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Gaskrise in Deutschland: Verbraucher suchen den Ausweg aus der Preisspirale

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Von: Felix Busjaeger

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Leere Geldbörse liegt auf einer Heizung
Heizen wird teuer. Viele Verbraucher in Deutschland prüfen deshalb Alternativen zur Gasheizung. (Symbolbild) © IMAGO/Christian Ohde

Der Gasnotstand bedroht derzeit Deutschland. Inmitten der Gaskrise suchen Verbraucher deshalb Alternativen bei der Energieversorgung ohne Gas.

Berlin – Das Zauberwort der Stunde heißt Gassparen: Wegen des drohenden Gasnotstands in Deutschland sind derzeit alle Verbraucher angehalten, Energie zu sparen. Während so der Verbrauch gesenkt werden soll, steigen dennoch die Preise für Gas und Öl immer weiter.

Wegen der hohen Gaspreise suchen die Menschen in Deutschland Alternativen zum teuren Gas. Doch nicht nur die privaten Haushalte leiden unter der Gaskrise in Deutschland. Auch Bäcker und Metzger stehen vor herausfordernden Problemen. Schon länger wird gefordert, dass die Regierung ein Konzept für den Winter braucht.

Gaskrise in Deutschland 2022: Der drohende Gasnotstand macht Verbrauchern zu schaffen

Energie und Gas sind in Deutschland zu einem teuren Gut geworden: Während im Sommer zwar die Gasheizungen in der Regel aus bleiben und sich zumindest derzeit Kosten sparen lassen, blicken viele Verbraucher besorgt auf den Herbst und Winter – Preisschocks drohen.

Derzeit fließt durch die Gaspipeline Nord Stream 1 kein Gas. Hintergrund sind planmäßige Wartungsarbeiten. Ob die russische Gastrasse künftig wieder Gas nach Deutschland befördert, ist derzeit noch ungewiss. Sollte sich Russland gegen eine weitere Lieferung entscheiden, könnte sich die Gaskrise in Deutschland 2022 verschärfen und zu einem Gasnotstand in Deutschland führen.

Angesichts der Gaskrise in Deutschland und der Unsicherheit bei den Energiepreisen suchen immer mehr Bürger den Rat von Fachleuten, um ihren Verbrauch zu reduzieren und um unabhängiger zu werden von Gas und Öl. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gab demnach an, dass seine Experten bereits 270.000 Beratungen zu Energiefragen in diesem Jahr durchgeführt haben. Im Jahr zuvor waren es nur 178.000. Auch im Vergleich zu den Jahren zuvor ist ein deutlicher Anstieg bemerkbar.

Alternativen für Gasheizung hoch im Kurs: Gaskrise und drohender Gasnotstand verändert Energiemarkt

Wie es weiter heißt, würde es in den Beratungen nicht nur um die Frage gegen, wie Verbraucher angesichts der Gaskrise in Deutschland Energie sparen können. Vielmehr wären auch Alternativen zur Gasheizung und Antworten zu Fotovoltaik auf dem Dach sehr gefragt. Die Angst der Verbraucher vor teuren Gasrechnung ist nicht unbegründet: Nachdem die Preise vielerorts bereits zum Jahreswechsel kräftig zugelegt hatten, verschärfen der Ukraine-Krieg und der Stopp bei russischen Gaslieferungen die Situation auf dem Energiemarkt weiter. Die Energiekrise ist längst in Deutschland angekommen.

Die Bundesnetzagentur schließt mit Blick auf die Heizperiode im Herbst und Winter größere Preissprüngen nicht aus. Erst kürzlich sagte der Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller: „Ab 2023 müssen sich Gaskunden auf eine Verdreifachung der Abschläge einstellen, mindestens.“ Verbraucherzentralen warnen indes vor einer Verfünffachung des Gaspreises in Deutschland. Sollte es dazu kommen, stehen viele Haushalte vor einem ernsthaften Problem. Denn bereits jetzt sind viele Verbraucher wegen der Inflation am Limit. Auch Energieversorger spüren die Preisentwicklung. Zuletzt musste Uniper aus der Krise geboxt werden.

Warnung vor Energiemangel: Gasnotstand und Gaskrise in Deutschland bereiten Netzagentur Sorgen

Dass der Strom aus der Steckdose kommt und die Heizung im Winter warm wird, gilt seit vielen Jahren als Selbstverständlichkeit. Sollte es während der Energiekrise in Deutschland allerdings zu einer Mangelsituation kommen, könnte die Garantie unter Umständen nicht aufrecht gehalten werden. Für einen möglichen Gasnotstand hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) bereits vor einigen Wochen die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen.

