Die Guttenbergs auf Truppenbesuch: "Kein spaßiger Ausflug"

+
Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) und seine Frau Stephanie sitzen am Montag auf dem Flug nach Afghanistan im Cockpit einer Transall.

Kabul - Überraschung für die deutschen Soldaten in Afghanistan: Verteidigungsminister Guttenberg kommt zu Besuch - und bringt seine Frau mit. Eine Reise, die nicht ohne Risiko ist - und zu Hause auch für harsche Kritik sorgt.

Roter Teppich, sie im schicken Abendkleid, er im dunklen Anzug oder Smoking: So kennt man die Guttenbergs von gemeinsamen Auftritten auf Bällen, Benefizgalas oder bei Festspielen. Ganz anders das Bild des Paares nach der Landung in Afghanistan.

Lesen Sie dazu:

Linke will Kosten für Guttenbergs Afghanistan-Reise wissen

Gabriel zu Guttenberg-Besuch: "Katzenberger fehlt noch"

Truppenbesuch: Ehepaar Guttenberg in Afghanistan

Kerner talkt mit Guttenberg in Afghanistan

Über die Verladerampe eines Bundeswehr-Transportflugzeugs betreten sie Montag früh das Rollfeld von Masar-i-Scharif, dem Hauptstandort der deutschen Truppen in Nordafghanistan. Beide tragen Splitterschutzwesten. Ohne die transportiert die Bundeswehr in Afghanistan auch Minister und ihre Frauen nicht auf dem Luftweg.

Von Masar-i-Scharif geht es sofort weiter nach Kundus, der gefährlichsten Provinz in Norden des Landes. Die Guttenbergs steigen in unterschiedliche Hubschrauber - aus Sicherheitsgründen, um die Wahrscheinlichkeit gering zu halten, dass bei einem Angriff beiden gleichzeitig etwas zustößt. Es ist schon häufiger vorgekommen, dass Hubschrauber der Bundeswehr von den radikalislamischen Taliban beschossen wurden.

Truppenbesuch: Zu Guttenberg mit Ehefrau Stephanie in Afghanistan

Truppenbesuch: Zu Guttenberg mit Ehefrau Stephanie in Afghanistan

Das Ehepaar zu Guttenberg hat überraschend die Bundeswehrtruppen in Afghanistan besucht: Diesmal hat der Minister seine Frau Stephanie mit an den Hindukusch genommen. © dpa
Das Ehepaar zu Guttenberg hat überraschend die Bundeswehrtruppen in Afghanistan besucht: Diesmal hat der Minister seine Frau Stephanie mit an den Hindukusch genommen. © dpa
Das Ehepaar zu Guttenberg hat überraschend die Bundeswehrtruppen in Afghanistan besucht: Diesmal hat der Minister seine Frau Stephanie mit an den Hindukusch genommen. © dpa
Das Ehepaar zu Guttenberg hat überraschend die Bundeswehrtruppen in Afghanistan besucht: Diesmal hat der Minister seine Frau Stephanie mit an den Hindukusch genommen. © ap
Das Ehepaar zu Guttenberg hat überraschend die Bundeswehrtruppen in Afghanistan besucht: Diesmal hat der Minister seine Frau Stephanie mit an den Hindukusch genommen. © ap
Das Ehepaar zu Guttenberg hat überraschend die Bundeswehrtruppen in Afghanistan besucht: Diesmal hat der Minister seine Frau Stephanie mit an den Hindukusch genommen. © dpa
Das Ehepaar zu Guttenberg hat überraschend die Bundeswehrtruppen in Afghanistan besucht: Diesmal hat der Minister seine Frau Stephanie mit an den Hindukusch genommen. © dpa
Das Ehepaar zu Guttenberg hat überraschend die Bundeswehrtruppen in Afghanistan besucht: Diesmal hat der Minister seine Frau Stephanie mit an den Hindukusch genommen. © dpa
Das Ehepaar zu Guttenberg hat überraschend die Bundeswehrtruppen in Afghanistan besucht: Diesmal hat der Minister seine Frau Stephanie mit an den Hindukusch genommen. © dpa
Das Ehepaar zu Guttenberg hat überraschend die Bundeswehrtruppen in Afghanistan besucht: Diesmal hat der Minister seine Frau Stephanie mit an den Hindukusch genommen. © dpa
Das Ehepaar zu Guttenberg hat überraschend die Bundeswehrtruppen in Afghanistan besucht: Diesmal hat der Minister seine Frau Stephanie mit an den Hindukusch genommen. © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa
Die Guttenbergs besuchen Soldaten in Afghanistan © dpa

