Er verglich deutsche Medien mit DDR-Presse

Maaßen lobt Schweizer Zeitung - Die distanziert sich von ihm

Hans-Georg Maaßen bekam wegen seinem Tweet heftige Kritik.
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Hans-Georg Maaßen bekam wegen seinem Tweet heftige Kritik.

Hans-Georg Maaßen löste mit einem Tweet eine Debatte im Netz aus. Er verglich deutsche Medien mit der DDR-Presse.

Update vom 11. Juli 2019: Hans-Georg Maaßen hatte am vergangenen Dienstag die deutschen Medien mit der DDR-Presse verglichen. In einem Tweet teilte er einen Artikel der Neuen Züricher Zeitung und schrieb, dass die NZZ für ihn wie „Westfernsehen“ wäre. Er kritisierte später auch die Qualität der deutschen Journalisten. 

Die Schweizer Zeitung distanziert sich nun von Maaßens Vergleich. Sie antwortete auf seinen Tweet: „Wir sind kein Westfernsehen. Dieser Vergleich ist unpassend und Geschichtsklitterung. Wir bitten Sie, in Zukunft davon abzulassen. Auch bei deutschen Medien arbeiten ausgezeichnete Journalisten und Journalistinnen.“

Erstmeldung: Maaßen vergleicht deutsche Medien mit DDR-Presse - Heftige Kritik

Berlin - Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat am Dienstagabend mit einem Tweet eine heftige Debatte im Internet ausgelöst. Maaßen teilte einen Link zu einem Artikel der Neuen Zürcher Zeitung mit der Überschrift: „In deutschen Städten sieht die Mehrheitsgesellschaft ihrem Ende entgegen“. Darin heißt es: „Frankfurt am Main, Offenbach, Heilbronn, Sindelfingen - in diesen und anderen Städten sind Deutsche ohne Migrationshintergrund nur noch die größte Gruppe, stellen aber keine absolute Mehrheit mehr dar.“ Maaßen schrieb dazu: „Für mich ist die NZZ so etwas wie „Westfernsehen“.“

Maaßen erhält heftige Kritik 

Dafür wurde der 56-Jährige stark kritisiert, und zwar umgehend. Der Grünen-Politiker Volker Beck erwiderte: „Wir haben also nach Ihrer Ansicht, geschätzter Herr Maaßen, in Deutschland Zensur & staatlich gelenkte Medien wie in der DDR? Habe ich Sie richtig verstanden, dass damit die FDGO (Anm.: freiheitliche demokratische Grundordnung), die Sie als Verfassungsschutzpräsident schützen sollten, Ihrer Meinung bereits außer Kraft ist?“ 

Maaßen antworte Beck und schrieb: „Wir haben zu viele Relotiusse.“ Damit spielte er auf den ehemaligen Spiegel-Reporter Claas Relotius an, der wegen teilweise gefälschter Artikel entlassen wurde und eine heftige Debatte auslöste. Der Grünen Politiker erwiderte: „Schlechter Journalismus ist aber deutlich etwas Anderes als die Kategorie „Westfernsehen“/DDR-Medien.“

Ex-CDU-Generalsekretär: „„Werte“Union verliert völlig die Orientierung“

Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz sagte: „Ein früherer Präsident des Verfassungsschutzes vergleicht die deutschen Medien mit der SED-Einheitspresse. Bisher brüllten nur die völkisch-nationalistische AfD und Pegida „Lügenpresse“. Die sog. „Werte“Union verliert völlig die Orientierung.“

Wochenlang bestimmte Hans-Georg Maaßen im vergangenen Jahr die Schlagzeilen - bis zu seiner Absetzung durch Horst Seehofer. Nun denkt er über einen Einstieg in die Politik nach.

Bei einer CDU-Wahlkampfveranstaltung in Sachsen begeisterte Maaßen die AfD-Anhänger.

dpa

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