Generell wäre es wichtig, einen Überblick zu haben.“

Leon Eckert (Grüne)

Demnach gehören private Haushalte zu den geschützten Verbrauchern, die bis zuletzt mit Gas und Energie versorgt werden sollen. Während sich die Gasspeicher in Deutschland nur langsam füllen, hält Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) die Einrichtung eines Krisenstabs im Kanzleramt für notwendig. Außerdem soll die Bundesnetzagentur nach Vorstellung des CDU-Politikers Szenarien für eine mögliche Gaskrise in Deutschland ausarbeiten.

Um die Folgen einer möglichen Energieknappheit für die Bevölkerung in diesem Winter abzumildern, sollte aus Sicht des Grünen-Innenpolitikers Leon Eckert jetzt schon mehr passieren. „Generell wäre es wichtig, einen Überblick zu haben über die Notstromversorgung, die es für einzelne staatliche Einrichtungen gibt, nicht nur für Krankenhäuser und Feuerwehren, sondern zum Beispiel auch für Rathäuser“, sagte Eckert der dpa.

Gaskrise in Deutschland schmälert Konsum: Energiepreise machen sich beim Einkaufen bemerkbar

Während die Gaskrise in Deutschland vielen Verbrauchern derzeit Sorgen bereitet und sich ein möglicher Gasnotstand ankündigt, merken auch zahlreiche Bäcker und Metzger die Auswirkungen der Energiekrise. Viele Kunden seien zurückhaltender bei Einkäufen, so Berufsverbände. „Wir merken, dass das Geld nicht mehr so locker sitzt“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, Daniel Schneider. „Vor allem beim kleinen Luxus wie Torten halten sich Verbraucher derzeit zurück.“ Zurückzuführend sind derweil steigende Preise in den Bäckereien nicht nur auf die Gaspreise. Mehl sei teilweise bis zu 70 Prozent teurer geworden, berichtet Schneider.

Auch die Metzgereien melden in Deutschland wegen der Energiekrise ein verändertes Einkaufsverhalten: Kunden würden weniger und günstiger einkaufen. „Unser Geschäft ist allerdings stark von Stammkunden geprägt, wir spüren noch keine Abwanderung zum Discounter“, sagt Reinhard von Stoutz aus der Geschäftsleitung des Deutschen Fleischer-Verbandes. In beiden Branchen ist allerdings der Fachkräftemangel weiter zu spüren, der auch zur Schließung einzelner Filialen führt.

Energiekrise in Deutschland verschärft sich weiter – Notstromversorgung wegen möglichen Gasnotstands nur unzureichend

Während die Gaskrise in Deutschland bereits erste Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Verbraucher zeigt, sehen viele Vertreter der Politik bundesweit nur unzureichende Maßnahmen, um auf einen möglichen Gasnotstand ausreichend reagieren zu können.

Während der Bund insbesondere die Verantwortung für die Zivilverteidigung, etwa im Kriegsfall, trägt, obliegt der Katastrophenschutz den Ländern. Grünen-Politiker Eckert sagte dazu: „Ein wichtiger Impuls, der jetzt vom Bund und von den Ländern an die Katastrophenschützer in den Kommunen gegeben werden müsste, ist zum Beispiel die Aufforderung, Vorkehrungen für einen möglichen Energiemangel im Winter zu treffen.“

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Stabilisiert sich der Gaspreis? Gaskrise mit Gasnotstand in Deutschland weiter möglich

Zahlreiche Verbraucher spüren bereits die Auswirkungen der Gasknappheit in Deutschland. Dennoch hält es die Bundesnetzagentur auch für möglich, dass sich die Gaspreise auf hohem Niveau erst einmal stabilisieren – entgegen der anfänglich vermuteten Verdreifachung der Preise.

„Es hat in dieser Woche keinen signifikanten Preissprung mehr gegeben, obwohl Nord Stream 1 abgeschaltet wurde“, sagte der Präsident der Behörde, Klaus Müller gegenüber der Bild am Sonntag. Seiner Einschätzung nach könnten die Gaspreise ein Plateau erreicht haben. Offenbar zeigt indes die Gaskrise Wirkung: Zahlreiche Verbraucher in Deutschland würden verstärkt darauf achten, Energie zu sparen. (Mit Material der dpa)

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