Minister nennt magische Impf-Quote

Spahn erhöht den Druck: Herbst-„Beschränkungen“ für Ungeimpfte?

Gesundheitsminister Jens Spahn Anfang Juli bei einer Bundespressekonferenz in Berlin
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Gesundheitsminister Jens Spahn Anfang Juli bei einer Bundespressekonferenz in Berlin.

Eine Impfpflicht gibt es in Deutschland nicht. Jedoch erklärt Jens Spahn, dass in dieser Zeit die Weichen gestellt werden, wie stark Corona das Land im Herbst noch im Griff hat.

Berlin - Inwieweit wird Deutschland im anstehenden Herbst die Corona-Pandemie* überwunden haben? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn macht mögliche neuerliche Einschränkungen in der nächsten kalten Jahreszeit vom Fortschritt bei der Immunisierung der Bevölkerung abhängig. "Wir entscheiden jetzt darüber, wie der Herbst wird, wie der Winter wird durch die Impfkampagne", erklärte der CDU-Politiker am Freitag den Sendern RTL und n-tv.

Dabei richtete der 41-Jährige einen Appell an das Verantwortungsgefühl der Bürger: "Jeder Einzelne entscheidet das", ließ der Unionspolitiker wissen. Wer sich fragt, wie lange man in Einrichtungen wie dem öffentlichen Nahverkehr, Geschäften oder am Arbeitsplatz noch eine FFP2-Schutzmaske* tragen muss, dem gab Spahn indirekt die Antwort: Bei einer Impfquote von über 70 Prozent würden wahrscheinlich nur "Basismaßnahmen" wie Abstand und Masken gebraucht werden, führte er aus.

Corona: Gleiche Rechte für nicht Geimpfte? „Können wir nicht, müssen wir auch nicht“

So werde es im Hinblick auf weitere Lockerungen eine Rolle spielen, ob jemand gegen Corona geimpft ist, oder nicht. "Jemand, der geimpft ist, den können wir nicht und müssen wir auch nicht mit den gleichen Beschränkungen belegen, wie jemand, der nicht geimpft ist", sagte der Minister.

Ähnlich hatte sich zuletzt auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geäußert. Der möchte auch an ungewöhnlichen Orten Impfmöglichkeiten schaffen und sprach über Perspektiven mit steigender Impfquote beispielsweise für den Besuch von Clubs oder Bars.

Amtskollege Bodo Ramelow (Linke), der kürzlich mit einem eigentümlichen Musikvideo* verblüffte, machte sich für ein Ende der Corona-Maßnahmen stark. "In nächster Zeit kann jeder, der es will, geimpft sein", sagte er in einem Gespräch mit dem Spiegel. "Wir sollten im Herbst zur Normalität zurückkehren - auch unter der Erkenntnis von Varianten, die sich aggressiver verbreiten."

Corona-Impfung: Knapp 50 Mio. Bundesbürger mindestens einmal geimpft

Nichtsdestotrotz wird eine Impfpflicht in Deutschland vorerst weiter nicht Einzug erhalten:

Unterdessen sind in der Bundesrepublik offenbar bislang rund 45 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden am Donnerstag landesweit 736.361 Impfdosen verabreicht. Damit hätten bis zum 15. Juli rund 37,7 Millionen Bürger beide Impfungen erhalten. 49,5 Millionen Menschen hätten hierzulande bereits mindestens eine Impfung erhalten, das entspreche etwa 60 Prozent. (PF/AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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