Der jüngste Bundesminister

Jens Spahn: Ehemann, Lebenslauf und Karriere - Der Minister im Porträt

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Pressekonferenz von Bundesgesundheitsminister Spahn

Gesundheitsminister Jens Spahn hat das Amt des CDU-Vorsitzenden verpasst. Wir zeigen, was man über seinen Lebenslauf und seinen Ehemann Daniel Funke wissen sollte.

Update vom 7. Dezember 2018: Jens Spahn war der dritte Kandidat im Rennen um den CDU-Vorsitz. Im ersten Wahlgang erreichte er auf dem CDU-Parteitag 15,7 Prozent der Stimmen - ein Achtungserfolg, aber nicht genug für den Sprung an die Parteispitze.

In seiner Bewerbungsrede zur Wahl des Parteichefs hat Spahn am Freitagnachmittag zu einem Neuaufbruch aufgerufen. Die CDU brauche kein "Weiter so" und "kein Zurück in die Vergangenheit", sagte Spahn am Freitag auf dem Bundesparteitag in Hamburg zu den Delegierten. "Was wir brauchen, ist eine Idee für die Zukunft, einen Perspektivwechsel". Ihn treibe die Frage um, wie Deutschland im Jahr 2040 aussehe werde. Er könne seiner Partei nicht versprechen, ein "bequemer Parteivorsitzender" zu sein. Aber die CDU könne sich auf ihn verlassen. 

Im Folgenden erfahren Sie, wie seine Karriere und sein Privatleben bis zum CDU-Parteitag im Dezember 2018 verlaufen sind.

Jens Spahn: Lebenslauf vor dem CDU-Parteitag im Dezember 2018

Berlin - Jens Spahn (38) ist ein polarisierender Politiker. Er ist ein Freund der „klaren Sprache“ und eckt deswegen häufig an. Der Konservative CDU-Mann steht sichtlich gerne in der Öffentlichkeit, in TV-Talk-Shows ist er regelmäßig zu Gast. Nun will Jens Spahn als CDU-Vorsitzender auf Angela Merkel folgen. Doch wer ist der Mann, der schon als Schüler Bundeskanzler werden wollte?

Lebenslauf von Jens Spahn neben der Politik

Spahn wuchs in Ottenstein in Nordrhein-Westfalen mit zwei jüngeren Geschwistern auf. Nach seinem Abitur absolvierte er eine duale Ausbildung zum Bankkaufmann. Obwohl er bereits im Bundestag saß, studierte er zwischen 2003 und 2017 Politikwissenschaft an der Fernuniversität Hagen und erwarb sowohl den Bachelor-, als auch den Master-Titel.

Jens Spahn und Ehemann Daniel Funke: Kinder zu adoptieren ist denkbar

Schon früh erkannte er seine Homosexualität, outete sich aber erst mit 21, als ihm ein Parteifreund mit einem öffentlichen Outing drohte. Er selbst sagt: „Meine Homosexualität hat mir nie geschadet".

Seit 2017 ist er verheiratet mit Daniel Funke, einem Journalisten und Leiter des Hauptstadtbüros der Zeitschrift "Bunte". Er und sein Partner können sich vorstellen, in Zukunft einmal Kinder zu adoptieren. Im Moment fehlt dafür aber die Zeit. Wenn er mal nicht arbeitet, macht der Gesundheitsminister gerne Sport. Er geht, sofern er die Zeit findet, ins Fitnessstudio oder macht Fahrradtouren mit seinem Partner.

CDU-Politiker Jens Spahn und sein Lebenspartner Daniel Funke.

Spahn legte eine große CDU-Karriere hin

1995 trat Jens Spahn in die Junge Union und 1997 in die CDU ein. 2002 zog er erstmals als Direktkandidat für seinen Wahlkreis „Steinfurt I - Borken I“ in den Bundestag ein. Seitdem wurde er bei jeder Wahl wieder gewählt. Seit November 2005 war er stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. 

Von 2009 bis 2015 hatte Spahn den Vorsitz der Arbeitsgruppe Gesundheit inne und war gleichzeitig gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion. Bis Juli 2015 war er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und bis 2018 stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss. In den Jahren von 2015 bis 2018 war Spahn Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen. Seit 2014 ist er Teil des CDU-Präsidiums.

