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Greenpeace: Fast die Hälfte aller Autos bis 2030 sollen Elektroautos sein

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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Die von der Bundesregierung geplante Zahl an Elektroautos bis 2030 ist zum Erreichen der Klimaziele zu niedrig, sagt Greenpeace – und formuliert Forderungen.

Berlin – Elektroautos sollen den Verbrenner zunehmend aus dem Straßenbild verdrängen, so plant es die Bundesregierung. Sollen die Klimaziele im Verkehrsbereich erreicht werden, muss noch viel geschehen. Die Bundesregierung plant deshalb mit einer drastischen Erhöhung der Anzahl an E-Autos bis 2030. Zum Erreichen der Klimaziele könnte das immer noch zu wenig sein, sagt Greenpeace. Eine von der Organisation in Auftrag gegebene Studie sieht große Lücken zwischen der Zahl an E-Autos, die nötig ist, und derer, die geplant ist.

Von Greenpeace beauftragte Studie zu E-Mobilität: Etwa die Hälfte aller Autos bis 2030 sollen Elektroautos sein

Eine Studie zu E-Mobilität im Auftrag von Greenpeace hat ergeben, dass die von der Bundesregierung geplanten 15 Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2030 nicht ausreichen. Um die Klimaziele im Verkehr zu erreichen, muss nach Angaben des Wuppertal Instituts deutlich aufgestockt werden – um fünf Millionen weitere E-Autos, andernfalls sollen die Klimaziele im Verkehr gefährdet sein. Erst kürzlich hatte der neue Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) vor der Verfehlung der Klimaziele gewarnt.

Nach Angaben der tagesschau erklärte der Verkehrsexperte von Greenpeace, Tobias Austrup, mit Blick auf die Studie: „Um die Emissionen des Pkw-Verkehrs von höchstens 52 Millionen Tonnen pro Jahr sicherzustellen, müssen im Jahr 2030 mindestens 20 Millionen E-Autos in Deutschland zugelassen sein“. Er fordert deshalb bei der Umstellung auf E-Mobilität deutlich schneller vorzugehen, als bisher geplant. Aktuell gibt es in Deutschland mehr als 48 Millionen PKWs, Elektroautos machen davon einen Anteil von etwa 650.000 Fahrzeugen aus. Geht man von den derzeitig 48 Millionen Wagen insgesamt aus, wäre man mit 20 Millionen E-Autos fast bei der Hälfte aller Wagen.

Kampf um die größte Reichweite bei Elektroautos läuft – schon jetzt sind E-Autos bei vielen Herstellern der Lichtblick

Schon jetzt steigt die Nachfrage nach neuen Elektroautos in Deutschland, währenddessen stehen sich gebrauchte E-Autos die Reifen platt. Auch in Niedersachsen gibt es trotz schlechter Infrastruktur immer mehr Batteriewagen, ein positiver Trend ist deutlich zu erkennen. Der Landesverband des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen erklärte, Elektroautos wiesen in 2021 hohe zweistellige Zuwächse aus, Verbrenner hingegen bewegten sich im zweistelligen Minusbereich. Viele Autohersteller rüsten schon jetzt schnellen Schrittes für die E-Mobilität um, darunter Volkswagen.

Ein Schild weist auf eine Ladesäule hin. Elektroautos: Die von der Bundesregierung bis 2030 geplante Zahl an E-Autos auf deutschen Straßen könnte zu gering zum Erreichen der Klimaziele sein – das ergab eine Studie, die Greenpeace beauftragt hat.
Elektroautos: Die von der Bundesregierung bis 2030 geplante Zahl an E-Autos auf deutschen Straßen könnte zu gering zum Erreichen der Klimaziele sein – das ergab eine Studie, die Greenpeace beauftragt hat. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Bei VW ist das VW-Elektroauto mittlerweile zum Lichtblick in Krisenzeiten aufgestiegen. Zwar hält sich der Konzern immer noch eine Hintertür zum Verbrennungsmotor offen, trotzdem werden in Wolfsburg die Segel eindeutig in Richtung E-Mobilität gesetzt. VW-Boss Herbert Diess möchte an den Branchenprimus Tesla anknüpfen, was für den Autoriesen aus Niedersachsen kein einfaches Unterfangen wird. Zwar sieht VWs Investitionsplan für die nächsten Jahre große Summen für die E-Mobilität vor, allerdings strich man bei Tesla zuletzt Rekordgewinne ein – trotz Chipkrise.

Der US-Autobauer plant zudem eine Batterie-Kooperation mit Panasonic, um im Kampf um die größte Reichweite die Nase vorne zu haben. Trotz rückläufiger Reichweitenangst bei Besitzern von E-Autos bleibt die Ausdauer der Batteriewagen ein Thema. Noch immer lässt die Reichweite von Elektroautos meist zu wünschen übrig.

Ladesäulen: Verkehrswende braucht mehr Elektroautos – aber auch eine bessere Infrastruktur

Es ist das alte Lied der E-Mobilität – die mangelhafte Infrastruktur. Auch in Niedersachsen gibt es besonders im ländlichen Raum riesige Lücken im Netz von Ladesäulen für Elektroautos. Die Politik verspricht Besserung und plant den schnellen Ausbau. Für die Anzahl der Ladesäulen gilt das gleiche wie für die Batteriewagen selbst: Es gab im letzten Jahr einen deutlichen Anstieg, der dennoch weiterhin zu gering ist. Der Ausbau von Ladesäulen unterliegt starken regionalen Schwankungen. In Deutschland wird zudem aktuell wieder über klimafreundliches Fahren mit E-Fuels diskutiert.

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Soll die E-Mobilität attraktiv werden, braucht es flächendeckende Infrastruktur sowie die Möglichkeit, ein E-Auto günstig zu erwerben – und zu halten. An Ladesäulen droht aktuell der Preisanstieg, nicht nur wegen allgemein steigender Strompreise. Attraktive E-Mobilität, bleibt bezahlbare E-Mobilität, soviel ist klar. Im letzten Jahr hatte sich die Nutzung von Kaufprämien für E-Autos verdoppelt.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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