„Letzte Chance am Montag“

Drastische Maßnahme: In diesem EU-Land sind Silvester-Raketen ab 2019 (fast) Geschichte

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Ein Mitarbeiter von Weco, Hersteller von Feuerwerk, hält in einem Lagerraum Silvesterraketen. Am 28. Dezember begann bundesweit der Verkauf von Silvester-Feuerwerk.

In Deutschland (noch) undenkbar - andernorts schon Realität: Ein EU-Land verbietet seinen Bürgern jetzt die Silvester-Rakete.

Stockholm - In Deutschland wird heftig über Für und Wider des alljährlichen Silvester-Feuerwerks gestritten - ein EU-Land ist bereits einen Schritt weitergegangen: In Schweden dürfen Normalbürger schon ab dem Jahreswechsel 2019/2020 nicht mehr zur klassischen Silvester-Rakete greifen. Das berichtet unter anderem die Zeitung Svenska Dagbladet. „Letzte Chance am Montag“, übertitelt das Blatt seinen Artikel.

Hintergrund ist eine neue Regelung der zuständigen Behörde für Zivilschutz, MSB. MSB ist dem Verteidigungsministerium untergeordnet und soll Krisen und Gefahren vorbeugen. Nun hat das Amt das Silvester-Feuerwerk ins Visier genommen.

Aus für die Silvester-Rakete in Schweden: Abfeuern nur noch mit mehrteiliger Ausbildung

Um ein komplettes Feuerwerksverbot handelt es sich zwar nicht - aber doch um einen massiven Eingriff. Denn an den Kragen geht es der klassischen Leitstab-Rakete, die an Silvester gerne beispielsweise aus leeren Sektflaschen oder Schneehaufen abgeschossen wird.

Die Raketen sollen ab Juni 2019 nur noch an Menschen mit besonderem Berechtigungsschein verkauft werden dürfen. Um ihn zu erhalten, müssen mehrere Ausbildungseinheiten bei einer von insgesamt 18 verschiedenen Stellen im Land absolviert werden.

Ziel sei es, Unfälle mit dieser Feuerwerks-Sorte zu minimieren, erklärte MSB-Mitarbeiter Mikael Ekberg der Stockholmer Zeitung Mitt I. Just die Stabraketen seien in den Unglücks-Statistiken bislang überrepräsentiert.

„Hej då Feuerwerk“: Schweden verabschieden sich Stück für Stück von Silvester-Böllern

Für die Schweden ist es nicht der erste Schritt weg vom Feuerwerk: Bereits 2002 waren Böller verboten worden, 2014 folgte das Aus für „schwere Raketen“. Die aktuelle Maßnahme unterstützt unterdessen sogar der Verband der schwedischen Feuerwerksbranche - bereits vergangenes Jahr habe man entschieden, solche Raketen aus dem Sortiment zu verbannen.

Hierzulande wird ebenfalls über Einschränkungen für das Silvester-Feuerwerk debattiert - allerdings in nicht ganz so drastischem Umfang. Die Deutsche Umwelthilfe forderte zuletzt ein Aus für Knallerei in Innenstädten. Eine Umfrage zeigte: Auch eine Mehrheit der Deutschen würde so eine Maßnahme befürworten. Zwei Filialen großer Einzelhandelsketten haben unterdessen schon jetzt das traditionelle Feuerwerk aus dem Sortiment genommen.

Lesen Sie auch: Explosiver Grund - Aldi greift vor Silvester zu ungewöhnlicher Maßnahme

Der Discounter musste Kritik einstecken. Er verkauft neben einem Produkt, bei dem 15 Cent in den Kampf gegen den Klimawandel fließen sollen, auch Feuerwerkskörper. Ein Widerspruch, finden viele Menschen. 

fn

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