Japan fährt weiteren Atomreaktor an

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Das Atomkraftwerk der Kansai Electric Power Company im japanischen Oi wurde trotz vieler Proteste wieder hochgefahren. Foto: Kepco/Archiv

Zwei Jahre lang war Japan atomfrei. Jetzt, fünf Jahre nach dem Gau in Fukushima, fährt die Nummer drei der Weltwirtschaft wieder einen Reaktor nach dem anderen hoch - gegen den Widerstand vieler Bürger.

Fukui (dpa) - Japan hat trotz aller Proteste in der Bevölkerung einen dritten Reaktor wieder angefahren. Fünf Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima schaltete der Betreiberkonzern Kansai Electric Power den Reaktor Nummer 3 im Atomkraftwerk Takahama in der westlichen Provinz Fukui wieder ein.

Es ist das zweite AKW, das die nach der Fukushima-Katastrophe eingeführten neuen Sicherheitsvorschriften erfüllt und wieder in Betrieb geht. Nach Angaben der Regierung handelt es sich angeblich um die "strengsten der Welt". Im vergangenen Jahr waren bereits zwei Reaktoren im Atomkraftwerk Sendai in der südwestlichen Provinz Kagoshima wieder ans Netz gegangen.

In der Provinz Fukui wurde nun erstmals ein Atomreaktor wieder in Betrieb genommen, bei dem Mischoxid-Brennelemente (MOX) aus Plutonium und Uran zum Einsatz kommen.

Als Konsequenz aus der Katastrophe in Fukushima vom 11. März 2011 hatten zwischenzeitlich zwei Jahre lang alle 48 Reaktoren in Japan stillgestanden. Die Betreiberkonzerne decken den Strombedarf ersatzweise mit Wärmekraftwerken, wofür die rohstoffarme Inselnation teures Öl und Gas importieren muss.

Die Regierung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe rechtfertigt das Wiederanfahren von Reaktoren denn auch mit vornehmlich wirtschaftlichen Gründen. Sie strebt an, dass der Anteil der Atomenergie an der Stromversorgung bis zum Jahr 2030 bei 20 bis 22 Prozent liegt. Vor dem Gau in Fukushima hatte er bei knapp 30 Prozent gelegen.

Im März 2011 hatten ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein anschließender gewaltiger Tsunami den Nordosten des Landes verwüstet. 18 500 Menschen starben. Im AKW Fukushima kam es zu Kernschmelzen.

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