“Das ist kein spaßiger Ausflug“, sagt Stephanie zu Guttenberg nach ihrer Ankunft in Kundus. Mulmig wurde ihr beim einstündigen Flug nicht. “Von Angst darf man sich hier nicht überwältigen lassen, sonst ist man eindeutig am falschen Platz.“

Sie hatte die Reisen ihres Mannes ins Einsatzgebiet zuvor nur aus der Ferne verfolgt - und das nicht ganz ohne Skepsis. Einmal gab es richtig Ärger: Als sich “KT“ - wie Guttenberg von Freunden genannt wird - im Juli spontan entschloss, auf einer Afghanistan-Reise die sicheren Mauern der Feldlager zu verlassen und einen Abstecher ins Kampfgebiet zu machen, erfuhr seine Frau aus dem Radio davon. Der Frontbesuch wurde wegen eines schweren Gefechts in letzter Minute abgesagt. Zu Hause wurde der Minister mit einer Standpauke empfangen.

Was dürfen deutsche Soldaten in Afghanistan?

Fotostrecke

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Stephanie zu Guttenberg längst vorgenommen, ihren Mann irgendwann einmal nach Afghanistan zu begleiten. Zu Weihnachten sah das Paar den richtigen Zeitpunkt gekommen. “Meine Motivation ist, dass ich immer einmal als Frau, Ehefrau und Mutter hier runter kommen wollte und mir ein Bild von der Lage machen wollte“, sagt die 34-Jährige. Sie wollte endlich sehen, worüber sie mit ihrem Mann so oft redet.

Bei ihren acht und zehn Jahre alten Töchtern musste das Paar zunächst Überzeugungsarbeit leisten. “Begeistert waren sie nicht“, sagt Stephanie. Vor allem ein Argument habe die Kinder schließlich überzeugt: Dass die Soldaten fern der Heimat auch einen Weihnachtsgruß verdient hätten.

SPD und Linke sprachen von einer Weihnachtsinszenierung und auch in der Koalition wurde hinter vorgehaltener Hand Unmut über den Besuch geäußert.

Das Paar hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Er ist seit Monaten in den Umfragen der beliebteste Politiker und wurde bereits als Kanzlerkandidat und künftiger CSU-Chef gehandelt. Sie katapultierte sich mit ihrem Buch zum Thema Kindesmissbrauch in die Schlagzeilen, bekam allerdings auch die Schattenseite öffentlicher Aufmerksamkeit zu spüren. Für ihre Moderation der RTL2-Sendung “Tatort Internet - Schützt endlich unsere Kinder“ musste sie heftige Kritik einstecken.

Trotzdem werden die Guttenbergs seit Monaten von den Medien als die “fränkischen Kennedys“ oder das “konservative Traumpaar“ gefeiert. “Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo setzte den Lobeshymnen buchstäblich die Krone auf, als er in einer Talkshow sagte, die Guttenbergs befriedigten “die Sehnsucht der Deutschen nach einer Königsfamilie“.

