Klimaschutzdebatte

Kanzlerkandidat Armin Laschet: „Tempo 130 ist unlogisch“

Gut für das Klima, schlecht für Raser? Armin Laschet (CDU) wehrt sich gegen ein pauschales Tempolimit 130 auf Autobahnen. Er setzt auf den Vormarsch der E-Autos.

Berlin – Die Grünen wollen es und die SPD auch: das Tempolimit auf deutschen Autobahnen*. Doch in der Union stößt die Forderung nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 Kilometern pro Stunde auf Ablehnung. So bezweifelt CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet jetzt den erhofften Effekt für den Klimaschutz und argumentiert mit dem Vormarsch der Elektromobilität. „Warum soll ein Elektrofahrzeug, das keine CO2-Emissionen verursacht, nicht schneller als 130 fahren dürfen? Das ist unlogisch“, sagte Laschet dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Deutscher Politiker:Armin Laschet (CDU)
Geboren:18. Februar 1961, Aachen
Privat:verheiratet, drei Kinder
Aktuelle Ämter:NRW-Ministerpräsident Parteichef

Die Debatte um Tempo 130 auf deutschen Autobahnen schwelt seit Wochen als Thema im Bundestagswahlkampf. Sowohl Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Grüne) als auch SPD-Mitbewerber Olaf Scholz haben sich bereits für die Einführung stark gemacht. Hintergrund sind Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe, wonach mit einem Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf Autobahnen*, Tempo 80 auf Landstraßen und Tempo 30 in der Stadt bis 2034 rund 100 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden könnten.

Bundestagswahl 2021: Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) lehnt Tempolimit 130 auf Autobahn ab

Zuletzt hatte ein Urteil vom Bundesverfassungsgericht die Bundesregierung unter Druck gesetzt. So müssen bis Ende des kommenden Jahres die Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen für die Zeit nach 2030 konkret festgelegt werden. Für die Grünen und die SPD könnte daher das prophezeite Einsparpotenzial eines Tempolimits ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Erreichung dieser Ziele sein. Auch eine Verteuerung von Benzin spielt in dieser Debatte eine Rolle.

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Für Laschet indes löst sich das Problem von alleine. So setzt er auf den Fortschritt in der Elektromobilität. Statt Debatten über Klimaschutzziele und Tempolimits zu führen, sei es wichtig, die umweltschonenden Technologien zu verbessern. „Das ist zentral“, betonte er in dem RND-Interview. Wenn das Elektroauto nur noch 130 fahren dürfe, sei dem Klima nicht geholfen, sagte der CDU-Parteichef.

Ohnehin gebe es auf deutschen Autobahnen bereits jetzt eine unfreiwillige Geschwindigkeitsbegrenzung. Durch das hohe Verkehrsaufkommen betrage die durchschnittliche Geschwindigkeit sowieso nur 117 Kilometer pro Stunde.

Tempo 130 wie in Frankreich? CDU setzt lieber beim Klimaschutz auf Elektro-Autos

Eine Antwort, wie die Union aber die vom Bundesverfassungsgericht angemahnten Klimaschutzziele erreichen will, blieb der Unionskandidat zunächst schuldig. Unklar ist auch, ob die Etablierung der Elektromobilität tatsächlich schnell genug voranschreitet. Zwar haben die großen Autohersteller das Aus für den Verbrennungsmotor bis 2030 versprochen und zuletzt die Produktion der E-Autos mit tausenden Jobs hochgefahren. Doch bislang bewegt sich noch viel im Ankündigungsbereich.

Immerhin: Im Juli wird die Marke von einer Million E-Autos auf deutschen Straßen wohl geknackt werden. Das kündigte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in der vergangenen Woche an. Doch, damit Laschet recht behält, müssen die Deutschen weiterhin kräftig in die neue Technologie investieren. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld

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