Bundespräsidenten-Wahl

Bundespräsidenten-Wahl: Gerhard Trabert ist der Linken-Kandidat

Mit Gerhard Trabert schicken die Linken ein unbekanntes Gesicht zur Bundespräsidenten-Wahl. Er will die Gelegenheit nutzen, um auf soziale Ungerechtigkeit hinzuweisen.

Berlin – Die Linke hat einen eigenen Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten, wie ein Parteisprecher am Sonntagabend bestätigte. Vielen dürfte der Name bisher nicht geläufig sein: Gerhard Trabert. Der Linken-Politiker tritt bei der Bundespräsidenten-Wahl an, um auf Armut und soziale Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen.

Name:Gerhard Trabert
Partei:Die Linke
Kandidatur:Wahl zum Bundespräsidenten

Bundespräsidenten-Wahl: Gerhard Trabert kandidiert für die Linke

Der Sozialmediziner Gerhard Trabert tritt am 13. Februar bei der Bundespräsidenten-Wahl gegen Frank-Walter-Steinmeier an, als Kandidat der Linken. Trabert sieht in seiner Kandidatur die Chance, auf drängende Themen hinzuweisen und eine Stimme derjenigen zu sein, die sonst zu selten gehört würden, wie er der Süddeutschen Zeitung erklärte.

Der Sozialmediziner selbst engagiert sich schon lange für Geflüchtete, Arme und Obdachlose. Zuletzt hatte der Bundestag die Erhöhung der Regelsätze für 2022 abgelehnt. Einer neuen Studie nach wird auch in Niedersachsen mittlerweile jeder Fünfte trotz Vollzeitjob als Geringverdiener eingestuft. Gründe auf soziale Ungerechtigkeit hinzuweisen, gibt es genug.

Gerhard Trabert, die Linke und die Sozialarbeit

Der 65-jährige Gerhard Trabert ist Arzt und Sozialarbeiter – und nun auch Kandidat der Linken für den Posten als Bundespräsident. In dieser Rolle soll er am Dienstag offiziell vorgestellt werden. Trabert besitzt eine Professur für Sozialpsychiatrie und Sozialmedizin an der Hochschule Rhein-Main. Im Vordergrund steht für ihn allerdings das soziale Engagement.

Sozialmediziner Gerhard Trabert kandidiert für die Linke auf das Amt des Bundespräsidenten.

Trabert versorgt als Arzt im Raum Mainz kostenlos wohnungslose Menschen. Doch sein Engagement beschränkt sich nicht auf das Rhein-Main-Gebiet: Auch in verschiedenen Krisengebieten und Flüchtlingslagern packte der Arzt immer wieder an.

Trabert selbst ist kein Parteimitglied der Linken, in der Partei ist er deshalb keineswegs ein unbekanntes Gesicht. Im September war er als Direktkandidat der Linken bei der Bundestagswahl angetreten, in seinem Wahlkreis Mainz. Nun tritt er zur Wahl des Bundespräsidenten an, wenn auch eher symbolisch.

Bundespräsidenten-Wahl: Gerhard Traberts Erfolgsaussichten gegen Frank-Walter-Steinmeier sind gering

Gerhard Trabert wird es nicht leicht haben, bei der Wahl zum Bundespräsidenten. Amtsinhaber Frank-Walter-Steinmeier kandidiert erneut und erfreut sich schon jetzt breiter Zustimmung. Sowohl die Parteien der Ampel-Koalition als auch die Union hatten sich wohlwollend über eine erneute Kandidatur Steinmeiers geäußert.

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Trabert selbst findet, der amtierende Bundespräsident hätte sich zu sozialen Fragen öfter zu Wort melden können, wie er der Süddeutschen Zeitung erklärte. Eine Generalkritik sei seine Kandidatur trotzdem nicht, sie richte sich „nicht gegen jemanden, sondern für etwas“. Trabert sieht offensichtlich Nachholbedarf – auch die von der Politik geplante Anhebung des Mindestlohns dürfte viele Probleme nicht lösen.

Dass seine Erfolgsaussichten gering sind, weiß auch der Sozialmediziner Gerhard Trabert – sein Ziel ist deshalb noch lange nicht verfehlt. Als Kandidat zur Bundespräsidenten-Wahl kann er auf wichtige Themen aufmerksam machen und erhält dafür eine breite Bühne, deutlich breiter als sonst. Trabert, der sich selbst wiederholt an zivilen Einsätzen zur Seenotrettung beteiligte, möchte diese Chance nutzen – auch wenn er nicht gewählt werden sollte, kann die Kandidatur für ihn ein Erfolg werden.*kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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