Nach historischem Kuba-Besuch

Fidel Castro spottet über Obamas "honigsüße Worte"

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Fidel Castro und Barack Obama werden wohl keine Freunde mehr.

Kuba - Eine Woche nach dem historischen Besuch von US-Präsident Barack Obama in Havanna hat Kubas früherer Staatschef Fidel Castro deutliche Vorbehalte gegen den einstigen Erzfeind geäußert.

Kuba brauche "keine Geschenke" der USA, schrieb der 89-jährige Bruder von Präsident Raúl Castro in einem Brief mit dem Titel "Der Bruder Obama", der am Montag in der Staatszeitung "Granma" veröffentlicht wurde.

"Dank der Anstrengungen und der Intelligenz unseres Volkes sind wir fähig, Lebensmittel und die materiellen Reichtümer zu produzieren, die wir brauchen", schrieb der kubanische Revolutionsführer. "Wir haben keinen Bedarf, dass uns das Empire irgendwelche Geschenke macht." In dem Brief spottete Castro zudem über die "honigsüßen Worte" Obamas während seines Besuchs auf der Insel.

"Beim Hören der Worte des amerikanischen Präsidenten riskierte man, einen Infarkt zu erleiden", schrieb Castro. Er rief eine lange Reihe von Konfliktpunkten zwischen Kuba und den USA in Erinnerung. Obama hatte in der vergangenen Woche in Havanna dazu aufgerufen, die Konflikte des Kalten Krieges hinter sich zulassen, und für Freiheit und Demokratie plädiert. Zugleich versicherte er aber, Kuba keinen Wandel aufzwingen zu wollen.

Ende der Eiszeit: Obama trifft Raúl Castro in Kuba

US-Präsident Barack Obama wird von Raul Castro in Havanna empfangen. Foto: Alejandro Ernesto
US-Präsident Barack Obama wird von Raul Castro in Havanna empfangen. Foto: Alejandro Ernesto © Alejandro Ernesto
Historisches Treffen: Barack Obama wird vom kubanischen Präsidenten Raul Castro im Revolutionspalast empfangen. Foto: Alejandro Ernesto
Historisches Treffen: Barack Obama wird vom kubanischen Präsidenten Raul Castro im Revolutionspalast empfangen. Foto: Alejandro Ernesto © Alejandro Ernesto
Historisches Treffen: Barack Obama wird vom kubanischen Präsidenten Raul Castro im Revolutionspalast empfangen. Foto: Michael Reynolds
Historisches Treffen: Barack Obama wird vom kubanischen Präsidenten Raul Castro im Revolutionspalast empfangen. Foto: Michael Reynolds © Michael Reynolds
Erstmals seit 1928 ist ein US-Präsident wieder in Kuba zu Besuch. Obama will Raúl Castro zu einer weiteren Reformen in dem sozialistischen Land bewegen. Kurz vor der Ankunft werden aber viele Dissidenten festgenommen. Foto: Alejandro Ernesto
Erstmals seit 1928 ist ein US-Präsident wieder in Kuba zu Besuch. Obama will Raúl Castro zu einer weiteren Reformen in dem sozialistischen Land bewegen. Kurz vor der Ankunft werden aber viele Dissidenten festgenommen. Foto: Alejandro Ernesto © Alejandro Ernesto
Vor Obama war erst ein US-Präsident zu Besuch auf der Karibikinsel gewesen: Calvin Coolidge im Jahr 1928. Foto: Michael Reynolds
Vor Obama war erst ein US-Präsident zu Besuch auf der Karibikinsel gewesen: Calvin Coolidge im Jahr 1928. Foto: Michael Reynolds © Michael Reynolds
Obama landete pünktlich in der Hauptstadt Havanna. Foto: Rolando Pujol
Obama landete pünktlich in der Hauptstadt Havanna. Foto: Rolando Pujol © Rolando Pujol
Nach einem Rundgang durch die Altstadt speiste die Präsidentenfamilie im beliebten Privatrestaurant San Cristobal. Foto: Rolando Pujol
Nach einem Rundgang durch die Altstadt speiste die Präsidentenfamilie im beliebten Privatrestaurant San Cristobal. Foto: Rolando Pujol © Rolando Pujol
Die Begrüßung des amerikanischen Präsidenten fiel etwas nass aus. Foto: Alejandro Ernesto
Die Begrüßung des amerikanischen Präsidenten fiel etwas nass aus. Foto: Alejandro Ernesto © Alejandro Ernesto
Obamas Besuch wurde mit Spannung erwartet. foto: Rolando Pujol
Obamas Besuch wurde mit Spannung erwartet. foto: Rolando Pujol © Rolando Pujol

"Mein bescheidener Vorschlag ist, dass er nachdenkt und nicht versucht, Theorien über die kubanische Politik auszuarbeiten", schrieb Fidel Castro nun mit Blick auf Obama. Der Revolutionsführer hatte im Jahr 2006 die Macht an seinen jüngeren Bruder Raúl abgegeben. Seit Juli 2015 ist er nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten, doch veröffentlichen die Medien regelmäßig Fotos von ihm bei Treffen mit Politikern befreundeter Länder.

Die überraschende Ankündigung seines Bruders Raúl Ende 2014 zur Wiederaufnahme der Beziehungen mit den USA hat Fidel Castro nie öffentlich kritisiert. Doch hat er wiederholt sein Misstrauen gegenüber dem langjährigen Erzfeind geäußert.

In den USA wurde Castros Kommentar gelassen aufgenommen. Dass er sich gezwungen sehe, dazu Stellung zu nehmen, zeige, was für erhebliche Auswirkungen der Besuch Obamas habe, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, in Washington. "Die Art von Dialog, die Präsident Obama im Rahmen seines Besuches aufnehmen konnte, ist eine Art von Dialog, die ohne die Reise nicht möglich gewesen wäre."

Obama preist "neuen Tag" in Beziehungen zu Kuba

afp

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