1. Startseite
  2. Politik

Gaspreisbremse und Sonderzahlung: Wie komme ich an die Ampel-Hilfen?

Erstellt:

Von: Alexander Eser-Ruperti

Kommentare

Gaspreisbremse und Sonderzahlung nehmen nach langem Hin und Her endlich konkretere Form an, doch wie sind die Hilfen überhaupt erhältlich? Eine Erklärung.

Berlin – MPK und Kabinett haben in Puncto Entlastungsmaßnahmen viel zu besprechen. Bei der Gaspreisbremse könnte es im Laufe des 02. Novembers 2022 konkreter werden – endlich. Viel zu lange war aus Sicht von Verbraucherinnen und Verbrauchern über das Instrument zur Unterstützung bei den Energiekosten diskutiert worden. Während sich beim Beginn der Maßnahme ein Kompromiss abzeichnen könnte, stellt sich vielen eine ganz grundlegende Frage: Wie komme ich an die Entlastung durch die Gaspreisbremse – und wie an die inzwischen beschlossene Sonderzahlung?

Gaspreisbremse: Wie kommen Verbraucher an Erleichterungen im Zuge des Gaspreisdeckels?

Nachdem über den Zeitpunkt für den Beginn des Preisdeckels noch Diskussionsbedarf zwischen Bund und Ländern besteht, stellt sich Verbraucherinnen und Verbrauchern noch eine andere Frage in Sachen Gaspreisbremse: Wie komme ich überhaupt an die Erleichterungen? Voraussichtlich wird auf Gasrechnungen vorerst der ungeschönte Gaspreis, ohne Subventionierung, ausgewiesen. Doch kein Schreck: Die Differenz zwischen dem eigentlichen Preis und dem subventionierten Betrag soll als Prämie ausgezahlt werden, so der Spiegel. Auf diesem Weg will der Bund zum Energie sparen anregen, Energiespartipps aus der Politik waren indes zunehmend in die Kritik geraten. Die Höhe der Prämie berechnet sich aus dem Durchschnittsverbrauch des Vorjahres.

Gasherd mit Flamme
Zur Entlastung der Gaskunden hat das Bundeskabinett die milliardenschwere Einmalzahlung beschlossen. Doch wie erhält man diese – und wie Unterstützung durch die Gaspreisbremse? (Symbolbild) © Frank Rumpenhorst/dpa

Etwas anders stellt sich die Situation für all diejenigen dar, die ihre Verträge direkt mit Versorgern geschlossen haben. In ihrem Fall findet sich die Prämie direkt auf dem Konto. Eine Aufschlüsselung findet dann laut Spiegel in der Gasabrechnung statt. Für Mieterinnen und Mieter von Wohnhäusern in denen Heizkosten über die Nebenkosten mittels Abschlag berechnet werden gilt es zu beachten: Die Vermieterin oder der Vermieter (oder derjenige, der für sie die Abrechnung übernimmt), muss auf Grundlage neuer Berechnungen den Abschlag reduzieren.

Gaspreisbremse einfach erklärt: So funktioniert der Gaspreisdeckel

Im ganzen Wirrwarr um die geplanten Entlastungsmaßnahmen der Ampelkoalition unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) muss die Gaspreisbremse einfach erklärt werden: Grundsätzlich hält sie genau das, was der Name verspricht. In einem bestimmten Rahmen sorgt der Staat dafür, dass die Preise nicht weiter steigen. Im aktuellen Fall soll es sich dabei um ein Kontingent handeln, das etwa 80 Prozent des Verbrauchs aus dem Vorjahr umfasst.

Dieses Kontingent soll dann zu einem staatlich festgelegten Preis abgerechnet werden. Im Gespräch hierfür sind aktuell 12 Cent pro Kilowattstunde, bei Fernwärme sollen es 9,5 Cent sein. Der Verbrauch der oberhalb der festgelegten Grenze liegt, muss dann zu den aktuell extrem hohen Preisen bezahlt werden.

Sonderzahlung neben der Gaspreisbremse: Höherer Aufwand bei Gaskosten-Zahlung über Nebenkosten

Die Sonderzahlung hat die Ampelkoalition inzwischen durchgewunken. Doch wie erhalte ich sie? Wer Gaskosten per Lastschrift direkt an den Versorger bezahlt, hat zumindest beim Aufwand „Glück“: Es muss nichts extra in die Wege geleitet werden, denn es wird einfach weniger abgebucht. Insgesamt soll laut Spiegel ein Zwölftel der Jahresverbrauchsprognose bis zum September erstattet werden – nicht der eigentliche Dezember-Verbrauch. Heißt: Wer im letzten Monat des Jahres massiv heizt, zahlt trotzdem drauf. Zu beachten gilt bei der Sonderzahlung neben der Gaspreisbremse: Höheren Aufwand haben alle diejenigen, die ihre Gaskosten über die Nebenkostenabrechnung an Vermieter in Deutschland bezahlen.

Mit unserem Newsletter verpassen Sie nichts mehr aus ihrer Umgebung, Deutschland und der Welt – jetzt kostenlos anmelden!

Grundsätzlich zahlt in diesem Fall erst einmal der Vermieter einen Monat lang den entsprechenden Abschlag nicht, denn er ist Vertragspartner. Die Ersparnis muss jedoch auf Mieter umgelegt werden. Dabei wird unterschieden: Mieter, die alte (günstige) Gaspreise zahlen, kriegen ihre Erstattung im kommenden Jahr mit der Nebenkostenabrechnung, etwaige Nachzahlungen werde um die Summe des Dezember-Abschlags gekürzt. Alle anderen, die bereits mehr zahlen, sollen den Abschlagsbetrag von ihrer Mietzahlung abziehen dürfen, sollten das jedoch dem Vermieter oder der Vermieterin kommunizieren.

Auch interessant

Kommentare