Corona im Vereinigten Königreich

Inzidenz in Großbritannien: Infektionen schnellen in schwindelerregende Höhen

Die Corona-Infektionen steigen im Vereinigten Königreich rapide an. Covid-19 ist mit der Delta-Variante auf dem Vormarsch. Premier Johnson hält am Lockerungsplan fest.

London – Die Infektionszahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus steigen und steigen. Und längst ist kein Ende in Sicht. Dennoch halten die Briten um ihren Premierminister Boris Johnson weiterhin an ihren Plänen fest, die Corona-Lockerungen am 19. Juli 2021 durchzusetzen. Dabei verzeichnet das Vereinigte Königreich seit dem 20. Mai (Inzidenzwert 15,6) einen steten Anstieg der Corona-Neuinfektionen, sodass die Inzidenz in Großbritannien regelrecht explodierte.

Premierminister: Boris Johnson
Hauptstadt:London
Fläche:242.495 km²
Bevölkerung:66,65 Millionen (2019)
Währung: Pfund Sterling

Eine schnelle Änderung beziehungsweise eine Entspannung des Geschehens scheint derzeit auch eher unwahrscheinlich zu sein. Tatsächlich liegt die Vermutung sogar nahe, dass die Infektionszahlen sowie in Russland wieder in unvorstellbare Höhen ansteigen. Vielleicht nicht so extrem wie am 11. Januar 2021 – damals lag der Corona-Höhepunkt bei einer Inzidenz von 616,9.

Inzidenz in Großbritannien: Neuinfektionen mit Sars-Cov-2 so hoch wie seit Januar nicht mehr

Dennoch ist die Lage besorgniserregend. Schließlich kennt die Kurve der Corona-Infektionen auf der Insel seit Tagen nur eine Richtung: nach oben.

Steil nach oben.

Am Mittwoch, 7. Juli befand sich die Inzidenz in Großbritannien bei 271,4. Ein Wert, der seit dem 30. Januar 2021 auf der Insel nicht mehr überschritten wurde. Hinzu kamen 28.629 Neuinfektionen. Die Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus kletterten um 37 auf insgesamt 128.523. Gerade im Hinblick auf die Delta-Variante, mit der sich auch Geimpfte infizierten, und die neu nachgewiesene Lambda-Variante* alles andere als positive Nachrichten.

Kaum Besserung in Sicht bei der Inzidenz in Großbritannien – Covid-Infektionen könnten mit dem Fall der Maskenpflicht sogar noch steigen

Dass sich die Briten keinen Gefallen tun könnten, ist angesichts der aktuellen Zahlen wenig verwunderlich. Vielmehr kritisieren Vertreter der Gewerkschaften, Politik und Wissenschaft die geplanten Lockerungsschritte.

Ab dem 19. Juli gelten keine Abstandsregeln mehr und die Maskenpflicht fällt in Großbritannien weg – ebenso die Vorschrift zum Arbeiten im Homeoffice. Auch in den Pubs muss nicht mehr ausschließlich am Tisch serviert werden und Nachtklubs dürfen endlich wieder ihre Türen öffnen.

Bei Veranstaltungen ist ab dem 19. Juli weder eine Platzbeschränkung nötig, noch muss für den Eintritt ein Impf- oder Testnachweis vorgezeigt werden.

Premier Johnson betonte allerdings bereits am Montag in London, dass es zu einer verbindlichen Entscheidung für die neuen Lockerungen erst nach einer weiteren Prüfung der Pandemie-Daten am nächsten Montag (12. Juli) kommen werde.

Inzidenz in Großbritannien: Premierminister Boris Johnson drängt auf Corona-Lockerungen

„Wir müssen ehrlich sein: Wenn wir die Gesellschaft nicht in den kommenden Wochen wieder öffnen können (...), wann werden wir sonst zum normalen Leben zurückkehren können?“, beharrte Premierminster Boris Johnson auf seine Pläne für die Corona-Lockerungen. Dabei spielte er auf gute Bedingungen durch das warme Sommerwetter und die Schulferien an, obwohl das eigene Land bereits wieder zum Virusvariantengebiet deklariert wurde.

Inzidenz in Großbritannien steigt wieder in kaum vorstellbare Höhen.

Nichtsdestotrotz betonte der Premier aber auch, dass nur aufgrund der geplanten Corona-Lockerungen der Kampf gegen die Covid-Pandemie bereits gewonnen sei. „Ich möchte nicht, dass die Leute das Gefühl haben, dass dies der Moment ist, an dem wir demobilisieren, dass dies das Ende von Covid ist. Wir sind noch sehr weit vom Ende entfernt“, sagte er.

Aufgrund der Corona-Zahlen fordern Wissenschaft und Gewerkschaften weiterhin die Maskenpflicht beizubehalten

Heftige Kritik hatte es bereits im Vorfeld der Entscheidung gehagelt. Besonders der Wegfall der Maskenpflicht, die als erste und einfachste Bastion gegen die Ausbreitung des Coronavirus gilt, hinterließ vor allem bei Gewerkschaftern und Wissenschaftlern einen faden Beigeschmack. Sie fordern weiterhin, dass die Maskenpflicht sowohl in Geschäften als auch im öffentlichen Nahverkehr aufrechterhalten wird.

Eine Forderung, die in der Downing Street bisher auf taube Ohren stieß, obwohl einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov gut zwei Drittel der Befragten angaben, Schutzmasken weiterhin tragen zu wollen.

Corona-Inzidenz in Großbritannien: Reisebeschränkungen für Rückkehrer aus Großbritannien und Portugal gelockert

Trotz der erschreckenden Lage in vielen Ländern Europas lockerte die Bundesregierung ab Mittwoch, 7. Juli 2021, die Reisebeschränkungen für Urlaubs-Rückkehrer aus Großbritannien und Portugal. Da bleibt ja nur abzuwarten, ob sich das auf lange Sicht nicht für alle Länder in Europa rächt.

Dann wird sich vielleicht auch zeigen, wie lange die Forderungen aus dem eigenen Land in der britischen Regierung noch auf taube Ohren stoßen. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jonathan Brady/dpa

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