entlastungspaketen hat sich die Bundesregierung gegen diesen Trend gestemmt: 2020 wurde an Familien zusätzlich zum Kindergeld eine Einmalzahlung von 300 Euro überwiesen – pro Kind. Im Folgejahr 2021 waren es 150 Euro. Aktuell beträgt der Kinderbonus 100 Euro, die in diesem Juli ausgezahlt werden. Dabei muss der Kinderbonus nicht extra beantragt werden. Doch die Familien müssen den Zuschlag in der Steuererklärung angeben.

Der Kinderbonus muss in der Steuererklärung 2021 angegeben werden. Doch wo eintragen? Auf dem Bild steht eine Frau am Computer. Im Hintergrund ist ein Formular für das Finanzamt zu sehen.
Der Kinderbonus muss in der Steuererklärung 2021 angegeben werden. Doch wo eintragen? © Uwe Anspach/ Armin Weigel/dpa

Kinderbonus: Frist für die Steuererklärung 2021 läuft bis Oktober – Angabe der 150 Euro ist Pflicht

Was heißt das? In diesem Jahr ist die Steuererklärung 2021 fällig. Bis zum 31. Oktober 2022 läuft für die meisten Steuerzahler in Deutschland die Frist zur Abgabe. Dabei muss der Kinderbonus vom vergangenen Jahr eingetragen werden. Die Einmalzahlung zum Kindergeld stellt grundsätzlich kein steuerpflichtiges Einkommen dar. Jedoch ist die Angabe in der Anlage zum Kind eine Pflicht.

Denn bei der Einkommensteuerveranlagung wird der Kinderbonus zusammen mit dem Kindergeld bei einer sogenannten Günstigerprüfung durch das Finanzamt verrechnet. Der Kinderbonus wird aber nicht auf Hartz IV angerechnet. Personen in den unteren Einkommen sollen dadurch stärker von der Bonuszahlung profitieren als Besserverdiener.

Kinderbonus steuerfrei oder steuerpflichtig? Finanzamt führt bei der Steuer eine Günstigerprüfung durch

Die Günstigerprüfung ist eine Vergleichsrechnung. Dabei checkt das Finanzamt, ob das Kindergeld und der Kinderbonus für die Familie günstiger sind oder die Entlastung aus den Kinderfreibeträgen. Je höher das Einkommen sei, desto günstiger wirkten die Kinderfreibeträge, teilt das Bundesfinanzministerium auf der Homepage mit.

Wer bekommt den Kindergeldbonus?

Für die Steuererklärung 2021 gilt: Alle Kinder, die im Jahr 2021 mindestens für einen Monat Anspruch auf Kindergeld hatten, haben einen Kinderbonus ausgezahlt bekommen. Gleiches gilt auch im laufenden Jahr. Aus dem aktuellen Entlastungspaket 2022 wird die Einmalzahlung im ab Juli auf das Konto überwiesen. Auch für Kinder, die in diesem Jahr erst geboren werden, soll es den Zuschlag geben.

Alle Familien, für die bisher das Kindergeld für alle Kinder günstiger war als die Entlastung durch die steuerlichen Kinderfreibeträge, profitierten in voller Höhe von dem Kinderbonus. Je höher das Einkommen ist, um so mehr wird der Vorteil durch den Kinderbonus abgeschmolzen. Denn Besserverdiener sollen steuerlich nicht doppelt profitieren. Eine genaue Einkommensgrenze ist aber nicht festgelegt, da jeder Steuerfall eine Einzelbewertung sei, heißt es seitens des Ministeriums. 

Kinderbonus in der Steuererklärung: Wo eintragen? Das Finanzamt hat dafür eine genaue Zeile

Deshalb ist die Angabe in der Steuererklärung auch verpflichtend. Aber wo soll man den Kinderbonus eintragen? Die Stiftung Warentest hat die nötige Erklärung dafür parat: Demnach sollen die Steuerzahler für jedes Kind eine sogenannte Anlage Kind ausfüllen. In Zeile 6 wird dann angegeben, wie viel Kindergeld und wie viel Kinderbonus das jeweilige Familienmitglied erhalten hat.

Das gleiche Prinzip gilt dann auch im Folgejahr 2023 bei der Abgabe der Steuererklärung 2022. Dann müssen die 100 Euro aus dem aktuellen Entlastungspaket 2022 deklariert werden. Die Auszahlung ist im Juli gestartet worden, wenige Tage versetzt zum Kindergeld. Bei vielen Familien dürfte der Kinderbonus bereits auf dem Konto gelandet sein.

Kinderbonus 2022: Ruf nach neuem Entlastungspaket wird lauter – Minister Lindner wehrt sich noch

Ob die Zahlung eines Kinderbonus darüber hinaus weiter fortgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Angesichts der dauerhaft hohen Preise bei Lebensmitteln, Sprit, Strom und Gas wurde zuletzt in der Politik der Ruf nach einem neuen Entlastungspaket bereits laut. Jedoch hat die Ampel-Koalition von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dazu noch keine einheitliche Linie gefunden. Während SPD und Grüne sich für die Verlängerung vieler Maßnahmen starkmachen, steht die FDP auf der Bremse.

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So vertröstete Finanzminister Christian Lindner (FDP) die Deutschen bereits in puncto eines neuen Entlastungspakets 2022. Neben dem Kinderbonus hatte die Koalition in den vergangenen Wochen auch einen Tankrabatt, ein 9-Euro-Ticket, eine Energiepreispauschale und einen Hartz-IV-Bonus auf den Weg gebracht. Alles zusammen belastet den Bundeshaushalt um fast 30 Milliarden Euro. „Das“, so Lindner, „sollten wir erst einmal wirken lassen.“

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