Im März 2018 wurde Jens Spahn Bundesminister für Gesundheit. In der aktuellen Regierung ist er der jüngste Minister.

Politische Positionen von Jens Spahn: Cannabis, Abtreibung, Kirche

Der Katholik gilt als Konservativ. Er ist ein klarer Gegner von Merkels Flüchtlingspolitik. Spahn ist für die Einschränkung der doppelten Staatsbürgerschaft und für die Einführung eines Islamgesetzes. Der Spiegel-Redakteur Florian Gathmann kritisierte Spahn deswegen als „Populist“.

Auch einer Legalisierung von Cannabis hat Jens Spahn - abgesehen von medizinischen Anwendungsgebieten - eine Absage erteilt. In einem Gastbeitrag für die Huffington Post fasste er seine Position im Jahr 2015 zusammen. So meint Jens Spahn: „Wer die Folgen von regelmäßigem Cannabis-Konsum relativiert, ist auf einem gefährlichen Holzweg.“

Der Gesundheitsminister ist auch ein Abtreibungsgegner. In einem Interview mit der „Bild“ bezog er Stellung gegen die Abtreibungsbefürworter: „Mich wundern die Maßstäbe: Wenn es um das Leben von Tieren geht, da sind einige, die jetzt für Abtreibungen werben wollen, kompromisslos. Aber in dieser Debatte wird manchmal gar nicht mehr berücksichtigt, dass es um ungeborenes menschliches Leben geht.“ Für diese Aussage wurde er von Frauenrechtlern und einigen Medien kritisiert.

Finanz- und Europapolitisch ist er gegen einen Schuldenschnitt für Griechenland und spricht sich zudem für einen vorsichtigen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank aus. Er fordert eine verstärkte Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten in den Bereichen der Verteidigung, Migration, Sicherheit, Digitalisierung und spricht sich gegen eine Vergemeinschaftung von Schulden in der Eurozone aus.

Trotz seines Glaubens kritisiert Jens Spahn die Kirchen dafür, dass sie zu oft zu gesellschaftspolitischen Fragen Stellung beziehen würden. Auch die Einstellung der Kirchen zur Homosexualität kritisiert er häufig. Er stimmte für die „Ehe für Alle“.

Wird Spahn auf dem CDU-Parteitag eine Chance haben?

Als erster der Kandidaten veröffentlichte Spahn ein Wahlkampf-Video. Sein Motto: Ein Neustart für die CDU und Deutschland. Der Gesundheitsminister fährt damit einen deutlichen Anti-Merkel Kurs vor dem entscheidenden CDU-Parteitag 2018 in Hamburg - alles Wichtige dazu in unserm News-Ticker zum CDU-Parteitag. Der ZDF unterlief übrigens ein Fehler, bei dem sie Friedrich Merz bereits als Gewinner der Wahl ausriefen. 

Im Konservativen Lager könnte Jens Spahn für den CDU-Parteivorsitz Stimmen sammeln. Mit der Aussicht auf einen Neustart und der Ablehnung von Merkels Flüchtlingspolitik kann er auf große Zustimmung hoffen. Sein Problem dabei ist, das Ex-Fraktionschef Friedrich Merz genau dieselbe Wahlkampf-Schiene fährt. Nur dass Merz bei den älteren Parteimitglieder höhere Sympathiewerte hat. In den frühen Umfragen des Instituts Emnid im Auftrqag der „Bild am Sonntag“ lagen Merz und die liberale Kandidatin Annegret Kramp-Karrenbauer deutlich in Führung.

Nur neun Prozent Parteimitglieder würde Jens Spahn zum CDU-Vorsitzenden wählen. Der Westfale hat wohl nur Außenseiterchancen auf das Amt des Parteivorsitzenden, da er sowohl im liberalen als auch im konservativen Flügel Stimmen an seine Kontrahenten verliert. Ob es trotzdem für den Parteivorsitz reicht, können Sie auch live im TV und im Live-Stream des CDU-Parteitags verfolgen, wie merkur.de* erklärt.

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