Neu-Besetzung der Fraktionsspitze

Katharina Dröge: Wird sie die neue Fraktionschefin der Grünen?

Der Schacher um die Ministerposten innerhalb der Parteien der Ampel-Koalition scheint beendet. Doch bei den Grünen sind damit noch nicht alle Personalien geklärt: Eine neue Fraktionsspitze muss gewählt werden.

Berlin – Bei den Grünen sorgte zuletzt die Besetzung des Landwirtschaftsministeriums für Aufregung: Cem Özdemir hatte Parteikollegen Anton Hofreiter im Rennen um das Ministerium ausgestochen und damit für Wirbel gesorgt. Der amtierende Fraktionschef Anton Hofreiter ging bei der Besetzung der Ministerien somit leer aus, genau wie seine Kollegin Katrin Göring-Eckardt. Jetzt muss auch die Fraktionsspitze neu besetzt werden: Eine der Bewerberinnen darauf heißt Katharina Dröge.

Name:Katharina Dröge
Partei:Bündnis 90/Die Grünen
Amt:Mitglied des Deutschen Bundestages seit 2013

Katharina Dröge: Aus Ladbergen nach Köln, von Köln an die Grünen-Fraktionsspitze?

Die Grünenpolitikerin Dröge wurde 1984 in Münster geboren. Ihre Jugend verbrachte sie nur unweit von ihrem Geburtsort, in der Gemeinde Ladbergen, im Tecklenburger Land. Mit ihren Eltern und ihrem Bruder lebte sie dort bis zu ihrem Abitur im Sommer 2004. Danach zog es Dröge nach Köln – dem Ort, der für ihre weitere politische Karriere entscheidend werden sollte. In Köln studierte sie bis zu ihrem Abschluss als Diplom-Volkswirtin im Herbst 2010 Volkswirtschaftslehre. Der Stadt hat Dröge seither nicht den Rücken gekehrt: Sie lebt mit ihrem Ehemann in Köln. Nun winkt ihr die Grünen-Fraktionsspitze.

Die Grüne Katharina Dröge, ihre Erfahrungen und ihr politischer Lebenslauf

Katharina Dröge ist ein echtes grünes Eigengewächs. Ihr politischer Lebenslauf begann schon in jungen Jahren in der Grünen Jugend. Zwischen 2002 und 2006 war sie Landesvorsitzende der Grünen Jugend in NRW, bevor sie 2009 Vorsitzende der Grünen im Kreisverband Köln wurde. In dieser Position blieb sie bis 2014. Bereits 2013 kandidierte sie zudem bei der Bundestagswahl für den Wahlkreis Köln III, wobei es ihr gelang über die Landesliste der Grünen in den Bundestag einzuziehen.

Katharina Dröge: Sie könnte die neue Fraktionschefin der Grünen werden.

In dieser Legislaturperiode war Dröge Sprecherin für Wettbewerbspolitik der grünen Bundestagsfraktion sowie Obfrau im Ausschuss für Wirtschaft und Energie. Seit 2018 ist Dröge eine von vier parlamentarischen Geschäftsführerinnen der Baerbock- und Habeck-Partei und gehört dem Fraktionsvorstand an. Dröge agiert für die Grünen im Bundestag als Sprecherin für Wettbewerbs- und Handelspolitik. Als Wirtschaftsexpertin ist sie darüber hinaus seit 2019 Sprecherin für Wirtschaftspolitik.

Grünenpolitikerin Dröge hält ihre Partei für alternativlos – auch unter den Ampelparteien

Auf ihrer Website erklärt die Grünenpolitikerin, für sie gäbe es keine andere Partei in Deutschland, die mit der nötigen Konsequenz, Beharrlichkeit, Weitsicht und Innovation den Umwelt- und Klimaschutz verfolge. Als für sie entscheidende Themen führt Dröge den Schutz von Menschenrechten, die Stärkung von BürgerInnenrechten, soziale Gerechtigkeit und die kritische Bewertung von Kriegseinsätzen an. Für die eigene Bundestagsfraktion fordert Dröge eine Kultur der Offenheit gegenüber Kritik und Ideen – ebenso wie transparente Strukturen.

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Die Grüne Katharina Dröge möchte „das Land wirklich verändern“ – Corona und die Klimakrise will sie als gemeinsame Herausforderung meistern

In ihrer Bewerbung auf den Fraktionsvorsitz erklärt die Wirtschaftspolitikerin Dröge laut Tagesschau, sie wolle „Verantwortung übernehmen für die Zeit, die vor uns liegt“. Die im Ampel-Koalitionsvertrag festgeschriebenen Ziele möchte sie „politische Realität“ werden lassen. Zur Verantwortung der Bundestagsfraktion sagte Dröge weiter: „Nun ist es an uns, dieses Land wirklich zu verändern“. Das sind große Ziele. Die Berufung auf den Koalitionsvertrag dürfte einigen nicht reichen: Kritischen Beobachtern zufolge haben sich die Grünen bei den Koalitionsverhandlungen über den Tischen ziehen lassen.

Bezogen auf Corona-Maßnahmen äußert Dröge, die Menschen hätten das Recht auf ein entschlossenes und nachvollziehbares Vorgehen. Ihre Partei stehe für eine Strategie, die gut erkläre, langfristig sei, soziale Härten abmildere und Menschen konsequent schütze. Von den Grünen fordert sie zudem „Impulse“ in der Klimapolitik.

Aber: Entschiedener Klimaschutz ist für die Grünenpolitikerin Aufgabe aller Parteien. Die Vorstellungen davon, wie Klimaschutz aussehen soll, gehen in der Koalition auseinander – das Konfliktpotential unter den Ampelparteien ist groß. Auch Katharina Dröge dürfte den Verbrenner-freundlichen Vorstoß des designierten Verkehrsministers Volker Wissing (FDP)* mit Ablehnung verfolgt haben.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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