IS-Terrormiliz tötet zweite japanische Geisel

Japans Regierungschef Abe: "Wir werden mit der internationalen Gemeinschaft kooperieren und die Terroristen den Preis zahlen lassen". Foto: Kimimasa Mayama
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Japans Regierungschef Abe: "Wir werden mit der internationalen Gemeinschaft kooperieren und die Terroristen den Preis zahlen lassen". Foto: Kimimasa Mayama
Ministerpräsident Abe und sein Kabinett verneigen sich im Gedenken an den Toten. Foto: Kimimasa Mayama
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Ministerpräsident Abe und sein Kabinett verneigen sich im Gedenken an den Toten. Foto: Kimimasa Mayama
Pasanten in Tokio studieren in der Zeitung die jüngste tragische Entwicklugn im Falle ihres entführten Landsmanns. Foto: Kimimasa Mayama
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Pasanten in Tokio studieren in der Zeitung die jüngste tragische Entwicklugn im Falle ihres entführten Landsmanns. Foto: Kimimasa Mayama
Gotos Mutter Junko Ishido äußert sich in Tokio vor Reportern. Foto: Franck Robichon
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Gotos Mutter Junko Ishido äußert sich in Tokio vor Reportern. Foto: Franck Robichon
Kämpfer des IS an der Grenze zwischen dem Irak und Syrien. Foto: Albaraka News / Archiv
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Kämpfer des IS an der Grenze zwischen dem Irak und Syrien. Foto: Albaraka News / Archiv
Japans Regierungschef Shinzo Abe (2.v.r.): "Verabscheuungswürdige terroristische Tat". Foto: KImimasa Mayama
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Japans Regierungschef Shinzo Abe (2.v.r.): "Verabscheuungswürdige terroristische Tat". Foto: KImimasa Mayama

Kairo/Tokio (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat eine weitere japanische Geisel bestialisch ermordet. In einem am Samstagabend im Internet veröffentlichten Enthauptungsvideo zeigte der IS den abgetrennten Kopf des Journalisten Kenji Goto.

Erst am 24. Januar hatte die Terrormiliz eine Audiobotschaft veröffentlicht, in der mutmaßlich Goto zu hören war, der den Tod seines Landsmanns Haruna Yukawa bekanntgeben musste. Der japanische Regierungschef Shinzo Abe sprach von einer "verabscheuungswürdigen terroristischen Tat".

In dem neuen Video droht ein in Schwarz gekleideter IS-Kämpfer Abe damit, "ein Massaker zu veranstalten, wo auch immer deine Leute zu finden sind". Wie in früheren IS-Enthauptungsvideos ist die Geisel kniend in einem orangefarbenen Overall zu sehen, der an die Häftlingskleidung im US-Gefangenenlager Guantanamo erinnert. "Eine ganze Armee dürstet nach eurem Blut", sagt der Kämpfer auf Englisch mit britischem Akzent. Der Internetdienst Site, der die Aktivitäten von Terrorgruppen beobachtet, bestätigte die Echtheit des Videos.

Goto hatte als freier Journalist über viele Kriege berichtet und sich dem Schicksal von Kindern in Konfliktregionen gewidmet. Der IS hatte den 47-Jährigen im Oktober verschleppt und vor knapp zwei Wochen erstmals in einem Video gemeinsam mit Yukawa gezeigt. Die Dschihadisten hatten zunächst 200 Millionen US-Dollar Lösegeld gefordert. Japans Premier Abe hatte jedoch angekündigt, die geforderte Summe Ländern zukommen zu lassen, die von den Dschihadisten terrorisiert und bedroht werden. Kritiker warfen Abe vor, damit die Geiselkrise provoziert zu haben.

Die USA und die EU reagierten erschüttert, betonten zugleich aber ihre Entschlossenheit im Kampf gegen den Terror. US-Präsident Barack Obama kündigte an: "Zusammen mit einer breitgefächerten Koalition von Verbündeten und Partnern werden die USA weiterhin entschieden handeln, um den IS zu schwächen und am Ende zu zerstören." Der britische Premierminister David Cameron schrieb bei Twitter, die Ermordung Gotos sei "eine Erinnerung daran, dass der IS die Verkörperung des Bösen ist". Außenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte die "menschenverachtende Terrorherrschaft" des IS.

Gemeinsam mit Japan, das sich nicht an den US-geführten Luftschlägen gegen den IS beteiligt, hatte sich Jordanien um die Freilassung Gotos bemüht. Der IS hatte nach der fehlgeschlagenen Lösegeldforderung die Entlassung einer in Jordanien inhaftierten Islamistin gefordert. Amman versprach, dem Wunsch nachzukommen, forderte dafür aber die Freilassung eines ebenfalls vom IS gefangenen jordanischen Piloten. Der IS habe aber nicht darauf reagiert, hieß es aus Amman am Sonntag.

Das Schicksal des 26-jährigen Piloten Muas al-Kasasba war deshalb weiter ungewiss. Der Oberleutnant war Heiligabend 2014 mit seinem Kampfjet über Syrien abgestürzt und vom IS gefangen genommen worden. Die Dschihadisten haben seit Ende Dezember kein Lebenszeichen Al-Kasasbas mehr veröffentlicht.

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