Bericht: USA zapften Telefone und Faxgeräte an

London - Der US-Geheimdienst NSA hat nach einem Bericht der britischen Zeitung „The Guardian“ bei der Überwachung von Verbündeten Telefone und Faxgeräte angezapft und Gespräche mit Spezialantennen belauscht.

Die Zeitung berichtet über eine Liste mit 38 Abhörzielen, die ihr von dem ehemaligen US-GeheimdienstmitarbeiterEdward Snowden zugespielt wurde.

Unter dem Codenamen „Dropmire“ wurden beispielsweise mit einer Wanze diplomatische Schreiben abgefangen, die von einem verschlüsselten Faxgerät in der EU-Botschaft in Washington an die Außenministerien europäischer Länder geschickt wurden. Dabei erhoffte man sich dem Bericht zufolge Einblicke in mögliche Meinungsverschiedenheiten zwischen EU-Mitgliedsländern.

dpa

Fünf Fakten rund um Skandal-Enthüller Snowden

Die Enthüllung: Snowden hat streng geheime Informationen über Überwachungsprogramme der USA an die Medien weitergeleitet. Danach greift der Geheimdienst NSA im großen Stil auf Telefondaten und E-Mail-Konten von Millionen US-Bürgern zu. Wollen die Agenten anhand gesammelter Daten einer bestimmten terroristischen Bedrohung nachgehen, müssen sie dazu jedoch richterliche Erlaubnis einholen. © AP
Der Enthüller: Seit er sich als Hauptquelle hinter den Enthüllungen der Blätter „The Guardian“ und „The Washington Post“ zu erkennen gab, hatte sich Snowden in Hongkong versteckt gehalten. Das US-Justizministerium stellte Strafanzeige wegen Spionage und Diebstahls von Staatseigentum gegen den Ex-Geheimdienstmitarbeiter. Einen Auslieferungsantrag der USA lehnten die Behörden in Hongkong jedoch mit dem Hinweis ab, dass eingereichte Unterlagen nicht gesetzlichen Vorgaben entsprochen hätten. © AP
Die Flucht: Noch bevor die ersten Medienberichte über die US-Überwachungsprogramme kursierten, hatte Snowden den US-Staat Hawaii schon in Richtung Hongkong verlassen. Dort angekommen, setzte er seine Enthüllungsinterviews mit Reportern fort. Dann verließ er Hongkong in Begleitung von Vertretern der Enthüllungsplattform Wikileaks. Snowden flog nach Moskau. Dort durfte er den Transitbereich des Flughafen nach langem Hickhack verlassen. Die USA zeigten sich enttäuscht von Russland. © AP
Die Diplomatie: Schon der US-Antrag auf eine Überstellung Snowdens scheiterte an der fehlenden Kooperation Hongkongs. Auch Russland unterhält kein Auslieferungsabkommen mit den USA. © AP
Die Zukunft: Snowdens Kooperation mit Wikileaks dürfte ein neues Kapitel einläuten, was Ausmaß und Qualität möglicher weiterer Enthüllungen anbelangt. Schon jetzt haben Snowdens Einlassungen für einigen Aufruhr gesorgt, auch wenn daran beteiligte Journalisten beteuerten, zum Schutz der nationalen Sicherheit nicht den vollen Umfang seiner brisanten Informationen ans Licht gebracht zu haben. © AP

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Whisky-Tasting im Bayerischen Wald

Whisky-Tasting im Bayerischen Wald

Deutschland älteste Strandkorb-Manufaktur im Portrait

Deutschland älteste Strandkorb-Manufaktur im Portrait

Fotostrecke: Werder verliert deutlich gegen Frankfurt

Fotostrecke: Werder verliert deutlich gegen Frankfurt

Unterwegs mit einem abgespeckten Slim-Bike

Unterwegs mit einem abgespeckten Slim-Bike

Meistgelesene Artikel

Neue Umfrage: Nach Lindners Corona-Fauxpas - FDP taumelt dem Bundestags-Aus entgegen

Neue Umfrage: Nach Lindners Corona-Fauxpas - FDP taumelt dem Bundestags-Aus entgegen

Trump will G7-Gipfel verschieben und Russland einladen

Trump will G7-Gipfel verschieben und Russland einladen

Eklat in Merkels Heimatverband - Massive Kritik an Borchardt: „Wer so die Opfer der Diktatur verhöhnt, ...“

Eklat in Merkels Heimatverband - Massive Kritik an Borchardt: „Wer so die Opfer der Diktatur verhöhnt, ...“

Nach historischer Abwahl von AfD-Politiker Brandner - Eil-Entscheidung des Verfassungsgerichts steht

Nach historischer Abwahl von AfD-Politiker Brandner - Eil-Entscheidung des Verfassungsgerichts steht

Kommentare