Proteste in Frankreich

Frankreichs "Gelbwesten" wieder auf der Straße

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Ein Demonstrant in Paris bewirft die Polizei. Foto: Michel Euler/AP

Milliardenschwere Sozialmaßnahmen der Regierung und ein breit angelegter Bürgerdialog hindern die "Gelbwesten" nicht an ihren Protesten. In mehreren Städten kommt es wieder zu Zusammenstößen.

Paris (dpa) - Bei Protesten der "Gelbwesten" sind in Frankreich wieder Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Demonstrationen gab es in Paris und anderen Städten, wie der Nachrichtensender Franceinfo am Samstag berichtete.

In der Hauptstadt, Toulouse, Nantes sowie in der normannischen Stadt Evreux sei es am Rande zu Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften gekommen.

Die Proteste richten sich seit Mitte November gegen die Reformpolitik der Mitte-Regierung von Staatspräsident Emmanuel Macron. Ein weitereres Konfliktthema ist die als zu niedrig empfundene Kaufkraft. Einige "Gelbwesten" fordern auch einen Rücktritt des 41-jährigen Staatschefs. Die Massenproteste lösten die bislang schwerste Krise in Macrons Amtszeit aus, die im Mai 2017 begonnen hatte.

Am vergangenen Samstag hatten nach Regierungsangaben 84 000 Demonstranten an den Kundgebungen teilgenommen. Dabei war es auch zu Zusammenstößen gekommen.

Zur Entschärfung des Konflikts hatte Macron im Dezember mit milliardenschweren Sozialmaßnahmen reagiert. Außerdem rief er eine "Bürgerdebatte" ins Leben, bei der Bürger bis Mitte März in ihren Gemeinden Vorschläge machen können. Macron nahm in der zurückliegenden Woche selbst an einem solchen Gespräch in Süden des Landes teil.

Die Bewegung der "Gelbwesten" hat verschiedene Strömungen, was auch zu Konflikten führt. So wird die Aktivistin Ingrid Levavasseur wegen ihrer angekündigten Kandidatur bei der Europawahl aus den eigenen Reihen massiv kritisiert. Sie und einige Mitstreiter hatten am Mittwoch angekündigt, den Sprung ins Europaparlament wagen zu wollen.

Bürger, die sich gegen die "Gelbwesten" wenden, wollen am Sonntag laut Medien in Paris demonstrieren. Sie gaben sich den Namen "rote Tücher" und sehen sich nicht als Unterstützer der Regierung.

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