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Gas sparen: Habeck duscht jetzt schneller – wegen Putin

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Von: Jens Kiffmeier

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Kampf gegen Putin: In der Gas-Krise ruft Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zum Energiesparen auf und geht mit Beispiel voran. Wie? Weniger Duschen.

Berlin – Tiefe Einblicke ins Privatleben sind für Spitzenpolitiker oftmals ein Tabu. Doch wegen der Gas-Krise hat Robert Habeck (Grüne) jetzt eine Ausnahme gemacht. Angesichts einer drohenden Preisexplosion rief der Wirtschaftsminister die Deutschen eindringlich zum Sparen von Energie auf – und gab dabei ungewöhnliche Tipps aus seinem eigenen Alltag. „Ich dusche schnell“, sagte der Grünen-Politiker dem Spiegel. Er habe noch nie lange unter der Brause gestanden. „Aber ich habe meine Duschzeit noch einmal verkürzt.“ Doch was lustig klingt, hat einen ernsten Hintergrund.

Gas sparen: Robert Habeck aktiviert Alarmstufe 2 im Notfallplan und rät zum Energiesparen

Denn Deutschland droht ein Notstand beim Gas. Nachdem Russland vor wenigen Tagen wegen des Ukraine-Kriegs die Liefermengen nach Deutschland gedrosselt hat, musste das Wirtschaftsministerium um Robert Habeck (Grüne) die Alarmstufe 2 vom Notfallplan Gas aktivieren. „Gas ist ein knappes Gut“, warnte der Grünen-Politiker und forderte die Unternehmen und privaten Haushalten zum Sparen von Gas auf. Derzeit könnten die Gasspeicher nicht ausreichend für den Winter gefüllt werden, hieß es.

Rät den Deutschen zum Gas sparen: Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) duscht bereits weniger.
Rät den Deutschen zum Gas sparen: Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) duscht bereits weniger. © Michael Kappeler/dpa

Für Mieter und Hauseigentümer hat das durchaus verheerende Auswirkungen. Den die ohnehin hohen Preisen für Gas drohen weiter zu steigen. „Es wird weitere Anstiege geben“, sagte Habeck. Laut der Bundesnetzagentur müssen die Verbraucher mit einer Verdreifachung ihrer Gasrechnung rechnen. Das Wirtschaftsministerium gab bereits Tipps für das Sparen von Gas im Sommer heraus.

Robert Habeck (Grüne): Weniger Duschen und keine Klimaanlage – das sind die Tipps in der Gas-Krise

An diese Richtlinien will sich Habeck nach eigenem Bekunden selber halten – ungeachtet der Alarmstufe. Neben der Verringerung seiner Duschzeit vermeidet er auch Klimaanlagen und übertriebenes Heizen. „Im Sommer bin ich sehr ungern in klimatisierten Räumen, und im Winter heize ich sparsam“, erklärte Habeck. Allerdings weiß der Minister auch, dass er nur bedingt als Beispiel taugt. Er sei von morgens bis abends in seinem Spitzenjob auf Achse, weswegen das geringe Heizen der Wohnung nicht schwerfalle. Und selbst wenn, dann würden ihn steigende Kosten nicht stark belasten. „Als Minister habe ich ein Gehalt, von dem andere nur träumen“, räumte er ein. Den Austausch für einen energiesparenden Duschkopf oder einen hydraulischen Abgleich könne er deswegen problemlos stemmen.

Energiesparender Duschkopf

Die Installation von einem Sparduschkopf kann in der Gaskrise helfen. Denn oberste Priorität beim Sparen von Gas ist ein geringerer Warmwasserverbrauch. Ohne Komfortverlust soll dabei ein energiesparender Duschkopf bis zu 60 Prozent Einsparungen garantieren. Und das wirkt sich auch auf das Portemonnaie aus. Laut Verbraucherzentrale kostet tägliches Duschen (acht Minuten bei 38 Grad) im Jahr 446 Euro. Reduziert man die Duschdauer um zwei Minuten und die Temperatur auf 36 Grad und verwendet dabei einen Sparduschkopf sinkt der Preis auf 250 Euro.

Ungeachtet dessen warnte Habeck aber davor, die Energieeinspartipps zu belächeln. Er höre ständig: „Haha, ein Duschkopf soll uns vor Putin retten.“ Dennoch sei die Sache nicht banal, sagte der Minister im ZDF und verwies auf einfache Rechenbeispiele. Bis zu 15 Prozent könne man vielleicht einsparen, wenn etwa die Gasheizungen überprüft würden. Die Faustregel laute, pro Grad weniger spare man fünf Prozent Energie, verdeutlichte er. Ähnliche Ergebnisse erziele man beim Austausch des Duschkopfs. Für jeden einzelnen Verbraucher sei das nicht viel. Aber wenn man die Summen summiere, „dann kommt einiges zusammen.“ Denn in Deutschland gebe es insgesamt 41 Millionen Haushalte.  

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Beim Sparen von Gas setzt die Politik aber auf Eigeninitiative. Die Frage nach der Auszahlung einer Prämie wies er zurück. Die drohenden hohen Preise, die zu einem Teuer-Schock führen könnten, müssten Anreiz genug sein, sagte er. „Wenn jemand sagt, ich helfe nur, wenn ich nochmal 50 Euro kriege, dann würde ich sagen: Die kriegst du nicht, Alter“, stellte Habeck im ZDF klar. Bereits zuvor hatte er die das Energieeinsparen als nationale Kraftanstrengung tituliert. Also, weniger Duschen. Und zwar alle.

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