Das ist Afghanistan

Das ist Afghanistan

Seit dem Sturz der Taliban vor acht Jahren sind Milliarden Hilfsgelder nach Afghanistan geflossen. © dpa
In dem Land am Hindukusch sind inzwischen mehr als 100.000 internationale Soldaten stationiert. © dpa
Afghanistan ist jedoch immer noch eines der korruptesten, ärmsten und gefährlichsten Länder der Welt © dpa
In Afghanistan leben auf einer Fläche, die knapp doppelt so groß ist wie Deutschland, rund 33 Millionen Menschen. © dpa
Dem Entwicklungsindex (HDI) der Vereinten Nationen zufolge ist Afghanistan derzeit das zweitärmste Land der Welt. Schlechter ist die Lage nur im Niger. © dpa
Der Index berücksichtigt neben dem Einkommen auch Faktoren wie Kindersterblichkeit, Unterernährung und Bildung. © dpa
Mehr als 50 Prozent der Afghanen leben Schätzungen zufolge unter der Armutsgrenze. © dpa
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt laut Vereinten Nationen bei 44 Jahren (Deutschland: 80 Jahre). © dpa
Der Durchschnitt der ärmeren Länder liegt laut Weltbank bei 59 Jahren. © dpa
Auf dem Korruptionsindex 2009 von Transparency International ist Afghanistan weiter zurückgefallen und steht auf dem vorletzten Rang. Noch schlechter ist die Lage nur in Somalia. © dpa
Die Wirtschaftsleistung (BIP) lag laut Internationalem Währungsfonds (IWF) unter Einberechnung eines Kaufkraftausgleichs 2008 bei 21,4 Milliarden Dollar oder 760 Dollar pro Kopf. © dpa
Für 2009 rechnet der IWF mit einem BIP von 25,1 Milliarden Dollar. © dpa
Das Volumen des illegalen Opiumhandels wird von der Weltbank auf ein Drittel des regulären BIP geschätzt. © dpa
Afghanistan produziert mehr als 90 Prozent des weltweit gehandelten Opiums, woraus Heroin hergestellt wird. © dpa
Für Projekte der Entwicklungshilfe und des Wiederaufbaus sind von der Bundesregierung von 2002 bis 2010 mehr als 1,2 Milliarden Euro Hilfsgelder zugesagt. © dpa
Bis Mitte August 2009 wurden davon 830 Millionen Euro ausgezahlt. © dpa
Damit ist es das größte Empfängerland deutscher Entwicklungshilfe. © dpa

Der Verteidigungsminister hat in den vergangenen Monaten vehement versucht, den Jubelarien entgegenzuwirken. Er weiß nur zu gut, dass ein solcher Hype zum falschen Zeitpunkt in der Politik nach hinten losgehen kann. Die Risikofreude haben sich die Guttenbergs nicht nehmen lassen. Der Afghanistan-Besuch ist nicht ohne Gefahren. Das gilt sowohl für die immer angespannte Sicherheitslage vor Ort als auch für die öffentliche Wahrnehmung in Deutschland.

Die Ministergattin gab sich redlich Mühe, im Einsatzgebiet so unspektakulär wie möglich zu wirken. Sie hielt sich weitgehend im Hintergrund und ging eigene Wege. Eine Talkshow mit Star-Moderator Johannes B. Kerner in einem Flugzeug-Hangar in Masar-i-Scharif ließ sie ihren Mann alleine bestreiten. In Kundus ließ sich die 34- Jährige von einer der 132 in Afghanistan stationierten deutschen Soldatinnen durch das Lager führen und besuchte in Masar-i-Scharif das Feldlazarett. Nur vereinzelt posierte sie zusammen mit ihrem Mann für ein Erinnerungsfoto.

Von Michael Fischer

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Minister: Karl Lauterbach – darum muss Scholz ihn wohl opfern

Minister: Karl Lauterbach – darum muss Scholz ihn wohl opfern

Minister: Karl Lauterbach – darum muss Scholz ihn wohl opfern
Cannabis-Legalisierung: Ampel gibt Hanf frei – doch ab wann?

Cannabis-Legalisierung: Ampel gibt Hanf frei – doch ab wann?

Cannabis-Legalisierung: Ampel gibt Hanf frei – doch ab wann?
Geheime Ministerliste: Bastelt Olaf Scholz an der Ampel-Koalition?

Geheime Ministerliste: Bastelt Olaf Scholz an der Ampel-Koalition?

Geheime Ministerliste: Bastelt Olaf Scholz an der Ampel-Koalition?
Corona-Gipfel: Merkel verkündet Lockdown für Ungeimpfte und Impfpflicht

Corona-Gipfel: Merkel verkündet Lockdown für Ungeimpfte und Impfpflicht

Corona-Gipfel: Merkel verkündet Lockdown für Ungeimpfte und Impfpflicht

Kommentare