Australien empört

Weltweite Kritik an Hinrichtung in Indonesien

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Bei den Hingerichteten handelt es sich um einen Brasilianer, einen Indonesier, zwei Australier und vier Nigerianer.

Sydney - Nach der weltweit umstrittenen Hinrichtung von acht Drogenschmugglern in Indonesien hat Australien als erstes Land diplomatische Konsequenzen angekündigt.

Australiens Regierungschef Tony Abbott sagte am Mittwoch in Canberra, wegen der Hinrichtung zweier Australier sei der Botschafter in Jakarta zu Konsultationen zurückgerufen worden. Brasiliens Regierung sprach von einem "schwerwiegenden Zwischenfall in den bilateralen Beziehungen". Kritik kam auch von Amnesty International.

Seine Regierung könne "nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", sagte der australische Premierminister Abbott. Die Beziehungen beider Länder hätten Schaden genommen. Nachdem sich Botschafter Paul Grigson um die Angehörigen der beiden hingerichteten Australier Myuran Sukumaran and Andrew Chan gekümmert habe, solle er zu Konsultationen zurückkehren.

Am Mittwochmorgen waren Sukumaran und Chan zusammen mit sechs ebenfalls wegen Drogenhandels zum Tod verurteilten Gefangenen durch ein Erschießungskommando hingerichtet worden. Es handelte sich um einen Indonesier und sieben Ausländer, darunter ein Brasilianer und mindestens drei Nigerianer. Bei einem der Verurteilten war nicht klar, ob er die nigerianische oder die ghanaische Staatsbürgerschaft hatte. Sämtliche Berufungsanträge und Gnadenappelle waren negativ beschieden worden.

Sukumaran und Chan waren als Anführer der Drogenbande "Bali Nine" wegen Heroinschmuggels zum Tode verurteilt worden. Die australische Außenministerin Julie Bishop bedauerte am Mittwoch, dass nicht berücksichtigt worden sei, dass die beiden Männer sich in ihrer langen Haft geläutert hätten. Australien hatte wochenlang vergeblich gegen die Exekution der beiden Männer protestiert.

Der amtierende brasilianische Außenminister Sergio Franca Danese erklärte nach den Hinrichtungen, nach diesem "schwerwiegenden Zwischenfall in den bilateralen Beziehungen" prüfe seine Regierung ihre nächsten Schritte. Die Familie des Brasilianers Rodrigo Gularte hatte erklärt, er leide unter Schizophrenie und hätte daher nicht zum Tod verurteilt werden dürfen. Amnesty International nannte die Hinrichtungen "völlig verwerflich".

Indonesiens Justizminister Muhammad Prasetyo verteidigte die Hinrichtungen. "Wir führen einen Krieg gegen schreckliche Drogenverbrechen, die das Überleben unseres Landes bedrohen", sagte er in Cilacap in der Nähe der Gefängnisinsel und wiederholte damit die Argumentation von Staatschef Joko Widodo.

Die acht Gefangenen waren in der Nacht zum Mittwoch im Hochsicherheitsgefängnis auf der Insel Nusakambangan vor die Erschießungskommandos getreten. Nach Angaben eines Geistlichen, der sie begleitete, lehnten sie es alle ab, die Augen verbunden zu bekommen. Vor der Hinrichtung hätten die Verurteilten Lieder wie "Amazing Grace" gesungen.

Die Angehörigen der beiden Australier hatten am Dienstag bei einem letzten Besuch von den Männern Abschied genommen. Die anderen Todeskandidaten hatten sich bereits am Wochenende von ihren Angehörigen verabschiedet.

Philippinerin in letzter Sekunde verschont

Eine ebenfalls zum Tod verurteilte Philippinerin erhielt im letzten Moment einen Aufschub, wie der Sender MetroTV und die Zeitung "Jakarta Post" berichteten. Die Vollstreckung des Todesurteils gegen Mary Jane Veloso wurde demnach in letzter Minute ausgesetzt, nachdem sich ein Verdächtiger, der sie ohne ihr Wissen als Drogenkurierin missbraucht haben soll, den Behörden gestellt habe.

Der philippinische Staatschef Benigno Aquino ließ erklären, sein Land sei Indonesien dankbar. "Wunder werden wahr", sagte Velosos Mutter Celia einem philippinischen Radiosender. Die beiden Söhne ihrer Tochter seien wach und riefen: "Ja, ja, Mama wird leben."

Die Hinrichtung des ebenfalls wegen Drogenhandels verurteilten Franzosen Serge Atlaoui wurde nach Protesten der französischen Regierung zunächst zurückgestellt. Nach der Hinrichtung der anderen Ausländer erklärte das Außenministerium in Paris, Frankreich stelle sich weiter gegen die Todesstrafe "in allen Fällen und unter allen Umständen". Atlaouis Lage bleibe "sehr besorgniserregend".

AFP

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