Journalistin geht auf Minister los

Offener Brief: „Populistische Frauenfeindlichkeit“ - Heftige Attacke gegen Jens Spahn

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will eine Studie zu den psychischen Folgen von Abtreibungen in Auftrag geben. 

Jens Spahn will fünf Millionen Euro investieren, um herauszufinden, welche psychischen Folgen Abtreibungen für Frauen haben. In einem offenen Brief wirft eine Journalistin dem Gesundheitsminister nun Frauenfeindlichkeit vor. 

Berlin - Fünf Millionen Euro will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in eine Studie investieren, bei der Forscher herausfinden sollen, welche psychischen Folgen Abtreibungen für Frauen haben. Die Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion für Frauengesundheit, Hilde Mattheis, erklärte dazu bereits am Montag, hier sollten '"fünf Millionen Euro für eine wissenschaftlich unsinnige und ideologisch motivierte Studie vergeudet werden". Und auch Neon-Redakteurin Jule Schulte ist angesichts der Pläne von Spahn fassungslos. 

In einem offenen Brief bei stern.de warf sie dem Bundesgesundheitsminister nun Frauenfeindlichkeit vor. „Sie wollen nicht wissen, wie es Frauen nach Abtreibungen geht, Sie wollen Ergebnisse, die Ihre wahnsinnig frauenfeindliche Agenda unterstützen“, griff sie den 38-Jährigen an. Denn Studien zu den psychischen Folgen von Abtreibungen gebe es bereits. So hätten beispielsweise Untersuchungen aus den Jahren 1995, 2008 und 2011 ergeben, dass Abtreibungen nicht zu Psychosen führen. 

Schulte kritisiert, dass Frauen wegen Abtreibungen stigmatisiert werden

„Ja, Abtreibungen können zu emotionalen Traumata führen“, räumt Schulte ein. „Was aber eigentlich nur bestätigt, was wir ja schon die ganze Zeit versuchen, Ihnen (Jens Spahn, Anm. d. Red.) zu sagen: Nämlich, dass Frauen das nicht einfach so aus Langeweile machen, sondern weil sie lange über ihre Entscheidung nachgedacht haben und sich trotzdem dafür entscheiden“, betont die Journalistin. Der Grund für emotionale Traumata im Zusammenhang mit Abtreibungen ist für Schulte vielmehr, dass Abtreibungen nicht legal, sondern „illegal aber straffrei“ sind. Viele Menschen würden Frauen, die sich für eine Abtreibung entscheiden, daher mit „erhobenem Zeigefinger“ gegenübertreten, sie also stigmatisieren. 

In ihrem Brief kritisiert Schulte außerdem Spahns Aussage, Pillen danach seien „keine Smarties“. „Für wie dumm und intellektuell unterlegen halten Sie uns eigentlich“, fragte die Journalistin. Zum Schluss ihres Briefs richtete Schulte einen letzten Appell an Spahn: „Es ist Zeit, Ihren Kreuzzug zu beenden und sich ein anderes Hobby zu besorgen. Ihre populistische Frauenfeindlichkeit wird langsam lächerlich.“ Ob der Gesundheitsminister auf den Brief reagieren wird, bleibt abzuwarten. Doch wie Schulte bereits zu Beginn ihres Schreibens erwähnt, habe ihr Spahn auch auf ihren vorangegangen Brief nicht geantwortet. 

cia, AFP

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