Darum ist die Umsetzung schwer

Die größten Hürden der Energiewende

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Nicht zuletzt die unzureichende Gebäudesanierung und der forcierten Atomausstieg stellen die Energiewende vor zahlreiche Hürden.

München - Im Koalitionsvertrag hat Schwarz-Rot die Energiewende als festes Ziel vereinbart. Doch die Umsetzung ist komplex. Die Kosten sind dabei längst nicht die größte Schwierigkeit.

Im Koalitionsvertrag hat die schwarz-rote Bundesregierung vereinbart, den Ökostrom-Anteil in Deutschland bis 2025 auf 40 Prozent zu steigern, bis 2035 sogar auf 60 Prozent.

Große Pläne, doch bei der Umsetzung holt die Politik häufig die Realität ein. Wie unterschiedlich die Interessen der Beteiligten sind, zeigte Anfang März der Stromtrassen-Streit: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer stellte sich einer rund 450 Kilometer langen Schneise durch Sachsen-Anhalt und Bayern entgegen, mit der Platz für eine Gleichstrom-Höchstspannungsleitung geschaffen werden sollte. Zugleich erklärte Seehofer, die bayerische Stromversorgung müsse zukünftig ohne Kohle- und Atomstrom zu bewerkstelligen sein. Doch der nach der Katastrophe von Fukushima forcierte Atomausstieg ist zumindest mittelfristig ohne verstärkte Nutzung von Kohlekraftwerken nicht zu machen.

Neben solch paradoxen Interessenlagen steht die Bundesregierung bei der Energiewende vor einem Dutzend verzwickter Probleme. Einen Überblick über die 15 kompliziertesten energiepolitischen Fragen bietet unsere Fotostrecke.

Diese 15 Faktoren erschweren die Energiewende

Energiewende in Deutschland
KOSTEN: Diese zahlen die Stromverbraucher. Die Ökostrom-Umlage und Rabatte für die Industrie belasten ihre Stromrechnungen. © dpa
Energiewende in Deutschland
FÖRDERSYSTEM: Die Wirtschaft warnt vor Planwirtschaft und fordert ein Förder-Ende sowie Wettbewerb auch für Ökostrom-Erzeuger. Im Bild: Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) spricht zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (Archivfoto). © dpa
Energiewende in Deutschland
20-JAHRE-GARANTIE: Da Solar- und Windanlagen bisher 20 Jahre lang Vergütungen bekommen, kann der Strompreis erstmal nicht sinken. © dpa
Energiewende in Deutschland
SOZIALE SCHIEFLAGE: Die Zahnarzthelferin zahlt über den Strompreis die Renditen für Solarpanele, die sich ihr Chef aufs Dach setzt (Symbolfoto). © dpa
Energiewende in Deutschland
INDUSTRIE: Sie muss entlastet werden, damit niemand abwandert. Aber wie stark? Die Bürger müssen dadurch Mehrbelastungen schultern. © dpa
Energiewende in Deutschland
ZIELKONFLIKT: Weniger Atomstrom führt dazu, dass mehr Kohlestrom produziert wird. Der CO2-Ausstoß ist 2012 und 2013 gestiegen. Im Bild: Ein Kernkraftgegner von Greenpeace demonstriert auf dem Brandenburger Tor in Berlin. © dpa
Energiewende in Deutschland
STROMNETZE: Große Nord-Süd-Trassen werden gebraucht, sonst gibt es im Norden viel zu viel Strom. Aber die Bürger protestieren (Foto). © dpa
Energiewende in Deutschland
WÄRMEMARKT: Im Wärmebereich hakt es besonders stark, auch beim Energiesparen - Gebäudesanierungs-Ziele werden kaum erreicht. © dpa
Energiewende in Deutschland
FEHLENDER MARKT: Viele Kraftwerke rechnen sich nicht mehr - der mit viel Geld geförderte Ökostrom stellt den Markt auf den Kopf. Im Bild: Das unrentable Gaskraftwerk Irsching. © dpa
Energiewende in Deutschland
FEHLENDE STEUERUNG: Bisher können quasi unbegrenzt Ökoenergie-Anlagen gebaut werden - es fehlt oft an bedarfsorientierter Planung. © dpa
Energiewende in Deutschland
LÄNDER-INTERESSEN: Der Norden will mehr Windräder, der Westen fürchtet um seine Industrie, der Süden will mehr Gaskraftwerke. Im Bild (v.l.n.r.): Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), Baden-Württembergs Energieminister Franz Untersteller (Grüne) und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). © dpa
Energiewende in Deutschland
GRUNDLAST-PROBLEM: Ohne Speicher sind wegen der je nach Wetterlage schwankenden Ökostrom-Produktion weiterhin viele Kraftwerke nötig. Im Bild: Wasserstoffspeicher eines Windparks in Mecklenburg-Vorpommern. © dpa
Energiewende in Deutschland
STROMBÖRSE: Im Einkauf fallen dank viel Ökostrom die Preise - die Bürger spüren davon wegen der Umlagen beim Endpreis kaum etwas. Im Bild: Die Strombörse in Leipzig. © dpa
Energiewende in Deutschland
ÜBERKAPAZITÄTEN: Wegen des rasanten Ausbaus wird oft zu viel Strom produziert. Nie wurde so viel Strom exportiert wie 2013. © dpa
Energiewende in Deutschland
ÄRGER BEI DEN NACHBARN: Polen lässt Netzsperren einbauen, auch andere Länder klagen über Preis- und Stromfluss-Unwuchten. © Konrad Konstantynowicz/Greenpeace

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